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Nein zu umfassender Sonntagsöffnung bei EM 2008
KA fordert mehr kultur- und völkerverbindende Initiativen
Ein klares Nein zu einer Sonntagsöffnung von Geschäften
in ganz Wien zur Fußball-Europameisterschaft 2008 sagt die
Präsidentin der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien,
Christa Buzzi. „Warum soll zum Beispiel ein Baumarkt oder
ein Möbelgeschäft an der Peripherie Wiens an den vier
Sonntagen während der EM offen halten? Warum sollen tausende,
vielleicht sogar zehntausende Angestellte in den Geschäften
stehen müssen, statt den Sonntag mit ihren Kindern im Bad,
bei Ausflügen oder vielleicht sogar bei einem Fußballspiel
zu verbringen?“, fragt die KA-Präsidentin.
Für eine Öffnung in einer kleinen Tourismuszone hat
sie bisher keine großen Einwände gehabt, sagt Christa
Buzzi. „Angesichts der schon jetzt aufkommenden Debatte,
dass diese Ausnahme dann der Türöffner für eine
breitere Ladenöffnungsregelung am Sonntag sein kann, halte
ich das aber nicht mehr wirklich für eine gute Idee. Viel
zu viele Lobbyisten warten leider nur auf so eine Gelegenheit,
um dann die Politik und die öffentliche Meinung noch mehr
unter Druck zu setzen“, bedauert Christa Buzzi. Eine ähnliche
Entwicklung hat es in Deutschland gegeben, wo nur wenige Monate
nach der „Probe“ bei der Fußball-WM dann die
Sonntagsöffnung auch für das restliche Jahr fast ganz
freigegeben wurde: „Daher ist es wohl besser auch für
die Euro 2008 zu sagen `Hände weg von der Sonntagsöffnung`,
solange es keine ausreichenden Garantien gebe, dass dies eine einmalige
Ausnahme ist“.
Die Fußballeuropameisterschaft sieht die KA-Präsidentin
als eine große Chance, vielen Gästen aus Europa Wien
so zu präsentieren, dass sie gerne und oft wiederkommen. Als
besonders wichtig dafür erachtet Christa Buzzi kulturelle
Initiativen: „Es wäre zum Beispiel wichtig, dass es
in Wien in allen Museen in dieser Zeit gratis Eintritt gibt. Ebenso
gut wäre es, wenn es viele attraktive Möglichkeiten gibt,
Wien abseits der Fanmeilen und Fußballstadien kennen zu lernen.
Das würde für die Stadt viel mehr bringen als den Einkaufsrausch
zu fördern.“
Außerdem muss Wien diese Chance nutzen, um völkerverbindende
Initiativen zu setzen. „Leider ist das Thema des Zusammenwachsens
von Ost- und Westeuropa nach dem EU-Beitritt vieler Staaten 2004
rasch wieder eingeschlafen, sagt Christa Buzzi. Schon anlässlich
des EU-Beitritts gab es in Österreich fast überhaupt
keine Initiativen mehr. Die Fußball-Europameisterschaft 2008
wäre ein hervorragender Anlass, völkerverbindende Maßnahmen
ins Zentrum der Aktivitäten zu rücken. Hier ist die Stadt
Wien gefragt, rasch und umfassend initiativ zu werden. So eine
Chance wird Wien in den nächsten Jahren nicht bekommen. Damit
könnte sich Wien auch eindeutig als Drehscheibe der Völkerverständigung
positionieren.
„Leider ist derzeit hauptsächlich von 'Public Viewing
Areas' die Rede, während von anderen Angeboten wenig zu hören
ist“, bedauert Christa Buzzi. „Aufgabe der Wiener
Stadtregierung sollte es aber nicht sein, mit dem Mainstream zu
schwimmen und nur für die Wirtschaft optimale Bedingungen
zu ermöglichen. Es wäre wünschenswert, wenn der
Schwerpunkt der Stadt auf Aktivitäten abseits der Fanmeilen
liegen würde. Das kann die Wirtschaft auch ohne die Stadt
sehr gut organisieren.“
Weitere Informationen zum arbeitsfreien Sonntag gibt es bei der „Allianz
für den freien Sonntag“: http://www.freiersonntag.at/
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