16.516 Unterschriften gegen die Sonntagsöffnung bei der EURO 2008

Katholische Aktion übergibt Unterschriftensammlung an Vizebürgermeisterin Brauner

Am 25. Oktober 2007 hat die Präsidentin der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien, Christa Buzzi, 16.516 Unterschriften gegen die Sonntagsöffnung bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 an Vizebürgermeisterin Renate Brauner übergeben. Von den 16.516 Unterschriften sind 80% aus Wien, der Rest aus Niederösterreich.

Foto: Rupprecht www.kathbild.at

Christa Buzzi zeigt sich über die hohe Zahl der Unterschriften sehr erfreut: „Wir haben mit maximal 10.000 gerechnet, dass es jetzt so viel geworden sind, zeigt auch die Sorge der Menschen um den freien Sonntag. Noch heute melden sich Menschen bei uns, die unbedingt noch bei der Aktion mitmachen wollen.“

Die KA-Präsidentin hofft auch weiterhin, dass zum Thema Sonntagsöffnung bei der EURO 08 in Wien noch nicht das letzte Wort gesprochen ist: „Auch wenn es eine Rahmenvereinbarung gibt, heißt das noch lange nicht, dass diese auch ausgenutzt werden muss. Die Wienerinnen und Wiener, aber auch viele ArbeitnehmerInnen aus Niederösterreich und dem Burgenland haben sich ihre freien Sonntage mit ihren Familien und Freunden im Juni redlich verdient.“

Ebenfalls übergeben hat die Präsidentin zwei Untersuchungen aus Deutschland über den volkswirtschaftlichen Wert bzw. die Impulse für die Wirtschaft durch die Fußball-WM 2006, die keine nennenswerten konjunkturellen Impulse aus der WM zeigen und die im Vorfeld gemachten euphorischen Vorhersagen widerlegen. „Hier zeigt sich, dass längere Öffnungszeiten und verkaufsoffene Sonntage sich besonders an Spieltagen als Flop erwiesen haben“, sagt Christa Buzzi. Den höheren Kosten für Personal standen kaum mehr Umsätze gegenüber, analysierte zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer Stuttgart.

Damit hat sich bei der WM in Deutschland nur eine Erkenntnis fortgesetzt, die schon bei der Fußball-WM 1998 in Frankreich, der EM 2004 in Portugal 2004 und den Olympischen Spielen in Griechenland gemacht worden ist: Zusätzliche Touristenströme gab es anlässlich dieser Großereignisse keine, analysierte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Wien.

Dass man "Aus deutschen WM-Fehlern gelernt habe", wie der neue Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner gesagt hat, wird man erst dann sagen können, wenn Wien auch auf die Sonntagsöffnung verzichtet: „Wir werden weiter dafür eintreten, dass die Öffnung gar nicht kommt bzw. auf einen ganz kleinen Bereich beschränkt wird. Bier, Essen und Fanartikel sind kein ausreichender Grund für ein Aufsperren in Wien“, sagt die Präsidentin, „und das ist die eindeutige Erkenntnis aus den deutschen Studien.“