Arbeitsfreier Sonntag - Niederösterreichische Politik hält sich Schlupfloch frei 
Katholische Aktion zum 3. März - Internationaler Tag des Freien Sonntags

Als zu wenig eindeutig bezeichnen die Präsidentin der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien, Christa Buzzi, und der KA-Präsident der Diözese St.Pölten, Roman Fröhlich, die Antworten der niederösterreichischen Landtagsparteien zur Sonntagsöffnung bei der EURO 08.

Einzig die Spitzenkandidatin der Grünen, Madeleine Petrovic, hat sich klar und deutlich gegen einen Sonntagsöffnung ausgesprochen. „Wir sehen keinen Grund, ausgerechnet für die Fußballeuropameisterschaft von diesem bewährten österreichischen Modell abzuweichen und befürchten, dass der Druck in Richtung Öffnung zunimmt und diese Forderung (Sonntagsöffnung während der EM) einen Schleuseneffekt haben könnte.“

Die freiheitliche Partei spricht sich zwar prinzipiell für den arbeitsfreien Sonntag aus, kann sich aber während der Fußballeuropameisterschaft eine Ausnahmeregelung rund um Wien vorstellen.

Enttäuschend sind die Antworten von ÖVP und SPÖ: „Da NÖ nicht Austragungsort von EM-Spielen ist und bislang von keiner Seite - auch nicht vom NÖ Handel - irgendwelche Begehren in Richtung einer Sonntagsöffnung an das Land herangetragen wurden, gibt es auch keine Überlegungen in diese Richtung und sehen wir keinen Handlungsbedarf“ ist die Antwort aus dem Büro von Landesrat Gabmann. Ähnlich die Antwort der SPÖ.

Für Roman Fröhlich und Christa Buzzi sind das bedenkliche Zeichen: „Von beiden Parteien wird eine Sonntagsöffnung zur EURO 08 noch immer nicht gänzlich ausgeschlossen. Angesichts der Tatsache, dass der arbeitsfreie Sonntag in der niederösterreichischen Landesverfassung steht, sind diese schwammigen Aussagen eine bedenkliche Entwicklung. Vor Landtagswahlen würden wir uns für die Wählerinnen und Wähler eindeutige klare Aussagen wünschen. Wenn es nach der Landtagswahl zu einem Meinungsumschwung kommen sollte, werden wir das sicher nicht hinnehmen.“

Die beiden KA-Präsidenten sehen die Aussagen der niederösterreichischen PolitikerInnen als Auftrag, das  Bewusstsein für den Wert des arbeitsfreien Sonntags sowohl bei PolitikerInnen als auch in der Bevölkerung wieder mehr in den Vordergrund zu stellen: „Wirtschaftliche und tagespolitische Interessen vor gesellschaftlichen Werten wie Familie und gemeinsame Freizeit einzustufen, halten wir für bedenklich.“

Der heutige 3. März wird heuer in einigen Ländern erstmals als "Internationale Tag des Freien Sonntags" begangen, so auch in Österreich. 2006 hatten Mitglieder der deutschen "Allianz für den freien Sonntag" herausgefunden, dass am 3.3.321 der gesetzliche Schutz des freien Sonntags seinen Anfang genommen hatte und in einer öffentlichen Aktion auf dieses denkwürdige Datum aufmerksam gemacht: Am 3. März 321 war ein Edikt von Kaiser Konstantin im gesamten Römischen Weltreich rechtskräftig geworden.

Weitere Informationen zum internationalen Tag des Sonntags: http://www.freiersonntag.at/