Mittwoch 22. November 2017
Gesellschaft

Kirchen reden nicht nur von der Umwelt sondern handeln

Minister Rupprechter und Diözesanbischof Alois Schwarz würdigen bei „10 Jahre kirchliches Umweltmanagement“ den wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und der Lebensgrundlagen.

"Die Kirchen reden nicht nur von der Umwelt, sondern erweisen sich in konkreten Maßnahmen als Hüter und Bewahrer der Schöpfung. Dankbar für alle Initiativen der Ermutigung zu nachhaltigem Denken und Handeln wünsche ich mir einen konsequenten schöpfungsbewussten Lebensstil mit Vorbildcharakter", sagte Diözesanbischof Alois Schwarz bei der gemeinsamen Festveranstaltung anlässlich „10 Jahre kirchliches Umweltmanagement“ der Umweltbeauftragten der Katholischen und Evangelischen Kirchen Österreichs gemeinsam mit dem Umweltministerium am 1. Dezember 2016.

 

Dem Land eine sonnige Zukunft geben

„Ich bin dankbar dass wir in der Kirche nicht nur reden sondern auch handeln. So können wir vorzeigen, in einer Demokratie zu leben ist nicht nur wählen zu gehen, sondern auch zu Handeln“, betonte Schwarz. Das umfasse das augenblickliche Fühlen, das Vorgehen und das augenblickliche Handeln. „Damit kommen wir ans Licht. In Umweltfragen dürfen wir nicht in Staatsgrenzen denken. Wir haben nur eine Welt, die wir mitzugestalten haben. Dazu brauchen wir Vorbilder in der Umweltarbeit und im Umweltmanagement. Ich bin dankbar für das gute Handeln, für dieses dem Land eine sonnige Zukunft geben“, schloss der Diözesanbischof.

 

„Es geht um die Bewahrung der Lebensgrundlagen und der Lebenschancen für die künftigen Generationen. Mit ihrem Engagement wirken die Diözesen und die kirchlichen Einrichtungen aktiv am Klimaschutz mit“, sagte Umweltminister Andrä Rupprechter und verwies auf den engagierten Einsatz für die Nachhaltigkeit in den Diözesen. Dazu brauche es Personalität, also „Entscheidungen zu treffen zwischen Gut und Böse“, Solidarität, zu „wissen das es um das Gemeinwohl geht, wo keiner an den Rand der Gesellschaft gestellt wird“ und um Subsidiarität, „um die Stärkung der kleinsten Zellen wie der Familie“ sich verantwortlich zu sehen, sagte der Minister.

 

Mit der Enzyklika „Laudato Sí“ habe Papst Franziskus das Prinzip der Nachhaltigkeit eingefordert, aber auch „harsche Kritik geübt am Prinzip der Anthropozentrik“. Er machte klar: „Es geht nicht um das Herrschen sondern um das Behüten“, so Rupprechter. Wenn nun schon  über 115 Staaten der Welt den Klimavertrag von Paris ratifiziert haben, gehe es jetzt um die Umsetzung, um die Energiewende, die Mobilitätswende. „Jeder einzelne hat Verantwortung und kann etwas tun. Mit der täglichen Entscheidung, z.B. beim Einkauf, können wir der Nachhaltigkeit den Vorrang geben“, betonte Rupprechter und schloss mit: „Vielen herzlichen Dank für ihre großartige Arbeit“.

 

Markus Gerhartinger vom KA- Umweltbüro …

Die kirchliche Umweltarbeit in Österreich könne zahlreiche Erfolge vorweisen, sagte Ernst Sandriesser vom kirchlichen Referat für Schöpfungsverantwortung. Besonders hervorzuheben sei das 2006 initiierte ökumenische Projekt "Kirchliches Umweltmanagement", in dem "die ethischen Impulse des Schöpfungsglaubens in den Alltag der Verwaltung übergeführt" würden. Da Gesetze und Regeln zu wenig seien, brauche es die „Erziehung zur Umweltverantwortung“, betonte Sandrisser, der mit dem Umweltbeauftragten der Erzdiözese Wien, Markus Gerhartinger, eine Reihe von kirchlichen Vorzeige-Beispielen für vorbildliche Umweltarbeit in Schulen, Krankenhäusern und Pfarren vor den Vorhang holte. Aufgezeigt wurden Erfolge bei der Energieeinsparung, Materialeffizienz, ökologischen Beschaffung und Ressourcenschonung. Dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit an der Glan überreichte dabei der Minister eine EMAS-Urkunde für vorbildliches Umweltmanagement.

 

Das Umweltministerium stelle in den kommenden zwei Jahren 100 Millionen Euro zusätzlich für Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung, so der Minister. Angesichts großer Übereinstimmung bei thermischen Gebäudesanierungen oder der Förderung von erneuerbarer Energie und Elektromobilität sehe er "großes Potenzial für gemeinsame Arbeit mit kirchlichen Einrichtungen". Auch werde seit 2014 ein EU-Projekt zur "Ökologisierung des Pilgerns am Europäischen Jakobsweg" unterstützt. Ein Kurzfilm und der Schulchor von St. Ursula in Wien-Liesing rundeten die Feier ab.

Franz Vock u.a.

 

 

 

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