Mittwoch 22. November 2017
Arbeitswelt

KA Wien Präsident Walter Rijs zum 7.10., dem „Tag der Menschenwürdigen Arbeit“:

„Ein Tag der KonsumentInnen, sowie aller Dienst- und ArbeitgeberInnen“

 

 

Es geht um die Würde des Menschen, nicht um möglichst viel, preiswerte Produktion. Eine große Herausforderung sind die weltweit unterschiedlichen Wirtschaftsräume und Zugänge zu den  Ressourcen sowie zur Erwerbsarbeit, welche den notwendigen Lebensunterhalt für die Familie bringen sollte. Somit sind wir alle eingeladen darüber nachdenken, wie es jenen geht, die unsere billigen Handys, Textilien, Autos usw. herstellen „dürfen“?!

 

Ob Erwerbsarbeit belastend oder förderlich, ja vielleicht sogar erbaulich ist, wird sehr oft von und durch jene bestimmt, welche diese Arbeit – ihre Ergebnisse und Produkte – entgegen nehmen - gekauft oder geschenkt. Besonders beeinflussen das die Menschen, welche diese Arbeit verwalten und verteilen in Produktion und Dienstleistung. Hier liegt viel Gestaltungmöglichkeit, wie produziert bzw. was angeboten oder gekauft wird, ja gekauft werden „muss“, denn Armut begrenzt die Möglichkeiten.

 

Der Tag der menschenwürdigen Arbeit ist daher vielmehr ein Tag, der uns als Konsumenten erinnern sollte, dass es nicht nur um gerechte Bezahlung der Arbeitsleistung, sondern auch um Anerkennung, z.B. in Form von Lob, und um die Würdigung des Bemühens für die erbrachte Leistung geht. Wenn die „working poor“, die Arbeiterinnen und Arbeiter von ihrem Vollzeitjob nicht „menschenwürdig“ leben können, nur um die Gier: “Geiz ist Geil“ zu bedienen, sollten wir nicht achtlos, billiges „Zeug“ kaufen, ohne an den Schweiß derer zu denken, die es erarbeitet haben.

 

Dient, helft einander in Liebe und unter Beachtung der gesamten Schöpfung, die auch für kommende Generationen gedacht ist, ist die Botschaft der Bibel. Daher sollte Niemand gezwungen sein für etwas zu arbeiten, das nicht mit seinem/ihren Gewissen und Erkenntnis vereinbar ist und dennoch nicht hungern müssen!

 

So gesehen ist der Tag der menschenwürdigen Arbeit eigentlich ein Tag der Konsumentinnen, Verbraucherinnen und Kundinnen, sowie aller Dienst-und Arbeitgeber- und Geberinnen!  Mehr Würde vor und Anerkennung für die notwendige, kreative und erbauliche Arbeit – das wäre das richtige „Trinkgeld“ für die arbeitenden Menschen.

 

 

Walter Rijs

Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien

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