Mittwoch 22. November 2017
Berichte

Daham is daham? Über Sprache, Identität und Beheimatung

Eine KAVÖ Sommertagung für Intellekt, Herz, Geist und Seele in Tainach/Tinje

„`Du sprichst deine Sprache, und ich spreche meine.´ Wo immer Menschen diese Grenze erfahren, treten Ängste auf: Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze, ihr Geld, ihre Identität, letztlich ihre Heimat. Dort aber, wo Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Vielfalt wächst, wirkt sich das positiv auf nationale und europäische Beheimatung aus“, ist im Folder der Sommertagung des Katholischen AkademikerInnen Verbandes Österreichs (KAVÖ) zum Thema „Daham ist daham? Über Sprache, Identität und Beheimatung“ zu lesen, die vom 20. – 25. Juli 2014 im Bildungshaus Tainach/Tinje in Kärnten stattfindet.

 

Namhafte Referenten beleuchten die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln …

„Die Tagung beleuchtet von sozialwissenschaftlicher Seite, wie Sprache die Identitätsbildung von Einzelnen und Gruppen beeinflusst, setzt sich mit dem psychologischen Phänomen Fremdenfeindlichkeit auseinander und widmet sich den Herausforderungen der Mehrsprachigkeit anhand der rechtlichen Situation in Kärnten und Südtirol“, heißt es weiter.

 

Konkret wird der Grazer Uni-Assistent und Senior Researcher an der Europäischen Akademie Bozen-Bolzano Jürgen Pirker die „Identität(en) in Europa. Mehrsprachigkeit als Herausforderung am Beispiel Kärnten und Südtirol“ behandeln. Und mit der Präsentation der Ergebnisse des von Univ.-Doz. Hellwig Valentin verfassten Buchens „Am Rande des Bürgerkrieges. Der Kärntner Ortstafelkonflikt 1972 und der Sturz Hans Simas“ wird ein Stück jüngster österreichischer Geschichte erstmals aufgearbeitet.

 

Der Klagenfurter Uni.-Prof. Klaus Ottomeyer wird die Sozialpsychologischen Aspekte von „Gruppenidentität und Fremdenfeindlichkeit“ beleuchten. Und der Vizepräsident des Salzburger PEN-Clubs und bekannte Sprachwissenschaftler Oswald Panagl lässt „Die europäischen Sprachen im Spannungsfeld von Identität und Entfremdung. Zur Sprache kommen“. Damit werden auch die europäische Sprachenvielfalt, ihr Miteinander und ihre Abgrenzungen gegeneinander thematisiert. Dazu geben grenzüberschreitende Jugendprojekte Beispiele von positivem „Daham“ und weisen auf die gesellschaftliche Bedeutung gelebter Mehrsprachigkeit hin.

 

Ein (Urlaubs-)Programm für Intellekt, Herz, Geist und Seele

Sprache, Identität und Beheimatung ist somit der Themenstrang der Tagung. Impulsreferate,  Workshops, der Kinofilm „Mississippi Burning“ über die Rassendiskriminierung im Süden der USA und ein Entwicklungsprojekt aus Burkina Faso bieten Möglichkeiten der Vertiefung. Und zum Abschluss wird die Gesundheitspsychologin Renate Riedler-Singer der Frage nachgehen, wie lebe ich „Zivilcourage bei alltäglichen Diskriminierungen“. Der Geistliche Assistent des KAVÖ Hubert Puchberger wird für die geistliche Begleitung der Tage sorgen.

 

Das (Urlaubs-)Programm für Intellekt, Herz, Geist und Seele bietet Gelegenheit zu persönlichen Begegnungen, Unternehmungen und Ausflügen, z. B. zum nahe gelegenen Klopeinersee, eine Architektur(schiff)fahrt zu den Wörtherseevillen, oder ein „Singen für die Seele“ und eröffnet somit die Möglichkeit, dem Tagungsthema auch auf internationaler, lokaler oder auch persönlicher Ebene im Kreis von Freunden nachzugehen.

 

Link zum Tagungsprogramm (pdf) hier

 

Franz Vock

Katholischen Aktion
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