Mittwoch 22. November 2017
Berichte

Vortrag „Wir sind Kirche – Sind wir Kirche?“

am 3. Abend des Lehrgangs „Strukturreform – wir machen mit“, zu dem die AMG-Akademieam 17. Jänner 2014 in das Stift Heiligenkreuz eingeladen hatte.

Jeder Getaufte hat eine „eigene Sendung in der Welt und Mitverantwortung, Kirche mit zu gestalten“, sagte Bernhard Mucha, der Geistliche Assistent der KMB, bei seiner Begrüßung zum Vortrag „Wir sind Kirche – Sind wir Kirche?“ am 3. Abend des Lehrgangs „Strukturreform – wir machen mit“, zu dem die AMG-Akademie (A – Aktuell, M – Männer, G – Glaube, eine KMB Gründung) am 17. Jänner 2014 in das Stift Heiligenkreuz eingeladen hatte.

 

„Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts“

Durch die Taufe sind wir „aufgenommen in das Volk Gottes“, damit wir für immer „ein Glied Christi bleiben, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit“, erinnerte Diakon Fritz Krull, der Geistliche Assistent der Katholischen Aktion im Vikariat unter dem Wienerwald, die 27 TeilnehmerInnen aus dem Industrieviertel und Wien an die Taufliturgie. Die Kirche habe damit eine priesterliche, eine prophetische und eine geschwisterliche Ebene. „Die ersten Apostel der Arbeiter werden die Arbeiter selbst sein“, habe der Gründer der Christlichen Arbeiter-Jugend, Joseph Kardinal Cardijn, vorausgesagt, denn Christus hat uns „die Würde von Königen gegeben und uns zu Priestern gemacht“(Offb. 1,5f), erläuterte Krull von der KAB.

 

Eine prophetische Kirche, die für ein „Leben …in Fülle“ (Joh. 10,10) mit Friede, Gerechtigkeit und Freiheit stehe, müsse auch eine „politische Kirche“ sein, denn es reiche nicht aus, „sich um die Fische zu kümmern, wenn das Fischwasser krank ist“; Das habe schon Joseph Cardijn erkannt und daher zum Sehen – Urteilen – Handeln aufgerufen, bekräftigte der Vortragende.

 

Eine geschwisterliche Kirche brauche aber „gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung“. Für Cardijn war jede/r Arbeiter/in „mehr wert, als alles Gold der Erde“, betonte Krull. Papst Franziskus habe daher der Kirche nahe gelegt „wieder an die Peripherie zu gehen“ und „nicht zur Glaubensverwalterin zu werden“, denn „eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts“, habe schon Bischof Jacques Gallot formuliert, so Krull.

 

„Der Mensch ist der Weg der Kirche“

Da „Gott für alle Menschen dieser Welt Mensch geworden ist“ und Gottes Reich allen zu verkünden sei, gelte die Sorge der Kirche „allen Menschen dieser Welt“, betonte Krull. Die Kirche sei somit „weder östlich, noch westlich“ sondern „allumfassend“ und „der Mensch der Weg der Kirche“. Papst Franziskus sage daher in der Enzyklika „Evangelii gaudium“ „NEIN zu einer Wirtschaft, die andere ausschließt, NEIN zur Vergötterung des Geldes, NEIN zu einem Geld, das regiert, statt zu dienen, NEIN zur sozialen Ungleichheit, die Gewalt erzeugt, und NEIN zu Krieg im Großen und im Kleinen“, so Krull. Vielmehr stellte sich Jesus in die Reihen jener, „die sich neu orientieren wollten, die bereit waren umzukehren, die einen Neubeginn wagten“ (Mt 3,13-17), schloss Diakon Krull.

 

Vital war das Interesse bei den TeilnehmerInnen, von denen gut zwei Drittel Pfarrgemeinde-ratserfahrung hatten, nicht nur am Vortrag, sondern auch an der von KA-Generalsekretär Christoph Watz moderierten Gruppenarbeit über „Was heißt ´Wir sind Kirche´ für die ´Pfarre Neu´, die Pfarrgemeinde der Zukunft?“ Dabei wurde klar zum Ausdruck gebracht,

- die Pastoral soll Schwerpunkt im Seelsorgeraum sein, weniger die Finanzen;

- die Identifikation mit der eigenen Gemeinde ist wichtig, das schließe die Finanzen ein;

- Die Priester sollen Seelsorger sein, sich nicht um die Finanzen kümmern müssen;

- Mission first, das Hinausgehen erfordere Bedarfsanalysen der Fähigkeiten & Talente;

- Ökumene und ein Miteinander der Religionen ist in der Pfarre zu leben;

- Ein „Pastoralteam“ soll die Gemeindeleitung vorschlagen, Priester ist nicht zwingend;

- Leitung im Team soll möglich sein;

- ein „Pfarrgemeinderat für soziale Belange“, sollte in der Gemeinde verbindlich sein;

- PGR-Sitzungen sollten wirklich öffentlich sein, Finanzen öffentlich einsichtig;

 

Ein „AMG-APG Talk“ mit Andrea Geiger von der diözesanen Steuerungsgruppe wird das erste Lehrgang-Semester am 21. 2. abrunden.

 

Franz Vock

 

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