Berichte

Wir über uns

Das Welthaus stellt sich vor

Das Welthaus-Team seit Juni 2020:

Jonathan Scalet, Silvia Schreyer-Richtarz, Milena Müller-Schöffmann

 

 

Silvia Schreyer-Richtarz

Ich bin 1975 in Wien geboren und in Brunn am Gebirge aufgewachsen. Durch den Beruf meines Vaters (Pastoralassistent) war ich stark mit der Pfarre Namen Jesu in Wien Meidling verbunden. Nach der Matura studierte ich Europäische Ethnologie und Soziologie in Wien und 4 Semester auch an der Humboldt Uni Berlin. Dieser erste längere Auslandsaufenthalt hat meinen Blick auf die Welt und die verschiedenen Lebensmöglichkeiten geweitet. Im Anschluss machte ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Bildungshaus St. Arbogast. Aus dem Jahr wurden schließlich 3 Jahre Aufenthalt im Ländle, weil ich in Arbogast als Pädago­gische Assistentin angestellt wurde. Ich habe diese Zeit meiner ersten beruflichen Tätigkeit in sehr guter Erinnerung – in einem offenen Haus, das in einer wunderschönen Landschaft liegt. Dort haben sich auch meine inhaltlichen Schwerpunkte gefestigt, die mir bis heute am Herzen liegen: Eine Welt – globales Lernen, Nachhaltigkeit und Gender.

 

Die Chance ins globale Lernen einzutauchen und interkulturelle Erfahrungen zu machen, bot sich mir bei meinem Freiwilligeneinsatz mit „Jesuit Mission Volunteers“ im Amazonasgebiet. Im Dreiländereck Brasilien-Kolumbien-Peru war ich von 2004 bis 2007 Teil eines internati­ona­len Teams (Equipe Itinerante), das mit Indigenen, Ribeirinhos (Kleinbauern­familien, die am Fluss leben) und städtischen Randgruppen lebte und arbeitete – eine sehr intensive und prägende Phase für mich.

 

Nach meiner Rückkehr fand ich 2008 eine Anstellung bei der Kath. Frauenbewegung Wien und ein Jahr später zusätzlich im Welthaus der Kath. Aktion Wien. Hier habe ich neben den Finanzen die Koordination der Initiative „Pfarrgemeinde FairWandeln“ über – ein spannen­des Projekt, das sich stets weiterentwickelt und immer größere Kreise zieht. Die Arbeit im Welthaus ist mir sehr wichtig, weil ich mich hier für die Themen, die mir wesentlich erschei­nen, einsetzen kann, mit interessanten Menschen zu tun habe und mich im Team sehr gut aufgehoben fühle.

 

Milena Müller-Schöffmann

Seit 2016 leite ich das Welthaus der KA-Wien und bin zudem für die Homepage der Katholischen Aktion verantwortlich. Davor war ich entwicklungspolitische Referentin für die Aktion Familienfasttag der kfb Österreich und dann ein Jahr lang Koordinatorin des Entwicklungspolitischen Netzwerks für Frauenrechte und feministische Perspektiven WIDE. Studiert habe ich Sozialwirtschaft in Linz und Angewandtes Wissensmanagement in Eisenstadt. Letzteres nebenberuflich und dann in der Karenz mit meinem ersten Kind. Die Beschäftigung mit Frauenrealitäten und den Forderungen der Frauenbewegung begleiten mich schon lange und nicht erst seitdem ich Mutter bin. Zunächst im Verein MAIZ – dem autonomen Zentrum von und für Migrantinnen, mit dem ich während des Studiums in Kontakt kam und bei dem ich mitarbeitete und zum ersten Mal verstand, dass ich ja eine Ausländerin oder Migrantin fast überall (nur nicht in Wien :-)) bin, mit einem österreichischen und einem chilenischen Elternteil. Und dann in der Katholischen Frauenbewegung, in der Begegnung mit so beeindruckenden und starken Frauen aus Chile, Nicaragua, Indien, Philippinen, El Salvador, Guatemala, Kolumbien und Österreich, die mir bis heute ein Vorbild sind und manche zu guten Freundinnen geworden sind. Seit vielen Jahren bin ich Vorstandsmitglied des Vereins JOAN ROBINSON, dem Verein zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens. Die Bildungsarbeit mit dem Blick auf eine Wirtschaft, die dem Leben dient, und unbezahlte Arbeit von Frauen im Haushalt, in der Versorgung und Fürsorge für andere sichtbar macht, prägt seitdem mein Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen, hier in Österreich sowie in Ländern des Globalen Südens.

 

Im Welthaus sind die Aufgaben vielfältig. Ich lerne jedes Jahr von den Begegnungen mit Gästen aus Afrika, Asien oder Lateinamerika. Auch wenn diese Zeiten des Besuchs sehr intensiv und manchmal sehr anstrengend sein können, bin ich immer wieder beeindruckt von den Persönlichkeiten, die auf Einladung der Welthäuser nach Österreich kommen und ich schätze die Gelegenheit mit den Gästen ins Gespräch zu kommen und ihre Perspektive zu hören. Die Vorbereitung ihres Aufenthaltes und der Begegnungen finde ich immer sehr spannend, vor allem wenn es darum geht, neue Kontakte herzustellen und mit den Gästen die Möglichkeit zu haben z.B. eine Biogasanlage kennenzulernen, einen Bio-Bauernhof zu besuchen oder die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie zu besuchen.

 

„Pfarrgemeinde FairWandeln“, die Vernetzung der Pfarren untereinander und mit den KooperationspartnerInnen, um gemeinsam öko-fair-sozial gerechter zu werden, ist ein ganz besonderes Projekt. Die Vorbereitung und Durchführung von Austauschtreffen, das Kennenlernen von Menschen, die ihre Pfarre und ihr Umfeld mit ihrem Engagement anstecken und die Freude an der Zusammenarbeit mit all diesen verschiedenen Menschen, wissend, dass wir alle uns für ein Gutes Leben für alle einsetzen und uns dieser Vorstellung von einer anderen Welt in sei es noch so kleinen Schritten nähern, motiviert mich.

 

Milena Müller-Schöffmann, Silvia Schreyer-Richtarz

 

 

Katholischen Aktion
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