Montag 20. November 2017
Gesellschaft

Slowaken & Österreicher wünschen mehr kirchliche Kontakte

Slowakisch-Österreichische Seminar- und Kulturwoche: „Es fehlen direkte Informationen"

Wir wünschen uns häufigere Kontakte. Die Kontakte der Österreichischen und der Slowakischen Kirche sind nicht so häufig. Es fehlen direkte Informationen. Die meisten Menschen nehmen sie aus den Medien. Und das sind Informationen, die man oft nicht braucht. Es gibt wenige Informationen über Österreich. Es gibt häufigere Besuche aus Afrika als aus Österreich“, sagte der slowakische Diakon Rafael Ambros aus Bresno bei der 26. Slowakisch-Österreichischen Seminar- und Kulturwoche zum Thema „Laudato Sí – Wie bauen wir unser gemeinsames Haus. Die Wegweisende Enzyklika von Papst Franziskus als Handlungsauftrag“ am 27. Juli 2016 in Hotel Marlene in Oščadnica - Veľká Rača, ca 30 km nördlich von Zilina in der Nordslowakei, wozu die Katholische Aktion, die Katholische Frauenbewegung und das Katholische Bildungswerk der Erzdiözese Wien, das Forum Katholischer Erwachsenenbildung und das Inštitút Svätého Františka Saleského pre výchovu a vzdelávanie, (Salesianischen Institut für Erwachsenenbildung ) vom 24.-30. Juli eingeladen hatten.

 

Wir können den Dialog nicht führen“

Es gibt eine andere Geschichte und eine andere Mentalität von den Menschen in der Slowakei. Österreich hat sich anders entwickelt. Damit gibt es andere Bedürfnisse und Erwartungen“, erläuterte Ambros am Beginn des Gespräches, das unmittelbar aus dem voran gegangenen Begegnungsabend heraus wuchs, zu dem die Österreichische Seite eingeladen hatte. Er bekräftigte: „Wir können in der Slowakei den Dialog nicht führen. Wir wissen wenig bei uns; z.B. über die Stellung der Frau in der Kirche in Österreich gibt es in der Slowakei nur oberflächliche Informationen. Auch die Aufgabe der Laien in der Kirche in Österreich ist anders als in der Slowakei. Wenn eine Enzyklika erscheint, sagen die Italiener  ´Vivat Papa´, die Deutschen analysieren sie und die Slowaken sagen ´Gut (dass es sie gibt)´“.

 

Es gibt ganz wenige direkte Kontakte. Rafael Ambros hat in wenigen Worten die Situation gut zusammengefasst“, bestätigte Pfarrer Johannes Kittler von Maria Hietzing den Eindruck. Er habe  seinem Kollegen in der Pfarre Devínska Nová Ves, einem Stadtteil im Nordwesten Bratislavas an der March, am Beginn der inzwischen  zehnjährigen Patenschaft mit seiner Pfarre gesagt: „Wir wollen Partner sein. Wir wollen auf Augenhöhe miteinander Reden und voneinander lernen“. Kittler sah ebenso „größere Unterschiede zwischen der Kirche in Österreich und der Slowakei. Die Slowakische Kirche ist in einer Abwehrstellung gegenüber Österreich durch ausgewählte Informationen“.

 

Was sollen wir machen?

 „Die Slowakische Kirche hat Angst vor der Säkularisierung und ist verschlossen“, räumte Ambros ein. „Was sollen wir machen?“, fragte er und lies durchblicken: „Mir gefällt nicht eine Mauer um die Slowakei zu bauen. Die beste Verteidigung ist der Angriff“. Ambros berichtete, er sei einer der ganz wenigen Diakone in seiner Diözese und habe seit seiner Weihe zum Diakon viel Arbeit. In seiner Zwischenstellung zwischen der Bevölkerung und den Priestern erfahre er „was nicht an die Ohren der Priester kommt“. Kittler fügte  dazu: „Wir können unsere Stärken zeigen. Es kann attraktiv sein, wenn wir zeigen, was eine Hilfe für unser Leben ist“.

 

Im fortgesetzten Gespräch wurden weitere Themen wie Erfahrungen mit den Familienrunden oder der Langen Nacht der Kirchen besprochen, aber auch die Voraussetzungen für eine „christliche Trauung, die viel zu billig“ seien, wie ein Teilnehmer bemerkte. Beide Seiten waren sich einig, der Dialog müsse fortgesetzt werden.

 

Franz Vock

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