Sonntag 19. November 2017
Gesellschaft

Kromp-Kolb: „Lebensstil ändern bringt mehr Lebensqualität“

Katholische Aktion präsentierte Energiespar-Offensive bei Kromp-Kolb Vortrag in Wiener Neustadt

„Jede und jeder hat es selbst in der Hand. Angefangen beim Energiesparen über den Fleischkonsum bis zur Mobilität. Wir müssen unseren Lebensstil ändern. Das bringt aber auch mehr Lebensqualität“, sagte Österreichs Top-Klimaforscherin, Helga Kromp-Kolb bei ihrem Vortrag zum Thema „Der Klimawandel: Was wir tun müssen“ vor über 200 Interessierten auf Einladung von 27 verschiedenen Vereinen, Organisationen und Institutionen – allen voran attac, das Bildungszentrum St. Bernhard, die Radlobby und die Gliederungen der Katholischen Aktion – am 23. September 2016 im vollen BORG-Saal Wiener Neustadt.

 

Mit aufrüttelnden Fakten machte Kromp-Kolb in ihrem klaren Statement zum Klimawandel deutlich, er ist nicht eine Frage von Jahren oder Jahrzehnten, sondern jetzt sei entschiedenes und mutiges Handeln erforderlich. „Da hilft kein Warten und Abtasten. Jetzt ist das Zeitfenster wo es sich entscheidet“. Jeder könne bei sich anfangen. Die Gemeinden und Unternehmen können bei sich beginnen. „Gleichzeitig braucht es auch auf politischer und wirtschaftlicher Ebene eine Veränderung. Unser auf Wachstum ausgerichtetes System wird diese Herausforderung nicht meistern können, im Gegenteil". Da die bisherigen Schritte nicht gefruchtet haben sei ein vermehrtes Teilen erforderlich, fasste Kromp-Kolb zusammen.

 

KA präsentierte Energiespar-Offensive der Kirche und Pfarrgemeinden

In der regen anschließenden Diskussion wurden viele konkrete Umsetzungsinitiativen angesprochen. KA-Generalsekretär Christoph Watz präsentierte die Energiespar-Offensive der Kirche und erwähnte, Papst Franziskus habe mit der Enzyklika „Laudato Sí“ nicht nur sehr klare Worte zum Klimaschutz gesprochen, sondern seit dem Beschluss der Bischofskonferenz werden jetzt auch konkrete Klimaschutzziele in der Katholischen Kirche in Österreich umgesetzt: „Das Umweltbüro sucht Pfarrgemeinden, die in den nächsten 5 Jahren ihren Energieverbrauch um 20 Prozent gezielt einsparen wollen“. Bei der Veranstaltung wurden Informationsblätter mit Energiebilanz-Formularen für diese Energiespar-Offensive verteilt, die aber auch im Umweltbüro der Erzdiözese Wien erhältlich sind – siehe http://www.umwelt-edw.at/ .

 

Vereine und Privatpersonen lassen Neustädter Klimabündnis-Arbeitskreis wieder aufleben

Großen Zuspruch gab es auch für den Vorschlag von Friederike Zauner von attac Wiener Neustadt: „Wir wollen und werden den Klimabündnis-Arbeitskreis wiederbeleben. Wiener Neustadt war 1991 die erste Klimabündnis-Gemeinde in Niederösterreich. Damals gab es eine Gruppe, die sich aus Politik, Organisationen, Vereinen und Privatpersonen zusammensetzte und diesem Thema widmete. Die Veranstaltung mit Klimaforscherin Kromp-Kolb hat gezeigt, dass es sehr viele gibt, die beim notwendigen Wandel mitmachen und mitreden wollen. Alle Neustädterinnen und Neustädter sind eingeladen mitzumachen.“ Der Wiener Neustädter Umweltgemeinderat Robert Pfisterer sagte spontan seine Politische Unterstützung zu: „Ich hatte bereits eine ähnliche Idee und bin natürlich gerne dabei. Beim Klimaschutz braucht es eine breite Bewegung.“ Auch der Wr. Neustädter Stadtrat Wolfgang Scharmitzer und der Bildungsmanager des Bildungszentrums St. Bernhard, Peter Maurer, waren anwesend. Am Ende der Begegnung herrschte eine Aufbruchsstimmung. Eine neue Wiener Neustädter Umweltbewegung zeigte erste Konturen. Interessierte am Klimabündnis-Arbeitskreis sind eingeladen, sich mit einem Mail an info@attac-wn.at zu melden.

Hannes Höller, Christoph Watz, Franz Vock

 

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb (3.v.r.) mit Karl Zauner (Radlobby), Stadtrat Wolfgang Scharmitzer, Umweltgemeinderat Robert Pfisterer, Peter Maurer (Bildungszentrum St. Bernhard) und Friederike Zauner (attac, v.l.). Foto: Radlobby.

Katholischen Aktion
Erzdiözese Wien

Stephansplatz 6/5
1010 Wien

Tel. +43 1 51552-3312
Fax: 01/ 51552-3143
katholische.aktion@edw.or.at
Darstellung:
http://www.ka-wien.at/