Laienapostolat, Romaria - Solidaritätsweg mit Geflüchteten
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April 2026


 

Liebe Leser*innen!

 

Die Präsentation des Buches zum Wirken von Ferdinand Klostermann nehmen wir zum Anlass, uns mit dem „Laienapostolat“ auseinanderzusetzen.

 

Doch vorher habe ich ein ganz aktuelles Anliegen: Der Anti- Rassismus-Verein ZARA steht wegen Förderkürzungen vor dem Aus. Als Katholische Aktion fordern wir den Erhalt. Hier finden Sie die Stellungnahme der KAÖ.Und hier können Sie eine Petition unterschreiben ...

 

 Nun zurück zum „Laienapostolat“: Für mich ist der Begriff "Laie"sehr vorbelastet. In Österreich sprechen wir selten - wie Kardinal Koch es genannt hat - von der „göttlichen Würde der Laien“, sondern eher abschätzig von „Profis und Laien“, oder in der Katholischen Kirche von „Hirten und Schafen“. Dabei war diese Trennung im Urchristentum bis ca. 400 nach Christus nicht so stark abgegrenzt. Erst die Konstantinische Wende – das Christentum wurde zu Staatsreligion – führte zu einer starken Differenzierung, eines bis heute gelebten imperialen Stils in der Katholischen Kirche.

 

Karl Immervoll bezieht sich in seinem Kommentar unten auf den Theologen Karl Rahner: „Durch die Taufe wird der Mensch Glied der Kirche.“ Im II. Vatikanischen Konzil einigen sich die „Konzilsväter“ betreffend Laienapostolat auf „ein durch Verantwortung geprägtes Miteinander auf Augen- und Ohrenhöhe“.

 

Kardinal Josef Cardijn sieht es als Gottes Wille: „Die Welt braucht Laien, und die Kirche muss sie heranbilden und formen!“ Kardinal Cardijn sieht es als mangelnden Glauben, wenn Kleriker das Laientum nicht aus ganzem Herzen ohne Abstriche bejahen. Seinen Priesterkollegen ruft er zu: „Haben wir mit allen Mitteln ein glaubwürdiges und authentisches Laientum gewollt und vorbereitet?“

 

Katharina Renner schreibt in ihrem Beitrag, dass in einer synodalen Kirche sich die Rolle von Priestern zu Teamplayern verändern wird, ja verändern muss, wenn es um das gute Leben für alle geht. Sie weist auch darauf hin, dass vor 60 Jahren geweihte Männer das Dokument zum Laienapostolat verfasst haben. Es wäre dringend an der Zeit, Laien und vor allem Frauen zu den Gesprächen mitzunehmen und nicht weiter nach alter Tradition der Katholischen Kirche nur über sie zu reden.

Ihr Reinhard Bödenauer

PS: Für den Sonntag habe ich einen Kommentar anlässlich des 40. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe geschrieben. Sie können ihn hier lesen ...

 

 

 
THEMA Laienapostolat

Im Februar waren wir bei der Präsentation des Buches "Ferdinand Klostermann und das Laienapostolat. Der Aufbruch damals – die Klerikalisierung heute". Es ist mit humorvollen und erschütternden Beiträgen gespickt - und dennoch mit Zukunftshoffnung für das Kirche-Sein! Herausgegeben wurde es von Karl A. Immervoll und Alfred Kirchmayr. Wir nehmen das als Anlass, uns mit drei Kommentaren dem Themenbereich "Laienapostolat" zu widmen.

 


 

Das Laienapostolat heute

 

Sie, die Sie diesen Text lesen, als was sehen Sie sich im Konzert der Ämter und Aufgaben der Katholischen Kirche? Sind Sie Messbesucher:in, vielleicht Lektor:in, Kommunionspender:in, engagiert in karitativen Projekten, …? Wenn Sie jemand als "Laie" bezeichnet, würden Sie sich gemeint fühlen?


Vor 60 Jahren verabschiedeten geweihte Männer im Vatikan ein Dokument, in dem es um das „Laienapostolat“ ging, Titel Apostolocam Actuositatem. Erstmals wurde über die Rolle von Nicht-Geweihten im System Kirche gesprochen. Über ihre besondere Beziehung zur Welt, dass „ihnen der Weltcharakter eigen“ sei, dass sie dort, wo sie tätig sind, über ihren Glauben sprechen sollen. Priester begleiten sie dabei und achten auf die richtige Glaubensübung.

 

Seither hat sich viel verändert. Es gibt neue Berufe im kirchlichen Feld, wo Menschen – zwar nicht geweiht – Gemeinden leiten und Gottesdienste ausrichten. Pastoralassistent:innen würde wahrscheinlich heute niemand als kirchliche Laien bezeichnen, obwohl sie das kirchenrechtlich sind. Auch andere Dienste haben Elemente des Amts (Kommunionspenden, Lektorendienste), werden aber von „Laien“ ausgeführt. Ganz abgesehen vom Wort Laie, bei dem nicht-professionell mitklingt. 


Auch wenn eine sehr große Organisation der Katholischen Kirche den Begriff in ihrem Namen trägt – viel anfangen können wir nicht mehr damit. Die Trennung zwischen Klerus und Laien ist innerkirchlich inzwischen völlig aus der Zeit gefallen.

 

Wir sind auf dem Weg zu einer neuen Struktur. In einer synodalen Kirche ändert sich die Rolle von Priestern und Laien. Priester stehen nicht mehr einsam an der Spitze der Hierarchie, sondern sind „Teamplayer“, deren höchste Aufgabe das Hören ist. Und alle anderen? Spielen im selben Team, alle an einer anderen Position, je nach Charisma und Verfügbarkeit. Das Wichtigste aber ist, diese Diskussion nicht zu einer innerkirchlichen werden zu lassen. Denn jede Organisationsform der Kirche hat nur ein Ziel: die Botschaft vom guten Leben überzeugend in die Welt zu tragen, mit Worten, aber vor allem mit Taten. 

 

Katharina Renner ist Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Österreich.

 


 

Gemeinsam Verantwortung tragen – Kirche neu gestalten

 

In vielen Pfarren zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht: zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen ebenso wie zwischen geweihten und nicht geweihten Mitarbeiter*innen. Noch immer prägt eine stark hierarchische Struktur das kirchliche Leben, in der letztlich der Pfarrer die entscheidende Autorität bleibt. Dieses Modell greift jedoch zu kurz. Es wird den unterschiedlichen Situationen vor Ort und den vielfältigen Kompetenzen der Beteiligten nicht gerecht.


Die Spannungen sind spürbar. Während manche Hauptamtliche einen Verlust an Einfluss oder eine Verwässerung ihres priesterlichen Profils befürchten, erleben viele Ehrenamtliche ihre Rolle als begrenzt und abhängig. Das führt zu Frustration, Rückzug und Resignation – auf beiden Seiten. Auch unter Priestern selbst zeigt sich: Nicht jede Berufung zur Weihe ist zugleich eine Berufung zur Leitung. Dennoch wird Leitung oft automatisch mit dem Amt verknüpft, ohne die tatsächliche Eignung ausreichend zu berücksichtigen.


Gleichzeitig bleiben wichtige Chancen ungenutzt. Fort- und Weiterbildungsangebote werden zu wenig wahrgenommen, gemeinsame Qualifizierungen von Haupt- und Ehrenamtlichen fehlen vielerorts. Wo Laien Verantwortung übernehmen, geschieht dies nicht immer mit der notwendigen Klarheit und offiziellen Beauftragung.


Dem setzen wir eine klare Vision entgegen: Kirche ist die Gemeinschaft aller Getauften, die gemeinsam Verantwortung trägt. Leitung geschieht nicht von oben herab, sondern in geteilter Verantwortung. Haupt- und Ehrenamtliche arbeiten auf Augenhöhe zusammen und bringen ihre jeweiligen Kompetenzen verbindlich ein.


Die Realität in den Pfarren der Erzdiözese Wien ist vielfältig – und genau das muss sich auch in den Leitungsmodellen widerspiegeln. Einheitliche Vorgaben sind hier nicht die Lösung. Gefragt sind flexible, unterschiedliche Modelle, die den konkreten Bedingungen vor Ort entsprechen. Die Erzdiözese Wien muss den Mut haben, solche Wege zu ermöglichen – und sie auch einzufordern. Leitungsmodelle auf Zeit „ad experimentum“ sind notwendig, müssen aber verpflichtend evaluiert und weiterentwickelt werden.


Entscheidend ist: Leitung darf nicht länger automatisch an ein Amt gebunden sein. Maßgeblich ist die Kompetenz. Hauptamtliche haben nicht per se Leitung inne, und Ehrenamtliche sind keine „Lückenbüßer*innen“. Leitung wird dort wahrgenommen, wo die entsprechenden Fähigkeiten vorhanden sind – gleichberechtigt von Haupt- und Ehrenamtlichen. Dafür braucht es eine klare und verbindliche Beauftragung durch Erzdiözese und Gemeinde.

 

Unsere Forderungen sind klar:

 - Eine Weiterentwicklung der Kriterien für Priesteramtskandidaten sollte dringend neu gedacht werden.

- Verstärkte Schulung sozialer Kompetenzen sowie verpflichtende gemeinsame Fortbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche.

- Leitungskompetenz ist keine Nebensache. Sie muss verpflichtend erlernt, reflektiert und weiterentwickelt werden.

- Ebenso braucht es verbindliche Grundlagen für Zusammenarbeit und klare Kompetenz-Vereinbarungen, die auch kirchlich bestätigt werden.

- Zukunftsfähige Leitung kann gut im Team gelingen – mit klar definierten Rollen und Verantwortlichkeiten. Gerade in Zeiten von Veränderungen ( z.B. Ausfall eines Pfarrers) sind tragfähige Übergangslösungen wichtig, ebenso wie eine verlässliche Begleitung und Verantwortungsstruktur für alle Beteiligten.

 

Kirche wird dort lebendig und glaubwürdig, wo Verantwortung geteilt und Vertrauen konkret gelebt wird. Jetzt ist der Zeitpunkt, diese Schritte entschlossen zu setzen.


Für die PGR-Initiative:
Susi Reichard | Heinz Weinrad | Barbara Radlmair

 

www.pgr-initiative.at kontakt@pgr-initiative.at

 


 

Das Apostolat von Frauen und Männern in der katholischen Kirche

 

Laos (λαός) - : „dem Volk zugehörig“. So beschreibt das Lexikon für Theologie und Kirche[1] den Begriff Laie. Nun, wer gehört zum kirchlichen Volk? Karl Rahner schreibt dazu: „Durch die Taufe wird der Mensch Glied der Kirche.“[2] Und Ferdinand Klostermann ergänzt: „Durch die Taufe wird man primär Christ und nicht Gegenüber des Klerus, nämlich Laie …“ Er war der Überzeugung, dass die klerikale Spaltung in Geweihte und Nicht-Geweihte, in Befehlende und Gehorchende der christlichen Geschwisterlichkeit widerspricht. Der im Konzil geprägte Begriff des Laienapostolats bedeutete ein von (Mit)Verantwortung geprägtes Miteinander auf Augen- und Ohrenhöhe.

 

Wohl bildete sich bald nach dem Krieg die Katholische Aktion als eine Art Kirche in der Welt. Laien aber galten nicht als Teil der kirchlichen Hierarchie. Dementsprechend schwer taten sich die Konzilsväter mit einer Einordnung: Sind Laien nun als participatio oder als cooperatio zu denken? Im ersten Fall gibt es ja nur ein Apostolat und es besteht die Gefahr, dass die Grenzen (zum Weiheamt) verschwimmen. Also doch eher Mitarbeit? Ist das Engagement der Laien nun unter der Leitung der Hierarchie oder des Geistes? Im Konzilstext steht: „… durch die Firmung mit der Kraft des Heiligen Geistes gestärkt, werden sie nämlich vom Herrn selbst (ipso Domino) zum Apostolat bestimmt.“

 

Es überrascht schon, wie schnell der Begriff "Apostolat" von dem der "Evangelisierung" abgelöst wurde. Im Konzilstext wird das Apostolat durch die „Tätigkeit für die Evangelisierung und Heiligung der Menschen“ ausgeübt. Apostolat ist also der Überbegriff und Auftrag!

 

Und heute? Haben wir die Gegenüberstellung Kleriker-Laie überwunden? Ist der Übergang von einer Priesterkirche hin zu einer Kirche des Volkes Gottes gelungen? Wie steht es um die Katholische Aktion als ehemals bedeutende Laienbewegung in den Diözesen? Wie auch immer die Beantwortung dieser Fragen ausfällt – von Diözese zu Diözese und von Pfarre zu Pfarre wohl sehr unterschiedlich. Doch es braucht einen Weg zu einer wirklich synodalen Kirche, die den noch immer vorhandenen Geist der Über- und Unterordnung überwindet.

 

Diese Kirche muss eine Sprache der Menschen sprechen, draußen und in der Liturgie, darf sich vor den Herausforderungen der Zeit nicht drücken, braucht Kooperationen mit Organisationen außerhalb der kirchlichen Strukturen und schlussendlich Freiraum um kreativ nach Einsichten zu suchen. „Dem Geist verdankt die Gemeinde Christi, die Ekklesia, immer neue Einfälle und Wege, immer neue überraschende Gaben, Charismen und Krafterweise, außergewöhnliche und alltägliche, äußerlich feststellbare und innerlich erfahrbare….

 

Der Ewige ist Geistkraft, und wo die Geistkraft des Ewigen ist, da ist Freiheit. (2Kor 3,17[7]).“ Ermutigt zu solchem Apostolat sind alle gleichwertig: Frauen und Männer!

 

Karl Immervoll ist Bundesseelsorger der Kath. Arbeitnehmer:innenbewegung Österreichs (KABÖ)

 

Fußnoten zum Kommentar finden sich auf der Website.

 

 

 
GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT

 

Am Freitag findet wieder die Romaria - der Solidaritätsweg mit Geflüchteten statt. Diesmal im 15. Bezirk. Treffpunkt: 17:00 Uhr hinter dem IKEA beim Westbahnhof. Gehen Sie mit

 

DIES & DAS


 

Am Dienstag, den 28. April diskutieren wir, organisiert vom Welthaus, mit indigenen Frauen aus Bolivien über die Umweltzerstörung in ihrem Land und wie der Widerstand dagegen organisiert wird ...

 

Am Samstag, den 9. Mai gibt es einen Schwerpunkttag der kfb am Stephansplatz zum Thema Gesundheit ist weiblich: vielfältig, stark, unverzichtbar. Aspekte ganzheitlicher Frauengesundheit ...


Am Mittwoch, den 20. Mai versammeln wir uns um 17:30 Uhr zum nächsten Gebet für Gerechtigkeit und Frieden in der Kapelle der Jesuitenkirche ...


Am Donnerstag, den 28. Mai laden wir um 18:00 Uhr zum FairWandeln Vernetzungstreffen zum Thema "Alles in Arbeit" im Dom Museum ein ...


Am Dienstag, den 10. Juni um 19 Uhr feiern wir den Pride Prayer, den ökumenisch queeren Gottesdienst im Pride Month in der reformierten Stadtkirche in der Dorotheergasse 16 .... 

 

Und ebenfalls am 10. Juni findet unter dem Titel "Brot, Wein und Kunst" ein KA-Salon mit mit Bischof Hermann Glettler statt ...

Im KAV-Programm im Otto-Mauer-Zentrum finden Sie wieder interessante Veranstaltungen. Z.B. eine Gesprächsreihe zum Thema Generationengerechtigkeit (mit Christoph Badelt am 23.4., Peter Kirchschläger am 4.5., Katharina Rogenhofer am 19.5.), Filmmontage (z.B. „Wag the Dog“ am 11.5.) Friedensgespräche (Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Rosa Logar am 28.5.) und vieles mehr.

 

Das neue Netzwerk Frauen.Führen.Kirche - mitbegründet von KAÖ Generalsekretärin Regina Petrik - will Frauen in kirchlichen Führungspositionen in Österreich sichtbar machen, vernetzen und stärken ...


KA Generalsekretär Christoph Watz war zu Gast beim "Frühstück mit Inhalt" zum Thema Mobilität und Ressourcen in Wiener Neustadt. Das Gespräch kann hier nachgehört werden ...


Eine Zusammenfassung der Industrieviertelakademie zum Thema "Frieden" gibt es hier, außerdem ist dazu ein Artikel im Sonntag erschienen ..

 

Vom Vernetzungstreffen der Umweltverantwortlichen im Vikariat Nord zum Thema “Haltung bewahren” haben wir einen Impuls von Rudi Anschober mitgenommen zum Nachschauen... 

 

Erzbischof Josef Grünwidl lädt Sie ein, sich zum neuen kostenlosen Infoservice anzumelden: “Mit unseren regelmäßigen E-Mail Updates erhalten Sie Impulse, die Halt und Kraft geben.” Und Sie bekommen Neuigkeiten rund um die Erzdiözese Wien und ihre Einrichtungen. Jetzt zum kostenlosen Infoservice eintragen: https://gottseidank.info/ka

 

Katholische Aktion der Erzdiözese Wien

1010 Wien, Stephansplatz 6/5

 

Tel. +431515523312 | katholische.aktion@edw.or.at | www.ka-wien.at | KA auf Facebook

 

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