Sonntag 19. November 2017
Gesellschaft

Mission neu verstehen – Den Glauben in die Beziehung einbringen,

plädierte Franz Helm beim KA-Diözesanausschuss; Andrea Geiger: Mission ist teilen was man liebt

 

„´Missionieren´ ist für viele gleichbedeutend damit, die Freiheit der Anderen zu missachten, jemandem die eigene Meinung aufzudrängen und dialogunfähig zu sein. Als Weg der Glaubensverbreitung bleibt christliche Mission, neu verstanden: Es ist wichtig, den Glauben in die Beziehung einzubringen“, sagte der Generalsekretär der Männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs, P. Franz Helm, beim Diözesanausschuss der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien (KA) vor über 30 Delegierten zum Thema „KA und Mission ´first´“ am 6. 4. 2016 im Curhaus Wien.

 

Christliche Mission – neu verstanden – ist für P. Franz Helm SVD …

  • Kooperativ … „Mit allen Menschen guten Willens zusammen zu arbeiten für das Kommen des Reiches Gottes ist Kernauftrag christlicher Mission. Der eigentliche Missionar ist Gott selbst. Das ist eine Entlastung und Entdeckung zugleich, Mitarbeiter Gottes zu sein“.
  • Dialogisch… „In unserem Kontext ist persönliche Freiheit und Souveränität wichtig, wird Mission nur spannend und fruchtbar, wenn ich mich ganz einlasse auf das, was mir heilig ist. Gott selbst ist Dialog. Das ist ein anderes Wort für Gott. Gott ist Beziehung. Er war sich selbst nicht genug“.
  • Zielgruppenorientiert, mit klarer Option für Menschen am Rand… „Es geht darum, den Menschen die Würde zurückzugeben, Notleidenden und Ausgeschlossenen Zukunft zu ermöglichen“.
  • Kontextuell verortet… „Die spezifischen Kontexte, in denen die Mission geschieht, bestimmen ihr Gesicht. Je nach Situation erfolgt sie durch ein stilles solidarisches Zeugnis – wie z.B. Mutter Teresa in Indien – oder durch ein direktes (prophetisches) Wort (Theologie der Befreiung in Lateinamerika)“.
  • Prophetisch… „Wo und wie machen wir als ChristInnen einen entscheidenden Aufsehen erregenden Unterschied für den Anbruch des ´Reiches Gottes´? Es ist wichtig, das Unrecht beim Namen genannt wird. Und es braucht starke Zeichen, die die Sache auf den Punkt bringen“.
  • Im Dienst des Lebens… „Gott selbst ist der Schöpfer des Lebens. Mission ist daher eine lebensfördernde Kraft, die alle Alternativen stärkt, die dem Leben dienen“, sagte Helm.

 

Es kommt auf das persönliche Zeugnis an

“Mission ist teilen, was man liebt“, betonte Andrea Geiger, die Leiterin der Stabstelle APG der ED Wien, und gab zu bedenken: „Wir tun es in dem Ausmaß, in dem wir Jesus Christus begegnet sind“. Sie erläuterte, Mission geschehe schon wenn wir anderen sagen, den Film musst Du dir unbedingt anschauen. Jede/r könne sich fragen: „Wie ist Mission an mir passiert. Wie hab ich den Glauben gelernt? Wie hab ich die Liebe zum Evangelium gelernt?“ Ein anderer Blickwinkel könne sein: „Leben wir so, dass andere gerne dazu gehören wollen? Wie gestalten wir unsere Gemeinschaft so, dass wir gerne unsere Freunde mitnehmen, oder dass andere gerne zu uns kommen?“

 

Eine KA-Mitarbeiterin sagte: “Ich hatte ein skeptisches Bild von APG. Es hat mir heute gezeigt, dass es auf das persönliche Zeugnis ankommt“. Einem Mann wurde „bewusst, wie wichtig die Beziehung zu Gott und den Menschen ist“. Für eine Frau wurde das „Zuhören und Zulassen können“ wesentlich. Es braucht „Menschen die brennen“, sagte ein anderer. Viele waren dankbar. Am Ende teilten alle in der Blitzlichtrunde sehr persönlich ihre Einsichten, Erfahrungen oder was sie von dem Abend mitnahmen.

 

KA-Wien Präsident Walter Rijs resümierte: „Der Diözesanausschuss war super. Er hat viel Inhalt spüren lassen. Ich danke allen, die uns durch ihr Dabeisein dieses Geschenk gemacht haben. Andrea Geigers Ausführungen waren spannend, ging es doch auch darum, nicht den Besitzanspruch an die zu `Missionierenden` zu stellen. Mission ist teilen und nicht Besitz ergreifen, ein Dialog – besonders des Zuhörens! Das Bemühen ist angesagt, so zu leben, dass es für andere interessant wird. Allerdings darf es da keinen `Erfolgsdruck` geben. Letztlich ist es GOTT der missioniert - auch uns und durch uns! Unser Glaube ist ein Beziehungsglaube. Ohne Beziehung zu Gott und den Nächsten geht gar nix! Alles Leben ist Beziehung. Es geht darum Beziehung und Begegnung zu entdecken und zu fördern.

 

Franz Vock

 

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