Montag 24. April 2017
Berichte

Reges Interesse an Dokumentarfilm „Global Shopping Village“

Über 100 Personen diskutierten die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf das konkrete Leben

Mehr als 100 Personen kamen zur Filmvorstellung "Global Shopping Village" am 6. Jänner 2014 ins Bildungszentrum St. Bernhard in Wiener Neustadt, der sich mit der Thematik befasst, wie Einkaufszentren geplant und realisiert werden.

 


V.l.n.r.: Fritzi Zauner, attac Wr. Neustadt, Hannes Höller, Radlobby Wr. Neustadt, Ulli Gladik, Regisseurin, Wini Koppensteiner, Filmclub DeKarte, Christoph Watz, Katholische Aktion


„Ich wollte wissen, was da dahinter steckt“
Ulli Gladnik, die Regisseurin des Films, freute sich über das rege Interesse und legte auf Einladung des Filmclubs Dekarte, der Radlobby Wiener Neustadt, des Bildungszentrums St. Bernhard, der regionalen attac Gruppe, dem Weltladen Wiener Neustadt und dem Welthaus der Katholischen Aktion ihre Beweggründe für den Film dar und sagte:

 "Das Einkaufszentren-Thema interessierte mich, seit sich meine Heimatstadt Murau in der Steiermark sehr verändert hat. Ende der 90er entstanden rund um die Stadt etliche Fachmarktszentren und die Gewerbetreibenden gaben ihre Geschäfte in der Altstadt sukzessive auf. Die Altstadt, in der es früher ein reges kleinstädtisches Leben gab, ist mittlerweile völlig ausgestorben, was auch zur Folge hat, dass die Gebäude nicht mehr renoviert werden und die Leute aus der Stadt wegziehen. Ich wollte schließlich wissen, was da dahinter steckt, warum sich diese Entwicklung so rasant vollzieht, warum Einkaufszentren so beliebt sind, aber auch, warum sich der Gesetzgeber in seiner regulierenden und gestaltenden Funktion hier derart zurück hält.

2008, als die Finanzkrise ausbrach und schließlich die Osteuropablase platzte, begann für die Shoppingcenterbranche eine Reflexions- und Umorientierungsphase. In dieser spannenden Zeit führte ich die ersten Gespräche mit Brancheninsidern.

Wir KonsumentInnen sind gefragt: „Jede Einkaufsrechnung ist ein Stimmzettel“
Der Kapitalismus ist ja grundsätzlich immer auf Wachstum aufgebaut, der dann wieder an Grenzen stößt. Etwa, dass man keine Ressourcen mehr hat, dass z.B. die Ressource Raum erschöpft ist, oder dass die Kaufkraft nachlässt, weil die Banken keine Kredite mehr geben, oder Peakoil, also das Ende der Ölreserven würde wohl auch viel ändern. Diese Grenzen verlangen dann eine Veränderung, und jene, die als erstes die neue – bleiben wir beim Handel – Handelsform entdeckt haben, machen dann das beste Geschäft damit, alle anderen springen auf, bis dann wieder Grenzen erreicht werden.

Da Wachstum Grenzen hat, kommt die Frage, ob diese Entwicklung nicht längst den Peak erreicht hat und eine Trendwende bereits eingesetzt hat. Lebensqualität, Langsamkeit, Nachhaltigkeit, Ökologie sind die aktuellen Schlagworte, und die Zukunft wird uns zeigen, ob es den großen Konzernen gelingt, diese Trends für sich zu vereinnahmen, oder ob der Handel tatsächlich regionaler, fairer und ökologischer werden wird. Und da sind schon auch wir Konsumentinnen und Konsumenten gefragt: Man sagt ja ´jede Einkaufsrechnung ist ein Stimmzettel´”, fasste Gladik zusammen.

Nächste Schritte in einer Nachfolge-Diskussion am 14. Jänner …
KA Generalsekretär Christoph Watz betonte im folgenden Filmgespräch: „Das Stadtbild vieler österreichischer Gemeinden hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch gewandelt und damit auch die Art und Weise, wie wir konsumieren. Einkaufszentren spielen bei diesen Entwicklungen eine wesentliche Rolle“.  

Watz hielt die anschließenden Diskussionsbeiträge aus dem Publikum schriftlich fest, um in der Nachfolge-Diskussion am Mittwoch, den 14.1. um 19.00 Uhr die Stimmung, Eindrücke und Erfahrungen der TeilnehmerInnen wiedergeben zu können. Diese werden dann u.a. mit der Wr. Neustädter Stadtmarketing-Geschäftsführerin Maria Payer diskutiert. Auch PolitikerInnen sind zum Mitdenken und zum Zuhören von Ideen und Anliegen eingeladen. Der Abend ist für alle Interessierten offen - auch für Personen, die den Film nicht gesehen haben.


Christoph Watz, Franz Vock

 

 
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