Wie kommen wir beim Einsatz fürs Klima vom Reden zum Tun? Teresa Voboril präsentierte dazu Angebote vom Welthaus der Erzdiözese Wien.
Nicht geplant, aber sehr stimmig: Der letzte Vortrag der St. Gabrieler Vortragsreihe 2025/26 zum Thema „Klimadialog“ mit Teresa Voboril vom Welthaus Wien fand ausgerechnet am 21. April 2026, dem ersten Todestag von Papst Franziskus, statt.
„Papst Franziskus hat uns in seiner Enzyklika ‚Laudato si‘ den Auftrag gegeben, angesichts der Klimakrise ins Gespräch zu kommen“, betonte Teresa Voboril in ihrem Eröffnungsstatement. „Ich lade dringlich zu einem neuen Dialog ein über die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten. Wir brauchen ein Gespräch, das uns alle zusammenführt, denn die Herausforderung der Umweltsituation, die wir erleben, und ihre menschlichen Wurzeln interessieren und betreffen uns alle“, schreibt Papst Franziskus in Laudato si.
Für die Katholische Aktion (KA) ist das Engagement für eine bessere Welt einer der Grundpfeiler ihrer Arbeit, betonte Voboril. In der Erzdiözese Wien setzen sich vor allem das Umweltbüro und das Welthaus der KA mit den Themen Klima, Entwicklungspolitik und Gerechtigkeit auseinander und bieten dazu Workshops, Beratung, Behelfe und Broschüren an.
Auch der letzte Abend der St. Gabrieler Vortragsreihe 2025/26 war gut besucht.
Klimagespräche machen Mut
In ihrem Vortrag präsentierte Teresa Voboril einige der Angebote der KA wie z.B. die Klimakonferenzen, die Klimagespräche, den Öko-Fair-Sozialen Spaziergang oder die Initiative „Fairwandeln“, bei der Pfarren öko-fair-soziale Projekte umsetzen. „Wir begleiten Interessierte in Pfarren und Gemeinden dabei, diese Veranstaltungen vorzubereiten und umzusetzen. Unser Anliegen ist es, die Menschen vom Reden zum Tun zu bringen, damit konkrete Projekte verwirklicht werden können“, so Voboril.
Die so genannten „Klimagesprächen“ sind eine Gesprächsreihe, bei der sich eine fixe Gruppe an vier Abenden trifft, um das eigene Verhalten in punkto Klima zu reflektieren und mit Hilfe verschiedener Methoden ins Gespräch zu kommen. „Wir haben dabei die Erfahrung gemacht, dass sich bei den Teilnehmer:innen die Emotionen im Laufe der Gespräche verändern: Zuerst herrscht Resignation, Angst, Wut und Trauer vor, nach den vier Abenden schöpfen die Gesprächsteilnehmer:innen durch den Austausch mit anderen Hoffnung und Mut.“
Bei den Klimagesprächen können die sich Teilnehmer:innen über ihre Emotionen angesichts der Klimakrise austauschen.
Erfolgreiches Modell Klimakonferenz
Bei den „Klimakonferenzen“ geht es darum, in einer Pfarre, einem Pfarrverband oder einer politischen Gemeinde unter Einbeziehung der lokalen Zivilgesellschaft über einen längeren Zeitraum an konkreten Umweltprojekten zu arbeiten und diese – wenn möglich – tatsächlich zu realisieren. Eine Umfrage im Vorfeld der Veranstaltung soll dabei helfen, wo Handlungsbedarf besteht bzw. welche Wünsche und wichtige Fragen es vor Ort gibt. „Das kann zum Beispiel der Wunsch nach einem sicheren Radweg oder mehr Radständern sein, das Bestreben die Energieeffizienz einer Pfarre zu verbessern oder den Einkauf biologischer und regionaler Produkte zu forcieren.“ Innerhalb eines Jahres arbeiten die Pfarrmitglieder dann in Kleingruppen daran, ausgewählte Projekte in die Tat umzusetzen.
Wie Teresa Voboril unterstrich, können die Mitarbeiter:innen des Welthauses der Erzdiözese Wien bereits auf zahlreiche erfolgreiche Projekte von Pfarren verweisen, die zum Teil mit Umweltpreisen ausgezeichnet wurden. „Die Palette reicht vom Tauschfest über die Pflanzung einer Naschhecke bis zu Photovoltaik-Anlagen, einer Einkaufsgemeinschaft oder einem Reparaturcafé“, berichtete Teresa Voboril.
Als gelungenes Modell um von Reden ins Tun zu kommen stellte Teresa Voboril die Klimakonferenz vor.
Die St. Gabrieler Vortragsreihe steht auch 2026/27 unter dem Motto „Zukunft braucht Dialog“: An fünf Abenden wird es wieder die Möglichkeit geben, mit interessanten Persönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft und der Welt der Orden ins Gespräch zu kommen.