Biblischer Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung

Mit 1. September 2007 hat Katharina Kampl die Herausforderung der Umweltbeauftragten der Erzdiözese Wien angenommen. Der Einsatz für den Schutz der ökologischen Lebensgrundlagen gehört dabei zur größten Herausforderung.

Nach Absolvierung des Theologiestudiums in Wien, drei Jahren als Pastoralassistentin in verschiedenen Pfarren und einer kurzen Zeit als Organisationssekretärin der Katholischen Hochschuljugend hat die gebürtige Steirerin mit September dieses Jahres die Stelle der Umweltbeauftragten übernommen.

Berufliche Neuorientierung

Der pfarrlich-pastorale Dienst sei ihr sehr am Herzen gelegen, dennoch sei es Zeit für eine berufliche Neuorientierung gewesen, erläutert Kampl. Wichtig aber war für sie, innerhalb der Kirche zu bleiben. "So war es ein glücklicher Zufall, dass die Stelle als Umweltbeauftragte ausgeschrieben worden ist", meint Katharina Kampl im Gespräch mit "thema kirche".

Geplante Projekte des Umweltbüros

Für das Umweltbüro, welches im Verantwortungsbereich der Katholischen Aktion angesiedelt ist, zählen Vernetzungsarbeit und die Organisation von Projekten zu den Hauptschwerpunkten. Durch Vernetzung werde möglich, "miteinander verbunden zu arbeiten, Kontakte zu knüpfen und dadurch eine gewisse Stärke zu entwickeln", erklärt Kampl. Dies bedeutet, die Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit Pfarren und deren "Umwelt"-Pfarrgemeinderäte/innen zu konkretisieren, die Vernetzung mit Dienststellen der Erzdiözese sowie der Katholischen Aktion zu fördern sowie die Zusammenarbeit mit der ARGE Schöpfungsverantwortung zu verstärken.

Das größte Projekt ist "Autofasten" (link: www.autofasten.at), das in der Fastenzeit 2008 zum dritten Mal in der Erzdiözese Wien statt finden wird. Neben inhaltlichen Weiterbildungsangeboten wie z.B. dem Grundkurs "Nachhaltigkeit" ist der Ausbildungslehrgang "Umweltmanagement" geplant. Während der Grundkurs für alle Interessierten zugänglich ist, kann der Umweltmanagementlehrgang nur von Teilnehmerinnen und Teilnehmern absolviert werden, die in einer Pfarre oder einem Verein tätig sind. Pfarre bzw. Verein müssen hinter der Ausbildung stehen, da das Ziel die Umstrukturierung nach bestimmten ökologischen Richtlinien ist. Dies betrifft die Bereiche Heizung, Strom, Mobilität, Baumaßnahmen, Verpflegung usw. Dieser Lehrgang dauert zwei Jahre und schließt mit dem EMAS-Zertifikat (Eco-Management and Audit Scheme) ab.

Verknüpfung von Eigenverantwortung für "MITwelt" und Spiritualität

"Ich denke, dass Eigenverantwortung für unsere "MITwelt" und Spiritualität fest miteinander verknüpft sind", so die 29-Jährige. Diese Verknüpfung aufzuzeigen und diese Tatsache zu verinnerlichen hält sie für eine der größten Herausforderungen der kirchlichen Umweltarbeit.

"Spiritualität und soziales Handeln gehören zusammen - wie schon der Gedanke 'Liebe den nächsten wie dich selbst' deutlich macht", meint Kampl. So ist der 'Nächste-Bereich' ein zentraler Schlüsselbegriff für sie. "Dieser 'Nächste-Bereich' - verstanden als Schöpfung - beinhaltet alles, was uns umgibt", erläutert die Umweltbeauftragte. Dies erkläre auch, dass Spiritualität und Umweltbewusstsein untrennbar zusammengehöre.

"Fühler ausstrecken"

"Ich möchte weiter aufbauen auf dem, was meine Vorgängerin geschaffen und angefangen hat", meint Katharina Kampl. Ein Schwerpunkt wird es sein, den Bekanntheitsgrad zu steigern. "Dazu möchte ich die Fühler ausstrecken nach neuen Personen, Projekten und Dienststellen", so Kampl.

Ihre Vision sei die Verselbständigung der Übernahme von Verantwortungsbewusstsein bei jedem einzelnen. "Die Bewusstwerdung der Zusammenhänge im Sinne von 'Was ihr säht, das werdet ihr ernten' wäre mein größter Wunsch", meint die Umweltbeauftragte.

Adresse des Umweltbüros

Für Informationen und Auskünfte steht die Beauftragte des Umweltbüros der Erzdiözese Wien gerne zur Verfügung:

Mag. Katharina Kampl
Alserstraße 19
1080 Wien
Tel.: 01/8904299-3347
Mail: k.kampl@edw.or.at
HP: http://www.umwelt-edw.at/ und www.autofasten.at