Freitag 24. November 2017
Berichte

„Nicht Pfarre Neu, sondern Glauben Neu“

Andrea Geiger beim „Strukturreform – Wir machen mit“-Lehrgang der AMG Akademie

„Die Erzdiözese Wien ist im Moment ein grundsolider Betrieb. Wir stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Das Ziel dieses (Strukturreform-) Prozesses ist nicht Pfarre Neu, sondern Glauben Neu“, sagte Andrea Geiger, die Leiterin der Stabstelle Apostelgeschichte (APG) 2.1, beim AMG-APG Talk am 21. Februar 2014, zu dem die AMG-Akademie (A – Aktuelles, M – Männer, G – Glaube, eine KMB Gründung) im Rahmen des von ihr initiierten Lehrgangs „Strukturreform -  Wir machen mit. Einstehen – Aufstehen – Einmischen“ in das Stift Heiligenkreuz eingeladen hatte.

 

„Mission geschieht durch Anziehungskraft“

„Das Ziel ist ein neues Verständnis unseres Kirche-seins“, unterstrich Geiger mit dem Hinweis auf Punkt 120 des Apostolischen Schreibens „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus. „Jeder Getaufte ist ein aktiver Träger der Evangelisation. In dem Maß in dem wir Jesus begegnet sind, sind wir Missionare.“ Offen sagte die Mitarbeiterin der Steuerungsgruppe der ED Wien: „Was wir merken ist, dass uns viele Kompetenzen fehlen. Wir dürfen unser Christ sein nicht an die Priester und Hauptamtlichen delegieren. Wenn ein Ehrenamtlicher einen Hauptamtlichen ersetzen soll geht das nicht. Der Großteil der neuen Bewegungen wird auch durch Ehrenamtliche geleitet.“

 

„Wir werden Kirche sein neu lernen müssen“, resümierte Geiger. „Die Frage ist: Wie motivieren wir uns gegenseitig. Wir alle sind Mitarbeiter Gottes, nicht nur die Priester. Das ist manchmal unter gegangen, weil wir das an die Hauptamtlichen delegiert haben.“ Zusammenfassend sagte sie: „Heute ist man Christ, weil man sich bewusst dafür entscheidet. Mission geschieht durch Anziehungskraft. Wenn Menschen sagen, da möchte ich auch dazu gehören. Das ist einer der höchsten Ansprüche von Mission. Wir dürfen teilen was wir lieben.“

 

„Jetzt haben wir die Chance die Garage zu füllen“

Der „Strukturreform – wir machen mit“- Lehrgangsleiter, Pfarrer Bernhard Mucha, sagte bei der Reflexion am Ende des 1. Semesters: „Der Gedanke war, wir bringen was ein. Wir warten nicht darauf, ob wir gefragt werden, sondern sagen: Hallo, wir können auch was beitragen.“  Der Badener KMB Dekanatsobmann Stefan Lath nannte ansprechende Beispiele von Mission und sagte: „Wir müssen verschüttete Quellen freilegen. Wichtig ist das hinausgehen. Ich mach jetzt eine Männermesse mit der Feuerwehr. Es geht darum die Idee zu haben und es durchzuziehen. Die Gruppe bringt bessere Ergebnisse als die Einzelnen.“  Und der Heiligenkreuzer AMG-Akademie Verantwortliche Robert Busch verwies auf die Stellungnahmen im Forum der www.amg-akademie.at Website.

 

KMB-Dekanatsobmann Karl Waldherr aus Lichtenegg berichtete, der Pfarrer habe ihn zum 1. Pfarrgemeinderats-Stammtisch in seinem Seelsorgeraum eingeladen: „Alle haben ihre Sorgen und Ängste mitgeteilt. Der Seelsorgeraum war wie eine leere Garage. Jetzt haben wir die Chance die Garage wieder zu füllen. Der Kurs hat Information gebracht. Jetzt ist es wichtig, dass wir Aufklärungsarbeit leisten.“ Ein Lehrer habe die Strukturreform mit der Neuen Mittelschule verglichen. Wie bei dieser haben jetzt „alle die Angst, das Niveau sinkt.“ Waldherr schloss: „Unsere Aufgabe ist, das Evangelium weiter tragen. Wie, werden wir in den weiteren Veranstaltungen erfahren.“ Über ihre Pfarrgruppen ergänzte er: „Uns fehlt manchmal das Miteinander. Wir sollten lernen, dass wir uns gegenseitig ergänzen; Und nicht unser Weg ist der bessere. Da müssen wir noch viel lernen.“

 

Wolfgang Faltus aus Wien Hütteldorf erinnert sich 50 Jahre nach dem Konzil „gerne an: ´Öffnet die Türen für Christus, ja reißt sie auf´, das Aggiornamento Papst Johannes XXIII“ und sagte selbst-kritisch: „Wir sind wohl zu selbstzufrieden und zu schläfrig geworden. Was wir notwendig lernen müssen ist, mit unseren Nachbarn über unseren Glauben zu sprechen und sie ermutigen, mitzutun.“ Er  schloss: „Für unseren AMG Lehrgang wünsche ich uns mehr Mut zur Tat und mehr Glaube an den Menschen und an Gott. Gemeinsam werden wir das Ziel schaffen.“

 

Vor dem mit 4. April beginnenden 2. Semester ladet die AMG Akademie am 7. März  zu einem für alle frei zugänglichen Impulsvortrag mit Otto Neubauer zum Thema: „Wie heute auf Menschen zugehen? Mission first – Reizwort oder Programm für die Zukunft der Kirche?“ ein.    Franz Vock

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