|
Sozialwort des Ökumenischen
Rates der Kirchen in Österreich
5 ARBEIT - WIRTSCHAFT - SOZIALE SICHERHEIT
Arbeit – Wirtschaft – Soziale Sicherheit
Altes Testament
Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts
zu lösen,
die Stricke des Jochs zu entfernen,... an die Hungrigen dein Brot auszuteilen,
die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen. (Jesaja 58, 6-7)
Neues Testament
Es gab auch keinen
unter ihnen, der Not litt. ... Jedem wurde so viel zugeteilt, wie er nötig
hatte. (Apostelgeschichte 4, 34-35)
WIRTSCHAFTEN IM DIENSTE DER MENSCHEN
(160) Die Entwicklungen in Erwerbsarbeit und Wirtschaft stehen
im Mittelpunkt des Sorgens und Hoffens der Menschen. Doch Arbeit
ist mehr als Erwerbsarbeit, und wirtschaftliches Handeln geht weit über
das hinaus, was in den Bilanzen kleiner und großer Unternehmen
und in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der Staaten aufscheint.
Was heute erwirtschaftet wird, hat viele Quellen: die Güter
der Erde, die allen Menschen zur Nutzung anvertraut sind, die Arbeit,
die Erfahrung und das erworbene Wissen vieler Generationen, in
Betriebsanlagen und Infrastruktur investiertes Kapital, die unbezahlt
geleistete Arbeit in den unterschiedlichsten Bereichen, von der
Kindererziehung und Pflege bis hinein in die Wissenschaft, und
schließlich die aktuell geleistete Erwerbsarbeit.
Diese Zusammenhänge zu sehen ist wichtig, wenn es um das
Ziel allen Wirtschaftens und Arbeitens geht: gutes, menschenwürdiges
Leben für alle Menschen dieser Erde.
ARBEIT
ARBEITSGESELLSCHAFT IM WANDEL
(161) Wer heute von Arbeit spricht, denkt in erster Linie an Erwerbsarbeit,
obwohl es vielerlei andere Arbeit gibt. Erwerbsarbeit ist Arbeit
für Geld, die Voraussetzung für ein Leben in der modernen
Marktwirtschaft.
(162) Die Arbeitswelt, wie sie uns seit Jahrzehnten vertraut war,
ist einem tiefgreifenden Strukturwandel unterworfen, beschleunigt
durch technische Entwicklungen und weltweite Verflechtungen. An
die Stelle oft lebenslanger Beschäftigung im gleichen Beruf,
beim selben Arbeitgeber treten neue, im Lauf eines Erwerbslebens
wechselnde Jobs, neue Formen der Beschäftigung und der Zusammenarbeit,
flexible Zeitstrukturen und die Forderung nach lebenslangem Lernen.
Was für die einen mit neuen Möglichkeiten für Eigeninitiative,
Anerkennung und hohen Einkommen verbunden ist, mündet für andere
in Überforderung, Einkommensverlust und Arbeitslosigkeit. Strukturelle
Erwerbslosigkeit und Standortwettbewerb in einer globalisierten Wirtschaft
verändern die Gesellschaft und damit die Situation der Arbeitnehmer und
Arbeitnehmerinnen.
ARBEITEN, UM ZU LEBEN
(163) Erwerbsarbeit, das damit verbundene Einkommen und die daraus
resultierende soziale Absicherung sind ein zentraler Schlüssel
zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.
Deshalb wird im Sozialbericht gefordert, den Begriff Arbeit grundsätzlich
neu zu überdenken und alle Formen der Arbeit gerechter zu teilen.
Einkommen,
Selbstwert und Anerkennung
(164) Die Erwerbsarbeit ist prägender Teil der Identität einer Person.
Durch die Erwerbsarbeit und die Höhe des daraus resultierenden Einkommens
werden Menschen bewertet.
Arbeitslose und Menschen ohne Erwerbschance werden dadurch buchstäblich „wertlos“ gemacht.
Wo Erwerbsarbeit schlecht bezahlt wird oder geringes Ansehen genießt,
werden auch die Menschen abgewertet, die diese Arbeit ausüben.
Erwerbslosigkeit
(165) Deshalb ist Arbeitslosigkeit ein schweres Los. Wenn Jugendliche keine
Chance bekommen, ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden, ist dies nicht
nur eine Belastung für die jungen Menschen selbst, denen damit signalisiert
wird, dass sie nicht gebraucht werden. Jugendarbeitslosigkeit ist darüber
hinaus eine Hypothek auch für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft.
Wenn 40- und 50-Jährige keinen Arbeitsplatz bekommen, weil sie als zu
alt eingestuft werden, während gefordert wird, alle sollten länger
arbeiten, werden gesellschaftliche Widersprüche deutlich, die nicht einfach
mit dem Verweis auf die Eigenverantwortung gelöst werden können.
Männerarbeit - Frauenarbeit
(166) Die Organisation von Erwerbsarbeit ist immer noch sehr stark geprägt
vom männlichen, vollzeitbeschäftigten Arbeiter oder Angestellten.
Die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen - und mehr und mehr
auch Männern - werden dabei zu wenig zur Kenntnis genommen. Die Notwendigkeit
und Gleichzeitigkeit von unterschiedlichen Arbeitsbereichen, von Erwerbsarbeit,
Versorgungsarbeit, Eigenarbeit, ehrenamtlichen und gesellschaftlichem Engagement
muss dazu führen, bezahlte und unbezahlte Arbeit neu zu definieren und
neu zu organisieren.
(167) Viele Arbeiten, die gesellschaftlich unverzichtbar sind,
werden unbezahlt geleistet, und zwar überwiegend von Frauen:
Pflege, Betreuung oder Erziehung in den Familien und Haushalten
werden allenfalls indirekt bewertet. Auch diese Arbeit kann Anerkennung
und Selbstwert vermitteln. Das Engagement vieler Frauen für
ihre Familien und in unbezahlter Arbeit für andere ist aber
auch der wesentlichste Grund für die Armut von Frauen. Im
Alter haben viele Frauen keine, keine genügende oder keine
eigene Pension und sind dadurch von anderen abhängig.
Armut trotz Erwerbsarbeit
(168) Neue Formen der Erwerbsarbeit, sogenannte „atypische Beschäftigungsverhältnisse“,
nehmen an Bedeutung zu. Gefragt ist Flexibilität, die durchaus im Interesse
der Beschäftigten sein kann, aber auch der Einsparung von Kosten für
die Betriebe dient.
Wo diese Flexibilisierung sich in Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung,
in flexiblen Arbeitszeiten, Werkverträgen oder Schein-Selbständigkeit äußert,
ist es schwer, ausreichendes Einkommen zu erzielen. Nur teilweise oder gar
nicht sozialversicherungsrechtlich abgesichert, vermitteln diese Arbeitsverhältnisse
auch nur lückenhafte Ansprüche auf Leistungen aus der Sozialversicherung.
Die Zahl jener Menschen, die einen oder sogar mehrere Arbeitsplätze haben
und trotzdem nicht davon leben können, nimmt zu („working poor“).
Frauen sind auf Grund der Übernahme familiärer Aufgaben
oft auf Teilzeit- und geringfügige Beschäftigung angewiesen,
die meist nur in den Niedriglohnbranchen zu finden ist. So können
vor allem Alleinerzieherinnen sehr rasch in Armut geraten.
Armut und Migration
(169) Das Fehlen einer überlegten Einwanderungspolitik hat zur Folge,
dass Migrantinnen und Migranten als billige Arbeitskräfte betrachtet werden.
Saisonarbeits-Modelle behandeln Menschen wie eine Sache, die man beliebig einsetzen
und austauschen kann.
Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten und in Österreich
Schutz suchen, wird in der Regel das Recht auf Erwerbsarbeit verwehrt.
Flüchtlinge, deren Asylverfahren läuft und die in Österreich
leben, sollten nach einem gewissen Zeitraum einen Zugang zum Arbeitsmarkt
bekommen.
Gute Arbeit
(170) Da Erwerbsarbeit Identität schafft und ein wichtiger Teil des Lebens
ist, gewinnen Qualitätskriterien besondere Bedeutung. Dazu gehören
Fragen wie Gesundheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zumutbare Arbeitszeiten,
realistische Mobilitätserfordernisse. Die Zahl der kranken und „ausgebrannten“ Arbeitnehmer
und Arbeitnehmerinnen, die steigende Problematik von Mobbing und Suchtverhalten
sind Warnsignale.
Gute Arbeit gewährt ein angemessenes Einkommen, respektiert menschliche
Fähigkeiten und die Menschenwürde und bezieht sowohl das Produkt
wie die Belange der Umwelt als Kriterien ein.
(171) Von besonderer Bedeutung ist der freie Sonntag als ein wertvolles
Gut der ganzen Gesellschaft, für dessen Erhalt sich die Kirchen
gemeinsam mit vielen zivilgesellschaftlichen Kräften einsetzen.
Dienste, die für das Wohl aller unverzichtbar sind, müssen auch an
Sonn- und Feiertagen geleistet werden. Jene Menschen, die dies für die
anderen auf sich nehmen, verdienen besonderen Respekt.
(172) Arbeit ist Mitarbeit in und an der Schöpfung Gottes.
Wenn aber Arbeit Menschen ausbeutet, das Leben und die Natur nicht
achtet, ist sie mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar.
Arbeit weltweit
(173) Arbeit, die genug Einkommen zum Leben und soziale Sicherheit bietet,
ist bei globaler Betrachtung die Ausnahme. In vielen Ländern der Erde
ist Arbeitslosigkeit weit verbreitet. Einkommen aus dem informellen Sektor,
die kaum zur Deckung der notwendigsten Bedürfnisse reichen, sind die
Regel.
In den Sonderwirtschaftszonen in den armen Ländern des Südens
oder in den Transformationsländern werden vor allem Frauen
meist zu absoluten Niedrigstlöhnen beschäftigt, oft ohne
jede Form sozial- oder arbeitsrechtlicher Absicherung.
Viele Menschen in den Entwicklungsländern arbeiten in der
Landwirtschaft und im Bergbau für die Konsumgesellschaft der
reichen Länder. Dabei werden auch Kinder eingesetzt, die ihre
Gesundheit schädigen, vom Schulbesuch abgehalten werden und
jede Chance auf eine bessere Zukunft verlieren. Kinderarbeit schädigt
auch die Gesellschaft, der die für ihre Entwicklung notwendigen,
gut ausgebildeten zukünftigen Arbeitskräfte fehlen.
Das weltweit gültige Verbot der Kinderarbeit ist schwer durchsetzbar,
wenn Eltern ihre Kinder mit ihrer Arbeit nicht ernähren können.
(174) Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bemüht
sich um die Durchsetzung von Mindeststandards für Arbeiterinnen
und Arbeiter in allen Ländern der Welt. Das Ziel sind Rahmenabkommen
zwischen multinationalen Unternehmensgruppen und weltweit organisierten
Arbeitnehmervertretungen als Grundlage für weltweite Mindeststandards
im Bereich der Erwerbsarbeit.
Recht auf Arbeit und Einkommen
(175) Aus den vielen Erfahrungen mit Arbeitslosen wissen die Kirchen, dass
die meisten Menschen arbeiten wollen und dringend nach einer Arbeit suchen,
die ihnen Einkommen, Selbstwert und soziale Sicherheit vermittelt.
Es ist Aufgabe des Staates, durch eine entsprechende Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik
die Voraussetzungen für ein ausreichendes Angebot von Arbeitsplätzen
zu schaffen.
Darüber hinaus braucht es Weiterbildungsangebote und eine den Lebensbedarf
abdeckende Existenzsicherung in der Zeit der Erwerbslosigkeit, um das Recht
auf Arbeit und soziale Sicherheit zu verwirklichen.
(176) Jeder Mensch hat Würde - unabhängig von Erwerbsarbeit
und Leistung. Darum bedarf es einer gerechten Verteilung von gesellschaftlicher
Arbeit und gesellschaftlichem Einkommen.
Arbeiten zum Erhalt der Schöpfung, pflegende, vorsorgende, regenerierende
Tätigkeiten sind unverzichtbar und demgemäß zu bewerten und
existentiell abzusichern.
In diesem Zusammenhang wurde in vielen Einsendungen zum Sozialbericht die Einführung
einer bedarfsorientierten Mindestsicherung oder eines allgemeinen Grundeinkommens
zur Diskussion gestellt.
MENSCHENGERECHTE ARBEIT
Aufgaben für die Kirchen
- Die Kirchen entwickeln qualitative Kriterien für
Arbeit als Dienst in der Schöpfung. Sie unterstützen
die Anliegen der Kampagne für „Gute Arbeit“. (177)
- Die Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften bemühen
sich in ihren Organisationen und Betrieben um menschengerechte
Arbeitsbedingungen, Einkommensgerechtigkeit und Mitbestimmung der
Beschäftigten. (178)
- Die Kirchen setzen verstärkt Initiativen für
familienfreundliche Arbeitszeiten und für neue Formen des
Teilens von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und
Männern. (179)
- Die Kirchen fördern Arbeitslosen-Stiftungen und Projekte
zur Integration von arbeitslosen Menschen. (180)
- Die Kirchen unterstützen Programme für Sabbatzeiten,
zur Orientierung beim Wechsel von Tätigkeiten, bei notwendigen
Kündigungen und beim Eintritt ins Pensionsalter. (181)
FÜR EINE AKTIVE ARBEITSMARKTPOLITIK
Aufgaben für die Gesellschaft
- Die Kirchen erwarten von den politisch Verantwortlichen,
ihre Arbeitsmarktpolitik auf den Erhalt und die Neuschaffung guter,
menschengerechter, gesellschaftlich sinnvoller Arbeitsplätze
auszurichten. Besonderes Augenmerk ist dabei auf Arbeitsplätze
für junge Menschen zu richten. (182)
- Die Kirchen treten für einen Zugang aller dauerhaft
in Österreich lebenden Menschen zum Arbeitsmarkt ein. (183)
- Die Kirchen unterstützen alle Bemühungen, Frauen
am Arbeitsmarkt dieselben Chancen einzuräumen wie Männern.
Sie treten ein für gleiche Bezahlung gleichwertiger Arbeit.
Gleichzeitig unterstützen sie Bemühungen, bezahlte und
unbezahlte Arbeit zwischen Frauen und Männern gerechter zu
teilen. (184)
- Die Kirchen fordern die Bereitstellung ausreichender Mittel
für die Schulung und Integration arbeitsloser Menschen in
das Erwerbsleben. Dabei erwarten sie einen respektvollen und den
jeweiligen Fähigkeiten entsprechenden Umgang mit den Arbeitsuchenden.
(185)
- Die Kirchen setzen sich ein für die Sicherung von
Zeitwohlstand in Form gemeinsamer freier Zeiten. Dies bedingt auch
die Beibehaltung des arbeitsfreien Sonntags, als wesentliches Element
gesellschaftlicher Lebensqualität. (186)
WIRTSCHAFT
MENSCHENGERECHT WIRTSCHAFTEN
(187) Wirtschaft ist auf menschliches Leben ausgerichtet. Das
bedeutet: Wirtschaft muss nicht nur sachgerecht, sondern auch menschen-
und gesellschaftsgerecht sein und die Belange zukünftiger
Generationen und der Umwelt mit einbeziehen.
Die Erfüllung dieser Anforderungen ist keineswegs selbstverständlich,
wenn der Mensch primär als Produktionsfaktor gesehen und den Gesetzen
des freien Marktes nach den Regeln einer globalen Wirtschaft unterworfen wird.
Ökonomisches Handeln im ursprünglichen Sinn bedeutet,
mit möglichst wenig Aufwand ein möglichst gutes Ergebnis
zu erzielen. Dazu gehört ein schonender, sparsamer Umgang
mit Ressourcen, auch solcher, die (noch) nicht in Geldwert berechnet
werden, wie etwa der Verbrauch sauberer Luft oder die Verunreinigung
von Grundwasser.
Wird wirtschaftliche Effizienz ausschließlich an der Erzielung möglichst
hoher Gewinne bemessen, bleiben diese Zusammenhänge unberücksichtigt.
Marktwirtschaft bedarf sozialer und ökologischer Rahmenbedingungen,
damit sie dem Leben dient und auf Dauer erfolgreich ist.
Verschiedene Wirtschaftsweisen
(188) Marktwirtschaftliche Kriterien werden mehr und mehr auf jene Bereiche
des Wirtschaftens übertragen, die bisher nicht über den Markt organisiert
waren. So werden gemeinwirtschaftliche Unternehmungen nach marktwirtschaftlichen
Kriterien beurteilt, obwohl sie auch Leistungen erbringen müssen, die
nicht marktfähig sind.
(189) Gemeinnützige Wohlfahrtseinrichtungen müssen sich
der Konkurrenz gewinnorientierter Betriebe stellen, für die
die Versorgung ärmerer Pflege- und Hilfsbedürftigen nicht
im Vordergrund steht.
Was am Markt nicht bezahlbar ist, wird Wohlfahrtseinrichtungen und dem Hauhaltssektor
- und damit in der Regel der unbezahlten Arbeit der Frauen - überlassen.
WIRTSCHAFT IST MEHR ALS MARKT
(190) So wie nicht allein Erwerbsarbeit Arbeit ist, so ist auch
Wirtschaft mehr als das, was in Geld bewertet und nach den Kriterien
des Marktes organisiert wird. Wirtschaftsleistungen werden auch
in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, im Gesundheits-
oder Justizwesen erbracht. Leistungen der privaten Haushalte wie
Erziehung der Kinder oder Pflege kranker und alter Menschen haben
wirtschaftlichen Wert, auch wenn sie nicht bezahlt werden. Soziale
Dienste von Wohlfahrtsverbänden oder Kulturinitiativen haben
wirtschaftliche Bedeutung. Diese gemeinwohl-orientierten Bereiche
der Wirtschaft sind Voraussetzung für das Funktionieren der
formellen Wirtschaft. Sie machen ein „Leben in Würde“ und
eine gute Versorgung für alle erst möglich.
Auch Tauschkreise, Fahrgemeinschaften und ähnliche Formen
nicht-monetärer Unterstützung auf der Basis von Gegenseitigkeit
schonen nicht nur Ressourcen, sondern erleichtern und bereichern
das Leben der Beteiligten.
Markt und sozialer Ausgleich
(191) Wo der Markt sich selbst überlassen bleibt, entsteht Ungleichverteilung
von Einkommen, Vermögen und Beteiligungschancen. Aufgabe der Politik ist
es, durch Bereitstellung einer allen zugänglichen Infrastruktur, durch
eine ausgleichende Steuer- und Sozialpolitik, durch rechtliche Regelung von
Arbeit und Wirtschaft dafür zu sorgen, dass alle Menschen einen gerechten
Anteil an den gemeinsam erwirtschafteten Gütern und Leistungen erhalten
und menschenwürdig leben können.
Staatsaufgaben
(192) Der Staat ist kein Unternehmen, das allein nach marktwirtschaftlichen
Gesichtspunkten handeln kann. Politik muss auf das Gemeinwohl ausgerichtet
sein. Tatsächlich werden politische Entscheidungen häufig allein
nach wirtschaftlichen Effizienzkriterien getroffen.
Zudem wächst die Konkurrenz zwischen Staaten um Standortvorteile
und Investitionen. Transnationale Konzerne stellen Bedingungen,
um Standorte zu erhalten oder sich anzusiedeln; die öffentliche
Hand sieht sich gezwungen, solche Unternehmen entsprechend zu subventionieren.
Unter dem Hinweis auf Deregulierung jenseits der Staatsgrenzen
wird versucht, politisch und in der Öffentlichkeit Druck zu
erzeugen, um Auflagen und Schutzmaßnahmen sozialer und ökologischer
Zielsetzung abzubauen und Deregulierung durchzusetzen.
Chancen der Staatengemeinschaft
(193) Gemeinsam haben Staaten in der Europäischen Union Möglichkeiten,
sich im Standortwettbewerb nicht gegeneinander ausspielen zu lassen. Durch
eine koordinierte Steuerpolitik müssten sie dafür sorgen, dass ihnen
die für die Finanzierung ihrer Aufgaben notwendigen Mittel zur Verfügung
stehen. Gemeinsam könnten sie Maßnahmen ergreifen, um das Ausweichen
von Unternehmen auf Steueroasen einzudämmen.
Forschung und Entwicklung
(194) Mehr und mehr zur gemeinsamen Aufgabe der Europäischen Union werden
Investitionen in Grundlagen- und angewandte Forschung.
Der damit verbundene positive Wettbewerb zwischen Staaten und
Standorten verlangt von jedem einzelnen Land entsprechende Investitionen in
Universitäten und Forschungseinrichtungen ebenso wie gemeinsame Anstrengungen
im Rahmen der Europäischen Union. Ohne ständige wissenschaftliche
und technische Weiterentwicklung wird weder die österreichische Wirtschaft,
noch jene der Europäischen Union ihre Stellung im globalen Wettbewerb
bewahren können.
VERANTWORTUNGSBEWUSST WIRTSCHAFTEN
Aufgaben für die Kirchen
- Die Kirchen suchen aktiv das Gespräch zu Fragen der
Wirtschaftsethik und den Erfahrungsaustausch mit Vertretern und
Vertreterinnen von Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Die
Kirchen bringen ihre speziellen Erfahrungen aus dem Bereich der
Non-Profit-Betriebe und Sozialeinrichtungen in das Gespräch
ein. (195)
- Die Kirchen nehmen ihre wirtschaftliche Verantwortung
in den lokalen und regionalen Wirtschaftskreisläufen wahr.
In ihrer Einkaufs- und Beschäftigungspolitik orientieren sie
sich an lokalen und regionalen Gegebenheiten. (196)
- In ihren eigenen Institutionen verwenden die Kirchen nach
Möglichkeit fair gehandelte und ökologische Produkte.
(197)
- In ihren eigenen Wirtschaftsbetrieben bemühen sich
die Kirchen um die Umsetzung ökologischer und sozialer Alternativen.
(198)
- Die Kirchen wollen in ihren Verkaufsstellen für eigene
oder Dritte-Welt-Produkte den Verkauf mit Informations-Angeboten,
etwa über fairen Handel oder ökologische Landwirtschaft,
verbinden. (199)
- Die Kirchen unterstützen Tauschkreise und ähnliche
Einrichtungen, auch durch Bereitstellung von Räumen und organisatorischer
Hilfestellung. (200)
- Die christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften
in Österreich prüfen die Möglichkeiten, ihr Vermögen
vorwiegend in solchen Fonds anzulegen, die in Unternehmen investieren,
die ihre Tätigkeit in überprüfbarer Weise nach Umwelt-,
Sozial- und Menschenrechtskriterien ausrichten. (201)
- Auch Christen und Christinnen sind aufgerufen, verantwortliches
Wirtschaften in ihrem eigenen Lebensbereich umzusetzen und in ihren
Geld- und Vermögensanlagen auf ethisches Investment zu achten.
(202)
FÜR EIN NEUES LEITBILD DES WIRTSCHAFTENS
Aufgaben für die Gesellschaft
- Die Kirchen treten ein für ein umfassendes Wirtschaftsverständnis,
das die verschiedenen Ebenen des Wirtschaftens, insbesondere den
Non-Profit-Bereich, einbezieht. Für letzteren verlangen sie
transparente und faire Rahmenbedingungen im Vergleich mit öffentlichen
oder der öffentlichen Hand nahestehenden Anbietern. (203)
- Die Kirchen fordern die politisch Verantwortlichen auf,
sich für gemeinschaftliche EU-Regelungen einzusetzen, um den
für alle schädlichen Standortwettbewerb in Bezug auf
Steuern, soziale und ökologische Regelungen durch Kooperation
einzudämmen. (204)
- Die Kirchen erwarten vom Staat, entsprechende Mittel für
Forschung und Entwicklung zur Verfügung zu stellen. (205)
- Die Kirchen treten ein für ein gerechteres Steuersystem,
das die Belastung der Erwerbsarbeit durch Steuern und Abgaben verringert,
dafür andere Faktoren stärker belastet. (206)
- Die Kirchen treten dafür ein, dass Wirtschaftsbetriebe
ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, zum Beispiel durch
die Selbstverpflichtung zu „Corporate Social Responsibility“.(207)
- Die Kirchen treten ein für die Erstellung einer Sozial-,
Geschlechter- und Umweltbilanz als zusätzliches Kriterium
für wirtschaftspolitische Entscheidungen. (208)
SOZIALE SICHERHEIT
SOLIDARITÄT UND FREIHEIT
(209) Solidarität und Gemeinwohl zu fördern ist Aufgabe
staatlicher Politik. Wo sich die Rahmenbedingungen dieser Politik ändern,
wird immer häufiger der Rückzug des Staates gefordert.
Dies trifft auch die in den meisten europäischen Ländern
solidarisch organisierte Absicherung zentraler Lebensrisiken wie
Krankheit, Alter und Erwerbslosigkeit.
Sozialstaat im Wandel
(210) Die Notwendigkeit, sozialstaatliche Einrichtungen und soziale Sicherungssysteme
immer wieder neu den gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen, ist zwar
allgemein anerkannt, trotzdem entstehen Ängste, wenn die Veränderungen
schwer einschätzbar und nicht durchschaubar sind, Sicherheit und Lebensplanung
in Frage gestellt scheinen.
(211) Welche „öffentlichen Güter“ soll ein
Staat seinen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung
stellen? Wie soll anderen EU-Bürgern und Bürgerinnen,
Ausländerinnen und Ausländern unterschiedlicher Herkunft
ein gerechter Zugang zu sozialstaatlichen Leistungen ermöglicht
werden? Wie soll das Gesundheitssystem weiterentwickelt, die Pflege
alter Menschen gesichert werden? Dies sind grundsätzliche
Fragen, die in naher Zukunft gelöst werden müssen, um
neue Formen der Ungleichheit und das Zerbrechen der Solidarität
zu vermeiden, und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.
FREIHEIT BRAUCHT SICHERHEIT
(212) Sozialstaat und Freiheit, Solidarität und Individualität
schließen einander nicht aus, sondern bedingen und ergänzen
einander. Der Sozialstaat ist Voraussetzung dafür, dass die
Werte von Individualität und Freiheit nicht nur ein Privileg
der Einkommensstarken und Vermögenden sind, sondern allen
Menschen zukommen.
Gesellschaftlicher Reichtum
(213) Soziale Sicherheit macht Gesellschaften nicht arm, sondern ist ein wesentliches
Element des sozialen Zusammenhalts. Soziale Investitionen wirken sich auch ökonomisch
positiv aus. Ein gut ausgebautes System von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen
ermöglicht ein hohes Qualifikationsniveau. Ein allen zugängliches
Gesundheitssystem, eine gut funktionierende Infrastruktur bieten die Grundlagen
einer erfolgreichen Wirtschaft. Die solidarische Absicherung von Risiken
wie Arbeitslosigkeit und Alter sind Reichtums- und Wohlstandsindikatoren
einer Gesellschaft.
Dieser Wohlstand, der keine Gruppe ausschließt, sondern darauf abzielt,
möglichst viele einzuschließen, ist ein positives Element des Wirtschaftsstandortes Österreich
und eine Grundlage der Lebensqualität aller, die zu erhalten eine wesentliche
Aufgabe ist.
Effizienz und Sicherheit
(214) Die Stärke der Sozialversicherungen liegt in der großen Zahl
der Mitglieder und Beitragszahler und im solidarischen Ausgleich. In den österreichischen
Krankenversicherungen sind rund 99% aller Menschen dieses Landes im Falle von
Krankheit geschützt und können alle entsprechenden Einrichtungen
in Anspruch nehmen. In ähnlicher Weise sind alle Beschäftigten auf
die eine oder andere Art Mitglied einer solidarischen Pensionsversicherung,
die ihnen den Lebensunterhalt im Alter sichert.
Die laufend einbezahlten Beiträge zu diesen Versicherungen werden nicht
von Banken verwaltet oder in Fonds angelegt, sondern laufend an die Pensionsbezieher
und Pensionistinnen ausbezahlt. Dieses Umlagesystem ist, wie sich in Jahrzehnten
gezeigt hat, wesentlich sicherer als private Versicherungssysteme, die vom
Kapitalmarkt und den Börsen abhängig sind.
Laufender Reformbedarf
(215) Veränderungen sind notwendig, wenn sich die Verhältnisse ändern:
wenn die Lebenserwartung steigt und damit die Zahl der älteren Menschen
im Verhältnis zu den aktiv Erwerbstätigen, wenn die Ausbildung länger
dauert, die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsjahre geringer wird
und damit auf ein Beitragsjahr immer mehr Pensionsjahre entfallen.
Im Bemühen um solidarische Lösungen dürfen junge und ältere
Menschen mit ihren jeweils berechtigten Anliegen nicht gegeneinander ausgespielt
werden.
(216) Um die Pensionen auch in Zukunft zu sichern, sind im Hinblick
auf die Veränderungen in der Erwerbsarbeit spezielle Maßnahmen
notwendig. Die zunehmende Flexibilisierung wird zu Lücken
in den Erwerbskarrieren führen, und damit zu niedrigen Pensionen,
weil das Pensionssystem auf der Vorstellung einer Normalarbeitskarriere
mit durchgängigem Versicherungsverlauf über Jahrzehnte
aufbaut. Frauen tragen dabei ein besonderes Risiko, weil sie auf
Grund von Kindererziehung und Übernahme unbezahlter Arbeit
kaum die Voraussetzungen für eine entsprechende Pension erreichen.
Um zu vermeiden, dass Frauen nach Teilzeitarbeit in Niedriglohnbranchen
im Alter in Armut leben müssen, sind dringend die Voraussetzungen
für eine eigenständige Pension für Frauen zu schaffen.
(217) Im medizinischen Bereich sind in Zukunft steigende Kosten
zu erwarten durch die Fortschritte der Medizin und die damit in
Zusammenhang stehende zunehmende Zahl alter Menschen. Damit wird
auch ein Zuwachs an Pflegebedürftigen erwartet.
Für einen bedarfsgerechten Ausbau der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste
fehlt es an qualifizierten Pflegekräften, und ebenso am entsprechenden
finanziellen Engagement der Kostenträger. Beides wird aber nötig
sein, um einen echten Notstand im Pflegebereich abzuwenden.
(218) Die wichtige Einführung des Pflegegeldes allein reicht
nicht aus, die aktuellen Probleme der Pflege zu lösen; für
die Zukunft wird es nicht nur mehr und bessere institutionelle
Möglichkeiten, sondern auch verstärkte Hilfe und entsprechende
Unterstützungsangebote für pflegende Familienangehörige
geben müssen.
Solidarische Finanzierung
(219) Die Finanzierbarkeit oder Unfinanzierbarkeit von Krankenversicherung
und Pensionen ist in hohem Maße, wenn auch nicht ausschließlich,
eine Frage des politischen Willens und einer ausgewogenen Verteilung der
Lasten.
Unter dem Vorwand der Unfinanzierbarkeit die Risiken zu privatisieren und damit
die Schwächeren überdurchschnittlich zu belasten, bedroht den solidarischen
Zusammenhalt.
Dieser ganze Fragenbereich mit seinen großen Herausforderungen bedarf
eines kompetenten Zusammenwirkens aller gesellschaftlichen Kräfte, um
nachhaltige - und nicht nur kurzfristige - Lösungen zu finden.
Armut bekämpfen
(220) Trotz gut ausgebauter sozialer Netze gibt es in Österreich rund
300.000 Menschen, die in akuter Armut leben. Um auch all jenen, die auf Grund
nicht erzielbarer oder zu niedriger Erwerbseinkommen keinen Anspruch auf Leistungen
aus den Sozialversicherungen wie Arbeitslosengeld oder Pensionen erheben können,
ein existenzsicherndes Einkommen zu ermöglichen, braucht es Maßnahmen
einer Mindestsicherung.
Zugang zu allgemeinen Gütern
(221) Der Zugang zu sozialen Dienstleistungen in hoher Qualität muss für
alle, unabhängig von Einkommen und Herkunft, gesichert werden. Öffentliche
Güter beziehen ihre Legitimität und gesellschaftliche Anerkennung
daraus, dass sie, von allen finanziert, auch allen in gleichem Maße zugänglich
sind. Sie sind die politische Konkretisierung sozialer Rechte, wie des Rechtes
auf soziale Sicherheit, Gesundheit, Bildung, Wohnen und Arbeit.
Öffentliche Güter und Dienstleistungen sind Ausdruck institutionalisierter
Solidarität.
Steuern und Abgaben
(222) Steuern müssen dem Staat die Erfüllung seiner Aufgaben ermöglichen.
Steuerentlastungen müssen unter dem Blickwinkel der Wirtschaftsleistung,
aber auch in ihren Auswirkungen auf Arbeitsplätze, auf Staatsausgaben
und auf die Verteilung innerhalb der Bevölkerung betrachtet werden.
(223) Es ist nicht unerheblich, wer von Steuern und Abgaben, die
zum Ausgleich von Entlastungen an anderer Stelle wieder eingehoben
werden müssen, betroffen ist. Selbstbehalte bei Inanspruchnahme ärztlicher
Leistungen treffen Kranke und damit überproportional Familien
und ältere Menschen; höhere Sozialabgaben verteilen sich
auf alle, belasten jedoch die Löhne und die Lohn-Nebenkosten.
Es ist Aufgabe der Politik, bei der Festlegung von Steuern und Abgaben diese
Zusammenhänge zu berücksichtigen.
Ein „schlanker Staat“ kann kein Selbstzweck sein.
(224) Mit einer Sozialverträglichkeitsprüfung, die auch
die Auswirkungen auf das Verhältnis der Geschlechter einbezieht,
könnten Auswirkungen von Gesetzen oder budgetären Maßnahmen
besser und transparenter beurteilt werden. Eine breite, öffentliche
Diskussion könnte überdies dazu beitragen, Verunsicherung
in der Bevölkerung zu vermeiden und sicherstellen, dass gesetzliche
Regelungen haltbar sind.
EINSATZ FÜR SOZIALEN ZUSAMMENHALT
Aufgaben für die Kirchen
- Die Kirchen treten ein für eine den heutigen Herausforderungen
entsprechende Weiterentwicklung des Sozialstaates und deshalb für
eine breite Diskussion aller gesellschaftlichen Kräfte darüber,
wie eine grundlegende sozialpolitische Absicherung für alle
eingerichtet werden kann. (225)
- Die Kirchen wenden in ihrer „vorrangigen Option
für die Armen“ diesen ihre besondere Aufmerksamkeit
zu. Im Sinne der Anwaltschaft engagieren sie sich zugunsten der
Benachteiligten - und gemeinsam mit ihnen. (226)
- Die Kirchen beteiligen sich an Allianzen mit zivilgesellschaftlichen
Gruppierungen wie der Armutskonferenz, um für die genannten
Anliegen gemeinsam einzutreten. (227)
- Die Kirchen ermutigen junge Menschen zu freiwilligen sozialen
Diensten und setzen sich ein für entsprechende Rahmenbedingungen.
(228)
- Die Kirchen setzen in Einrichtungen wie Caritas und Diakonie
ihre personellen und finanziellen Mittel ein, um Menschen in Notlagen
rasch und wirksam zu helfen. (229)
SOZIALSTANDORT ÖSTERREICH
Aufgaben für die Gesellschaft
- Die Kirchen treten ein für einen aktiven Sozialstaat,
der unersetzlich ist, um sozialen Risiken wie Verarmung und Ausgrenzung
entgegenzuwirken. (230)
- Die Kirchen setzen sich ein für eine Sozialverträglichkeitsprüfung,
um die Folgewirkungen von Gesetzen auf die verschiedenen Gruppen
der Gesellschaft, und insbesondere auf Frauen und Familien abzuschätzen.
(231)
- Die Kirchen treten ein für die Weiterentwicklung
des umlagefinanzierten Pensionsversicherungssystems in einer Form,
die die Solidarität zwischen der Jugend und der älteren
Generation stärkt. Dabei ist auch eine eigenständige
Alterssicherung für Frauen vorzusehen. (232)
- Die Kirchen erachten es für notwendig, dass für
eine ausreichende finanzielle und infrastrukturelle Absicherung
des steigenden Pflegebedarfs vorgesorgt wird: durch Valorisierung
des Pflegegeldes, Aufwertung und Ausbau der mobilen Betreuungs-
und Pflegedienste, Tagesstätten und Hospizangebote. (233)
- Die Kirchen fordern eine flächendeckende, umfassende
Versorgung von Asylwerbern in Österreich. (234)
- Die Kirchen fordern die Sicherstellung des Zugangs zu
Grundversorgungsgütern wie Wasser, Energie und öffentlichem
Verkehr und zu öffentlichen Gütern wie Bildung und Gesundheit
für alle. (235)
|