Aus Liebe zu Land und Schöpfung Verantwortung übernehmen
Die Welt, in der wir leben, ist nicht unser Besitz. Sie ist Gottes Schöpfung und damit Geschenk und Auftrag zugleich. Wir dürfen unsere Heimat gestalten und ihre Früchte nutzen. Gerade deshalb tragen wir aber auch Verantwortung dafür, dass sie für unsere Kinder und Enkelkinder lebenswert bleibt.
Besonders deutlich wird das beim Klima- und Umweltschutz und beim Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Es geht dabei um die Frage, wie wir mit dem umgehen, was uns anvertraut wurde. Gerade unsere Pfarren leisten dazu einen wichtigen Beitrag, und das Land Niederösterreich unterstützt dieses Engagement nach Kräften.
Auf zwei ganz konkrete Maßnahmen möchte ich hinweisen: Mit dem Niederösterreichischen Diözesanen Umweltpreis, einem gemeinsamen Projekt der Erzdiözese Wien, der Diözese St. Pölten und der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, zeichnen wir Pfarren aus, die mit gutem Beispiel vorangehen. Prämiert werden Ökoprojekte ebenso wie innovative Ideen zum Energiesparen und zum schonenden Umgang mit unseren Ressourcen.
Damit werden gute Ideen sichtbar und können zum Vorbild für andere werden. Und mit der Initiative „Energie-Spar-Pfarren“ fördern wir Energiesparmaßnahmen und den Einsatz erneuerbarer Energie in Kirche und Pfarrhöfen, zum Beispiel bei Maßnahmen rund um Beleuchtung und Beheizung. Diese finanziellen Unterstützungen können oft Projekte möglich machen, die ein Pfarrbudget alleine nicht stemmen kann, aber sowohl für die Umwelt als auch für die Erhaltungskosten langfristig Sinn machen.
Ich bin überzeugt: Wir haben diese Welt nicht selbst geschaffen, sondern von Gott geschenkt bekommen. Und wir haben unser Land von früheren Generationen übernommen. Deshalb tragen wir Verantwortung dafür, in welchem Zustand wir es an die nächste Generation weitergeben. Das ist für mich auch eine Frage der Heimatliebe. Wer sein Land liebt, schaut nicht weg, wenn seine natürlichen Lebensgrundlagen unter Druck geraten.
Sie oder er erkennt Probleme, packt an und sucht nach Lösungen. Klimaschutz beginnt deshalb längst nicht erst bei großen internationalen Konferenzen, sondern im eigenen Haus, in der eigenen Gemeinde und eben auch in der eigenen Pfarre. Wenn viele Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam handeln, kann daraus Großes entstehen. Unsere Pfarren haben dafür beste Voraussetzungen: Sie sind Orte der Begegnung, der Gemeinschaft und des gelebten Glaubens.
Ich wünsche mir deshalb, dass noch viele weitere Pfarren diesen Weg mitgehen. Mit konkreten Projekten, guten Ideen und vor allem mit der Bereitschaft, Verantwortung nicht nur einzufordern, sondern selbst zu übernehmen. Denn die Schöpfung zu bewahren, bedeutet auch, unsere Heimat zu bewahren. Aus Liebe zum Land und aus Verantwortung für jene, die es verdient haben in einer intakten Umwelt aufzuwachsen.
Stefan Pernkopf
Landeshauptfrau-Stellvertreter von Niederösterreich sowie Landesrat für Umwelt, Landwirtschaft, Energie, Landeskliniken und Feuerwehren