Klimaschutz verbindet: Kirche und Klimabündnis als starke Partnerinnen
Wie leben wir heute so, dass ein gutes Leben für alle möglich bleibt – für kommende Generationen ebenso wie für Menschen in anderen Teilen der Welt? Diese Frage verbindet die kirchliche Umweltarbeit seit Jahrzehnten mit dem Klimabündnis.
Das 30-jährige Bestehen des Umweltbüros der Erzdiözese Wien ist daher nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein ermutigendes Zeichen: Beharrliches Engagement kann viel bewegen.
Kirchlicher Klimaschutz begann lange vor der Enzyklika Laudato si’, mit der Papst Franziskus 2015 der weltweiten Umweltarbeit der Kirche neuen Rückenwind verlieh. Vieles, was vor 30 Jahren von engagierten Pionier:innen angestoßen wurde, gehört heute zu den drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Denn die Klimakrise ist nicht allein eine technische oder ökologische Herausforderung. Sie berührt Fragen der Gerechtigkeit, unseres Lebensstils und der Verantwortung füreinander.
Das Klimabündnis versteht sich als globale Partnerschaft. Es verbindet Städte, Gemeinden, Bildungseinrichtungen, Betriebe und Pfarren in Europa mit indigenen Organisationen im Amazonasgebiet. Unser gemeinsamer Leitgedanke lautet: global denken, lokal handeln. Gerade Pfarren sind dafür wichtige Orte. Hier werden weltweite Zusammenhänge im Alltag konkret – beim Einkauf für das Pfarrfest, in der Kinder- und Jugendarbeit, bei der Nutzung von Gebäuden und Freiräumen, in der Wahl unserer Verkehrsmittel oder im gemeinschaftlichen Feiern.
Seit 2019 ist die Erzdiözese Wien Teil des Klimabündnis-Netzwerks. Damit ist es nicht bei einem symbolischen Zeichen geblieben. Engagierte Pfarren zeigen, wie Schöpfungsverantwortung gelebt werden kann: durch Mehrweggeschirr und regionale, faire Bio-Lebensmittel bei Veranstaltungen, durch begrünte Flächen, Bildungsangebote oder klimafreundliche Mobilität. Der Beitritt zum Klimabündnis hilft dabei, bestehende Aktivitäten zu bündeln, weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen.
Dabei erleben wir immer wieder: Klimaschutz bedeutet nicht in erster Linie Verzicht. Es geht um ein gutes Maß, um Dankbarkeit und um die Freude an dem, was gemeinschaftlich möglich ist. Ein achtsam gestaltetes Fest kann schöner sein, weil es Menschen und regionale Produzent:innen verbindet. Begrünte Pfarrflächen schaffen Lebensraum, spenden Schatten und werden zu Orten der Begegnung. Kinder und Jugendliche erfahren durch konkrete Projekte, dass sie etwas bewirken können. Aus vermeintlicher Ohnmacht wächst so Zuversicht.
Die kirchliche Umweltarbeit bringt in die Zusammenarbeit mit dem Klimabündnis eine besondere Stärke ein: Sie verbindet praktisches Handeln mit ethischer und spiritueller Tiefe. Sie erinnert daran, dass die Auswirkungen der Klimakrise ungleich verteilt sind und vor allem jene Menschen treffen, die am wenigsten zu ihr beigetragen haben. Schöpfungsverantwortung und Klimagerechtigkeit gehören deshalb untrennbar zusammen.
Die vergangenen 30 Jahre zeigen: Kirchliche Umweltarbeit schafft Veränderung, wenn sie globale Verantwortung mit konkretem Handeln vor Ort verbindet. Genau darin liegt auch die Stärke der Zusammenarbeit zwischen dem Umweltbüro der Erzdiözese Wien und dem Klimabündnis.
Zum Jubiläum gratuliert das Klimabündnis Österreich herzlich und dankt allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten für ihren Mut, ihre Ausdauer und die vielen Schritte, die bereits gesetzt wurden. Zugleich richtet sich der Blick nach vorne: Nutzen wir die Kraft der Gemeinschaft, um aus Verantwortung Zuversicht und aus guten Ideen gelebte Veränderung werden zu lassen. Denn Schöpfungsverantwortung beginnt vor Ort und wirkt weit über die eigene Gemeinde und Pfarre hinaus.
Elke Kastner, Geschäftsführerin des Klimabündnis Österreich