Samstag 18. November 2017
Berichte

„Da war ein Leuchten in den Gesichtern“

Ein Männer-Einkehrtag in Hütteldorf über „das Triduum – Die Heiligen drei Tage“

„Für mich war es ein seelisch und körperlich fruchtbringender Tag. Er hat mir viel Freude bereitet. Wir waren fröhlich beseelst. Da war ein Leuchten in den Gesichtern“, sagte ein Teilnehmer des Männer-Einkehrtags der Hütteldorfer Männergruppe zum Thema „Vom Sinn(en) über das Triduum - Die Heiligen drei Tage“, der am 14. März 2015 im Pfarrzentrum Hütteldorf stattfand.

 

„Es geht um Selbstoffenbarung,  … die Liebesbeziehung Vater – Sohn“

12 Hütteldorfer und fünf Gäste aus Nachbarpfarren hatten sich dazu versammelt. Am Beginn standen als kulinarische Köstlichkeit von Senior Hans Furtmüller eigenhändig gestrichene Marmelade-Semmeln zum Morgenkaffee. Dann widmeten wir uns gemeinsam dem Triduum, einem „Sensibilisierungsprogramm zu den Heiligen drei Tagen“, so Uni-Dozent und Domprediger Ewald Huscava. Diese drei Tage der Osterzeit, nämlich Gründonnerstag, Karfreitag und die Osternacht, strukturierten den Tag.

 

Der Einkehrtag im letzten Jahr „über die ´Weisheit Gottes´ war das Softprogramm. Dieses Glauben Feier Programm ist jetzt Hardcore“, skizzierte Huscava zu Beginn. „Ich darf mich spüren. Wenn ich mich selbst nicht spüre, wie kann ich andere spüren. Es geht um Selbstoffenbarung … Wir können das Drama vor unserem geistigen Auge abspielen lassen. Es geht um ein Beziehungsgeschehen, bei dem sich Gott offenbart, wo er sein Innerstes hergibt, sich Preis gibt. Es geht um die Liebesbeziehung Vater – Sohn“, so Huscava. Er sagte: „Es gibt wenige, mit denen ich von Herz zu Herz spreche. Da  wo ich mich selbst offenbare, bin ich am verletzlichsten. Es geht um Herzenskommunikation. Die setzt Herzensliebe voraus. Liebe ist eine Gnade; die kann ich nicht fordern. Von der Liebe Gottes kann ich angerührt werden. Als Christ kann ich mir die Liebe immer wieder neu schenken lassen. Wir feiern Gottes Selbstoffenbarung“, so Huscava.

 

„Wie redet Gott mit uns“, fragte Huscava die Männer. „Er gibt sein Herz preis. Wo hab ich erlebt, dass auf mein Herz eingetreten worden ist. Was geschah mit seinem Sohn? Auf seinen Sohn ist eingetreten worden. Jesus entscheidet sich nach Jerusalem zu gehen mit der inneren Gewissheit, das wird ihm das Leben kosten. Eine Führungskraft, die Nichts vor Augen hat, kann nicht führen. Der Gründonnerstag ist nochmals eine Verdichtung. Mein Tod ist Nahrung für Euch, für Leib und Leben. Wo sind Sachen, die ich mit Hingabe mache? Lass Dich ein auf die Liebe und Treue, die ich Dir schenke“, gab Huscava meditativ zu bedenken.

 

Fußwaschung, Brot, Wein – „Eine sehr unter die Haut gehende Übung!“ 

Es war eine völlig neue Erfahrung aus Huscavas Fragestellung an uns: "Mit welchen Augen blickt Jesus beim Letzen Abendmahl auf seine Jünger, was geht ihm da durch Kopf und Herz?" Ein scheinbar "altbekannter Text", die Schilderung des Paulus im ersten Brief an die Korinther 11,23-26, wird neu aufgebrochen: Sei nicht der Empfänger der Worte Christi, sei du der Sender. Das führte uns in den Gruppenarbeiten zu spannenden Gesprächen. In diesen wurden die Themen Fußwaschung und letztes Abendmahl (Brot und Wein) behandelt und mit hoher Resonanz im Plenum wiedergegeben.

 

Stichwortartig notierte sich einer: Solidarität Gottes, Schicksal teilen, der Tod ist nicht das Ende, Mysterium (des Glaubens) löst sich nicht auf – stellt immer Fragen; Drastische Illustration und Provokation, Kreuze ansehen, um Kraft zu gewinnen, Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen, Herzstück der Osternacht ist die Erneuerung des Taufversprechens, Jesus Christus – ich bin mit Dir verbunden; Wir sind schon im neuen Leben; Gemeinschaftssinn intensivieren, Fußwaschung: Art der heilenden Berührung (Heiland), Dienst an allen Menschen, Ich gebe mein Herz her … „Wir hätten gar nicht aufhören wollen, weil uns so viel gekommen ist“, meinte einer der Gesprächsgruppen-Zusammenfasser.  

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es kein Ausruhen. „Demut braucht Rückgrat“, war ebenso zu hören. Am Beispiel des Kreuzes, das Franz Wallner in dankenswerter Weise in Originalgröße für diesen Tag gezimmert hatte, konnte jeder für längere Zeit in sich gehen und über sein persönliches Kreuz nachdenken. Eine sehr unter die Haut gehende Übung! Die Eucharistiefeier schloss den von allen als sehr wertvoll betrachteten Tag.

Alfred Dangl, Wolfgang Faltus, Wolfgang Schwarz et al.

 

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