Sonntag 19. November 2017
Erfahrungen, Impulse, Berichte

Laudato si – eine kleine Einführung

„Laudato si“ ist die zweite Enzyklika von Papst Franziskus, datiert auf den Pfingstsonntag, 24. Mai 2015, in Spanisch verfasst und am 18. Juni 2015 in acht Sprachen veröffentlicht. Bei dieser Pressekonferenz am 18. Juni im Vatikan stellten Kardinal Peter Turkson, der orthodoxe Metropolit Ioannis Zizioulas, Klimaforscher und Vertreter der University of Notre Dame, USA gemeinsam mit Papst Franziskus die Enzyklika vor.

Der Papst erklärt in der Enzyklika, dass der heilige Franziskus für ihn „eine Art Leitbild und eine Inspiration“ sei. “Ich glaube, dass Franziskus das Beispiel schlechthin für die Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine frohe und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie ist“.

 

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde ganz bewusst gewählt, rechtzeitig vor der UN-Klimakonferenz in Paris 2015. Metropolit Augoustinos, Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz charakterisiert die vorliegende Enzyklika als eine „Zusammenfassung des schöpfungstheologischen, ethischen und sonstigen theologischen Denkens des Jorge Mario Bergoglio. Und natürlich gibt es immer das, was die Griechen den kairos nennen, den richtigen, angemessenen und gesegneten Augenblick etwas zu tun“.

 

Der Papst sieht die Enzyklika als einen „dringenden Appell“, über die Zukunft des Planeten zu diskutieren, einen Weckruf, der sich an die ganze Menschheit richtet. „Wir brauchen eine neue weltweite Solidarität“

Das Leitmotiv des päpstlichen Schreibens ist die Verbindung von ökologischen, sozialen und politischen Fragen.

Die Menschheit müsse sich ändern um das System zu ändern. Vor allem jene, die im Überfluss leben. Der Papst kritisiert die Dominanz der Wirtschaft, insbesondere die der Finanzwirtschaft gegenüber der Politik, die einen wirksamen Umweltschutz verhindere. Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeige sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen.

 

Die Enzyklika hat naturgemäß die verschiedensten Reaktionen und Stellungnahmen ausgelöst. Nur eine sei hier zitiert:

Für Bischof Erwin Kräutler nimmt sich der Papst „kein Blatt vor dem Mund und klagt das heutige Wirtschaftssystem an, das auf Gewinnmaximierung um jeden Preis abzielt“. Besonders berühren Kräutler Stellen,…“ in denen von Amazonien und der Bedeutung der tropischen Regenwälder die Rede ist, dort wo der Papst auf Rechte der indigenen Völker zu sprechen kommt. Für sie ist das Land kein wirtschaftlicher Wert, sondern ein Geschenk Gottes, ein heiliges Land, in dem ihre Vorfahren ruhen“,..

 

Auf die einzelnen Kapitel der Enzyklika wird im Laufe dieses Kirchenjahres eingegangen. Eine interessante Auseinandersetzung für uns alle. (Pfarrblatt 12/2015)

 

Heinrich Pesendorfer

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