Montag 20. November 2017
Gesellschaft

Romaria-Wallfahrt – Solidarität mit Flüchtlingen

Engagierte KA als Mitorganisatorin war gut vertreten. 

[29.04.2015] Ein starkes Zeichen gegen Unrecht und für die Aufnahme von geflüchteten Menschen setzten bei der sechsten „Romaria – Wallfahrt in Solidarität mit Flüchtlingen“ ca. 200 Fußwallfahrer, die am 25. April 2015 von der Pfarre Schwechat bis zum Welthaus St. Gabriel in Maria Enzersdorf 24 km zurücklegten.

 

Zur Situation von Flüchtlingen aus unterschiedlichen Blickwinkeln 

Gott ist gegenwärtig bei Menschen, die als Geflüchtete Leben und Zukunft suchen. Aus dieser Überzeugung heraus luden das Don Bosco Flüchtlingswerk, die Pfarre Schwechat und das Weltdorf St. Gabriel mit der Katholischen Aktion Wien als Mitveranstalter zu dieser Wallfahrt ein. Schon beim Aufbruch um 8.15 Uhr in Schwechat wurde unter dem Eindruck der jüngsten Schreckensmeldungen über fast 1000 ertrunkene Bootsflüchtlinge im Mittelmeer dazu aufgerufen, die Petition „Gegen Unrecht“ zu unterschreiben, die wirksame Maßnahmen gegen das Massensterben im Mittelmeer fordert, und an der Gebetsinitiative „Wo ist dein Bruder?“ teilzunehmen.

 

Aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln wurde die Situation von Flüchtlingen an den einzelnen Stationen thematisiert. Vom Pfarrnetzwerk Asyl im Flüchtlingsheim Zirkelweg, Schwechat, aus Sicht der Schubhaftseelsorge „Absurdistan Schubhaft“ in der Pfarrkirche Oberlaa, am Islamischen Friedhof ein Opfergedenken für die vielen toten Flüchtlinge an der EU-Außengrenze durch den Jugendrat der Islamischen Glaubensgemeinschaft; In Inzersdorf St. Nikolaus rief Thomas Fiedler von der Plattform für interreligiöse Begegnung die Wallfahrer dazu auf, aufzubrechen hin zu Menschen, die gegen die Aufnahme und Unterstützung von Flüchtlingen sind und den Dialog mit ihnen zu suchen: „Wenn diese Wallfahrt dazu dient, dass ihr dafür Kraft tankt, dann hat sie einen Sinn gehabt“, bekräftigte er.

 

„´Das lange Warten´ (Film) auf den Asylbescheid – verlorene Zeit“, oft sogar Jahre, war Thema im Haus Abraham, Inzersdorf, für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge des Don Bosco Flüchtlingswerks, wo jugendliche Flüchtlinge ein Mittagsessen servierten. Als die Trommlergruppe SambAttac die Wallfahrt von Inzersdorf nach Neu-Erlaa begleitete, kamen viele Leute aus Häusern und Gärten zur Straße, beobachteten und erkundigten sich nach dem Warum des Fußmarsches. In der Pfarrkirche Neu-Erlaa informierte das Kolpingwerk über den steinigen Weg der Beratung für Arbeit suchende geflüchtete Menschen. Koran-Suren über Frömmigkeit gab es am Adler-Markt Parkplatz. Bei einem Marterl in Brunn am Gebirge nannte Herbert Langthaler von der Asylkoordination Beispiele für neue Initiativen, die sich für Flüchtlinge einsetzen. St. Gabriel bot Informationen über die Sonderbetreuung im Caritas Flüchtlingsheim, eine Pilgersuppe und die Möglichkeit, das Heim zu besichtigen.

 

Politisches Abendgebet für „unsere Brüder und Schwestern“
Viele junge Leute, junge Familien mit Kindern, Engagierte in der Flüchtlingsarbeit, Flüchtlinge und viele Ordensfrauen (Jahr der Orden) waren mit dem Zug unterwegs. Transparente wie „Gott schützt und liebt die Fremden“ oder „Der Mensch zählt nicht mehr, er versinkt im Mittelmeer“ wurden mitgetragen. Gut vertreten war die KA mit Präsident Walter Rijs, -Stv.in Evelyn Hödl und GS Christoph Watz. Hödl, die das Abendgebet mit vorbereitet hatte, las mit Franz Vock auch den Psalm 22.

 

Beim Politischen Abendgebet, das Sr. Susanne Krendelsberger, die Generalleiterin der Caritas Socialis Schwesterngemeinschaft, leitete, rief Abtpräses Christian Haidinger, Vorsitzender der Männerorden Österreichs, in der Predigt zur breiten Solidarität mit Flüchtlingen auf. Er nannte die Flüchtlinge der Mittelmeer-Katastrophe „unsere Brüder und Schwestern“, sah bei der Wallfahrt "Zeichen der Hoffnung", und appellierte: "Unser Pilgerweg muss weitergehen". Es gelte "Mitmenschen wachzurütteln und immer wieder an die Türen und an das Gewissen jener zu klopfen, die Macht und Möglichkeiten haben, sich für Frieden und Gerechtigkeit in unserer Welt stark zu machen".

 

Im Anschluss an den Gottesdienst stelle das „Pfarrnetzwerk Asyl“ die Gebetsinitiative „Wo ist dein Bruder?“ vor, die jeden Donnerstag um 18:00 zum Gebet in verschiedene Kirchen in Wien einlädt. Der European Umbrella March wird am 19.6. in Wien stattfinden, und die Fachtagung Weltkirche mit dem Thema „Selig, die Frieden stiften. Kirchliches Engagement gegen Gewalt und Krieg“, vom 24.-25. Juli 2015 im Stift Lambach in OÖ.

Franz Helm, Franz Vock

  

 

www.gegen-unrecht.at

http://www.pfarrnetzwerkasyl.at/wo_ist_dein_bruder.html

Umbrella March  https://www.facebook.com/events/837570162974800/

http://www.fachtagung-weltkirche.at/

 

Weltdorf St. Gabriel Bericht   http://www.steyler.eu/svd/aktuelles/news/at/2014/weltdorfnachrichten/Romaria-2015.php

Kathpress-Bericht   http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/69412.html 

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