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Was ich mir vom neuen Wiener Erzbischof wünsche

Viele wird es nicht mehr geben, die noch von Kardinal Innitzer im Stephansdom gefirmt wurden – ich bin eine von denen. Das bedeutet, dass ich eine lange und von großen Veränderungen geprägte Zeitspanne der Katholischen Kirche Wiens miterlebt habe.

 

Ich komme aus einer Zeit, wo die Kirche während der Kindermesse in St. Brigitta „gesteckt“ voll war und die Pfarre für viele auch nicht aus christlichen Elternhäusern stammende Kinder der Ort war, wo man seine Freizeit verbrachte. Filmvorführungen, Sportveranstaltungen, Ausflüge wurden für uns Kinder vom Kaplan organisiert.

 

Das hat sich massiv verändert. Die volkskirchlichen Zeiten, mit ihrem gemeinschaftsbildenden, gleichzeitig aber auch Andersdenkende ausschließenden Charakter sind endgültig vorbei. Die Kirche hat Gott sei Dank keine politische Macht mehr, die sie zu Zeiten, wo das der Fall war, oft schändlich missbrauchte.

 

Für eine gewisse Kontinuität in der Kirche von Wien spricht die Tatsache, dass es die vierte Weihe eines Wiener Erzbischofs ist, die ich erleben werde, wurden doch in der gleichen Zeitspanne sieben Päpste gewählt. Aber der Schein trügt. Vom braven Jungscharmädchen, das die unverständliche lateinische Messe - in der regelmäßig Kinder in Ohnmacht fielen, weil man vor der Kommunion nichts essen durfte -  gottergeben hinnahm, bis zur befreiungstheologisch feministisch geprägten alten Frau, war es ein langer persönlicher Weg und es war auch ein langer lehrreicher und schmerzhafter Weg für die katholische Kirche von Wien. 


Wie viele, die ganz selbstverständlich in das kirchliche Milieu hineingeboren wurden, bin ich religiös erst durch das zweite Vatikanische Konzil erwacht. Die Auseinandersetzung mit der lateinamerikanischen Befreiungstheologie und daraus folgend mit der feministischen Theologie haben mich geprägt und in der Kirche verankert.  


Umso schmerzhafter war es für meine Generation dann, als wir die Kirche nicht nur, wie Bichof Krätzl es ausdrückte „im Sprung gehemmt“ erlebten, sondern es unter Papst Johannes Paul II. es auch massive Rückschritte, angefangen von den unsäglichen Bischofsernennungen, gab. Was immer dem Zeitgeist der egomanischen Individualisierung geschuldet war und was sich selbstverschuldeten Fehlleistungen verdankte, die Katholische Kirche in Österreich verlor immer mehr Mitglieder. Einzig das an alte Größe anschließen wollende feudalistisch-traditionalistische Milieu hat regen Zulauf – was ja wieder viel über den herrschenden Zeitgeist aussagt. 


Das führte vielerorts zu Panikreaktionen. Kirchenverantwortliche liefen Modeerscheinungen, wie der Eventkultur, nach und vernachlässigten die immer noch tragfähige Pfarrstruktur mit ihren in der Gesellschaft sonst nirgends mehr vorhandenen Begegnungsräumen unterschiedlicher Klassen und Milieus. Einsparungen wurden nach „Frömmigkeitsgraden“ der jeweiligen Organisationen vorgenommen, d.h. kritische Kinder- Jugend- und Frauenorganisationen wurden vernachlässigt, denn die Kirchenleitung war blind gegenüber der einmalige Struktur der Selbstorganisation dieser Gemeinschaften. Statt in aufsuchende Jugendarbeit investierte man in religiöse Sondererfahrungsevents,  die häufig an evangelikale Individualerweckungs-Praktiken erinnerten. 


Durch Zufall bin ich vor kurzem wieder öfters in jener Gegend, in der ich meine Kindheit verbracht habe, am Augarten, weil dort unkonventionelle und interessante Veranstaltungen gestaltet werden. Der genius loci des Gaußplatzes mit der kleinen Pfarre am Augarten, der Kulturinitiative Aktionsradius und dem ältesten Barockgarten Wiens im Hintergrund zieht mich in seinen Bann. Ich habe den Eindruck, dass da etwas gelungen ist, was wir alle dringend brauchen. Ein Zusammenspiel von Gesellschaft und Kirche, das wegweisend sein könnte. Die Kirche hat den Raum für Zusammenkünfte und die Kulturinitiative das know how, wie man Menschen unterschiedlicher Herkünfte und Denkweisen zusammenbringt. Der ungezwungene Austausch wird leicht gemacht. 


Und da komme ich jetzt zu dem, was ich mir vom neuen Wiener Erzbischof wünsche. Er sollte das Gleichnis vom Himmelreich als Sauerteig ernst nehmen. Kirchen können Orte sein, in denen der Sauerteig (die Spiritualität) sich entwickeln kann, wirksam aber wird er erst indem sie sich mit allem anderen, was das Leben ausmacht, vermischt.

 

Auf unsere Pfarrgemeinden übertragen, wäre das, die Kirchentore öffnen, für die Auseinandersetzung mit den Fragen dieser Zeit und auch für unkonventionelle, unangepasste Aktivitäten, die Menschen anlocken, denen das Althergebrachte nichts mehr sagt. Damit will ich keiner Eventkultur das Wort reden, bei der die Teilnehmenden Publikum sind, sondern einladend sein für Menschen, die gestalten wollen und keine Orte dafür haben.

 

Wie ich aber auch erfahren habe, braucht es dazu Personen, die gelernt haben, wie man die unterschiedlichsten Leute zusammenbringt – das sind, pardon, aber heutzutage nur ganz selten Priester, denn das ist kaum Teil ihrer Ausbildung. Dazu braucht man in Sozialarbeit erfahrene Menschen, in Kulturvermittlung ausgebildete Personen, Ideengeber und vor allem Menschen, die die Fähigkeit haben, alle mitnehmen zu können. 


Das ist keine Trivalisierung der Religion, sondern das im Alltag sichtbar machen des Geistes, der uns antreibt. Was ich mir also vom neuen Erzbischof wünsche, ist die Stärkung dieses Alltagschristentums, das natürlich liturgische Feiern als kraftspendendes Zentrum braucht. Konkret wäre das, die Ausrichtung der Pfarrgemeinden neu zu regeln, in der Priesterausbildung der politischen- und der Demokratiebildung Gewicht zu geben, denn da orte ich massive Defizite. Zukunftsweisend wäre es, in jeder Pfarre eine Person anzustellen, die in Sozial- und Kulturarbeit ausgebildet ist. Statt Priester aus allen Teilen der Welt heranzukarren, wäre es zukunftsfähiger, Gemeindeleitungsteams mit unterschiedlichen Charismen zu finden. 


Die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien hat gemeinsam mit der Pfarrgemeinderats-Initiative ein Plädoyer für eine Kultur der Ermöglichung in unseren Pfarren herausgegeben, das sich auf den synodalen Prozess beruft und genau dieses Öffnen der Kirchenräume für einen gesellschaftlichen Dialog einfordert.

 

Wenn der neue Erzbischof von Wien sich diese Förderung des Miteinanders von Kirche, engagierter Zivilgesellschaft und politischer Verantwortung tragender zur Aufgabe macht, sehe ich eine Zukunft für unsere Diözese. Er könnte ein großer Anreger für diese veränderte Rolle der Kirche sein. Die Räume dafür zur Verfügung zu stellen, wäre allerdings dann die Aufgabe der Pfarrgemeinden und ihrer engagierten Vertretungen.     

 

Der Kommentar ist die persönliche Meinung der Autorin/des Autors und muss nicht mit der Meinung der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien übereinstimmen.

Traude Novy
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