Mittwoch 22. November 2017
Arbeitswelt

Integrationstag: Großes Interesse für Hands On Projekt

Caritas-Generalsekretär Schwertner – 2015 gab es „Renaissance der Zivilgesellschaft“

Großes Interesse von Beginn weg gab es für das Projekt „Hands On – Mentoring für Lehr – und Arbeitsuchende Jugendliche“ zwischen 14 und 21 Jahren am KA-Stand beim 2. Integrationstag der ED Wien am 23. April 2016 im Kardinal König Haus von den über 200 BesucherInnen „auf der einen Seite, weil viele TeilnehmerInnen Flüchtlinge untergebracht haben und sich fragen, was kann man tun, damit sie Arbeit finden“, erzählte Michael Gassmann, der Gesellschaftspolitische Referent der KA, der dieses Projekt entwickelt hat und selbst am Stand dazu Rede und Antwort stand.

 

 

Hands On Projekt bietet Begleitung, Supervision und Ausbildung

„Auf der anderen Seite wurde immer wieder die Frage gestellt, ob es dieses Projekt auch außerhalb von Wien gibt und überlegt, ggfs. selbst als Mentor zur Verfügung zu stehen, wenn man mit der Pfarre Kontakt aufnimmt und dieses Projekt als Pfarrprojekt implementiert“, berichtete Gassmann. Dazu erlebte er „ eine ganze Anzahl von erwachsenen Flüchtlingen, die leider schon über dieses Projektalter sind und sich interessiert haben, wie sie das Hochschulstudium aufnehmen könnten. Hier war die Überlegung – gemeinsam mit der KHJ und dem KAV – eine eigene Schiene anzubieten, wo es um Mentoring geht, damit Flüchtlinge Unterstützung erhalten bei der Überlegung ob und in welcher Form sie ein Studium wieder aufnehmen können (Unterstützung bei Kontakten mit der Uni) und was ein Studentenleben in Österreich heißt (keine Mindestsicherung, Arbeit als Student)“.

 

„In mehreren Gespräch wurde die klare Abgrenzung des Mentoring  - 1 ½  Stunden in der Woche, schriftliche Vereinbarungen über die Begleitung, sowie Protokoll und das Treffen im öffentlichen Raum – als sehr positiv und motivierend betrachtet. Ebenfalls die Begleitung durch die Sozialarbeiterin, Supervision und Ausbildungseinheiten“, sagte Gassmann.  Dazu kam: „Viele GesprächspartnerInnen haben dabei ganz konkrete Jugendliche im Auge gehabt, für die sie diese Informationen eingeholt haben“, so Gassmann, der am Nachmittag von seiner Kollegin Sonja Scherzer abgelöst wurde. Mehr  zum Projekt siehe www.jobbegleitung.at .

 

Ein Würdebegriff – unabhängig von Weltanschauung, Zugehörigkeit, Geschlecht und Religion

Als drei Brennpunkte der Integrationsarbeit bezeichnete Caritas- Generalsekretär Klaus Schwertner Bildung und Sprache, leistbarer Wohnraum und den Arbeitsmarktzugang. Das bestätigte sich am Integrationstag. Neben großem Interesse am Hands On Projekt für einen Arbeitsmarktzugang war der „Flucht und Trauma“ Workshop ausgebucht. 2015 gab es eine „Renaissance der Zivilgesellschaft“, so Schwertner, der das mit Zahlen belegte: „Seit Sommer 2015 haben sich 1500 Freiwillige bei der Caritas gemeldet, die anpacken wollen. Es steht heute kein einziges Zelt mehr in Österreich, wo Flüchtlinge untergebracht sind. Die Caritas betreut jede/n dritten Asylwerber/in. Es gibt über 30 Caritas Integrations-Cafes in Österreich“. Er resümierte: „Vieles ist möglich, wenn man es gemeinsam anpackt. Zuwanderung kann nur als wechselseitiger Prozess mit der Aufnahmegesellschaft gelingen. In jedem Menschen hat Gott sein Angesicht hineingelegt und wir können es darin wieder finden“. Schon Papst Franziskus sagte: „Wenn man gemeinsam geht, macht der Weg weniger Angst“.

 

Neben zahlreichen Organisationen, die sich an der Durchführung des 2. Integrationstages beteiligten, waren unter den Besucherinnen auch Weihbischof Franz Scharl und LAbg. Gudrun Kugler vertreten. Zwei Zahlen auf einer Flipchart veranschaulichten die Gewichtung des offiziellen Österreich dazu: 77 Millionen € beträgt die Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit-Mittel bis 2021 laut Regierung. Und 1300 Millionen € investiert die Regierung in die Erhöhung der Mittel für das Bundesheer.

 

"Wir haben einen Würdebegriff vom Menschen, der unabhängig von Weltanschauung, von nationaler Zugehörigkeit, von Geschlecht, von Religion usw. funktioniert. Der Mensch als Maß aller Dinge. Es ist sehr wichtig, dass Menschen Politikern, die angstgetrieben sind, sagen: 'Fürchtet euch nicht! Wir brauchen nicht so verwirrt agieren, wir bringen das schon hin'", sagte Rainald Tippow, der Flüchtlingskoordinator der Erzdiözese Wien. In der detaillierten Arbeit der Workshops und mit einer eindrücklichen Kunstperformance wurde dieser Würdebegriff untermauert.

Franz Vock

 

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