Montag 20. November 2017
Pfarre neu

„Die Strukturreform ist eine Chance, die wir nützen müssen“

Es wäre nicht zielführend meint der Wiener KA-Präsident Walter Rijs dem Vorschlag von Prof. Paul Zulehner zu folgen und die Wiener Strukturreform zu stoppen. „Die Strukturreform ist eine Chance, die wir nützen müssen“, ist Walter Rijs überzeugt. Jetzt gilt es die vielen Stolpersteine rasch aus dem Weg zu räumen, damit jene die voran gehen wollen auch rasch ihre Ideen ausprobieren und umsetzen können.

… neue Formen, die zu unserem Leben passen

Das was uns die Diözese als Vorgabe gibt ist ein Wechsel von 660 mehr oder weniger einzeln agierenden Pfarren zu ca. 200 Pfarrnetzwerken mit Teilgemeinden. Diesen Rahmen gilt es nun von den Laien mit Ideen und Konzepten zu füllen, damit nicht nur jene, die derzeit das Pfarrleben prägen, wieder einen Platz finden, sondern endlich auch wieder neue Menschen in diese Netzwerke kommen.

 

Der KA-Präsident verweist darauf, dass es nur in wenigen Pfarren große Jugendgruppen gebe und sich auch die Zahl der Jungen Erwachsenen sehr in Grenzen halte. Dies liegt nicht nur an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sondern oft auch an unattraktiven Pfarrstrukturen. Hier sind wir nun als Laien gefragt im Rahmen der Strukturreform neue Wege zu finden. Die wünschenswerte, von Prof. Zulehner angesprochenen Vernetzung bzw. Zusammenarbeit der Pfarren, wird sich kaum verstärken, ohne strukturelle Veränderung!

 

Dies können weder die urchristlichen Gemeinden von vor 2000 Jahren noch die Pfarrstrukturen des 20. Jahrhunderts sein, sondern müssen neue Formen sein, die zu unserem Leben im 21. Jahrhundert passen. „Es liegt nun an uns rasch mit vielen Experimenten zu beginnen wie die Pfarrnetzwerke mit ihren Teilgemeinden gestaltet werden können. Von Seiten der KA Wien liegt dazu ein erster Vorschlag zur Frage der Gemeindeleitung vor“, sagt Walter Rijs.

 

… weitere Unterstützung und Offenheit für die lokalen Prozesse

Aber auch die Erzdiözese selbst muss hier aktiver werden und jenen die die Veränderung beginnen wollen den nötigen Rahmen aber auch die nötige Begleitung für alle auftauchenden Themen garantieren. Außerdem braucht es bald Beispiele für funktionierende Pfarrnetzwerke und kleine selbstverwaltete Gemeinden. Die Blicke müssen dabei nach Amerika und in andere europäische Länder gehen, die ähnliche Sozialstrukturen haben und wo es solche Gemeinden schon lange gibt. Die von vielen oft bewunderten Basisgemeinden in Brasilien und anderen Ländern können dabei nur wenig helfen, weil sie sich aus einem vollkommen anderen sozialen Kontext (der Armut der Betroffenen) entwickelt haben und in dieser Form in Österreich nicht anwendbar sind.

 

„Aus den derzeit am meisten betroffenen Pfarren im 10. und 15.Bezirk war bei der Diözesanversammlung viel Tatendrang spürbar. Wenn es hier von Seiten der Diözesanleitung die nötige weitere Unterstützung und Offenheit für die lokalen Prozesse gibt, wird es auch in der Erzdiözese in 1-2 Jahren schon positive Beispiele geben an denen sich andere orientieren können“, sagt der KA Wien Präsident. „Darauf müssen wir warten und nicht auf (vielleicht gar nicht kommende) Signale aus dem weit entfernet Vatikan“.

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