Montag 20. November 2017
Gesellschaft

Weihbischof Scharl: „Die Katholische Soziallehre ist ein großer Schatz“

Vorsitzender Kuhlmann: „KAB vertritt  Kirche in zahlreichen gesellschaftspolitischen Allianzen“

 

„Die Katholische Soziallehre ist ein großer Schatz. Ihre Prinzipien wie Solidarität, Menschenwürde und Gemeinwohlorientierung müssen durch Seminare und konkrete Projekte bekannt gemacht werden“, sagte Weihbischof Franz Scharl beim Diözesantag der Katholischen ArbeitnehemerInnen Bewegung (KAB) der ED Wien am 17. September 2016 im Pfarrheim Gießhübl. Dazu brauche es „Zeit vor Raum, sagt Papst Franziskus, denn die Dinge wachsen vom Boden herauf“, so Scharl.

 

Subsidiaritätsprinzip und Gemeinwohlorientierung leben

„Das Umfeld zur Arbeitsfrage ist passiv“, sagte Scharl. Da es für die KAB „kein Gegenüber mit Arbeitgebern“ gebe, sei die Gefahr „gemütlich“ zu werden. Daher finde er „eine dialogfähige KAB gegenüber allen politischen Parteien und auch den Unternehmern ist wichtig“, so der Weihbischof. Er dankte der KAB für ihre Arbeit, gestand, die Arbeit der KAB werde in der Diözese unterbewertet und nicht sehr unterstützt. Das tue ihm leid – „außer von Papst Franziskus“. Daher müsse die KAB den „Südwind“ von Papst Franziskus „offensiv nützen, denn gegen Franziskus ist nichts zu sagen“.

 

Eine weitere “große Sorge unserer Zeit ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit mit ihren langfristigen Folgen. Als Kirche müssen wir ganz konkret helfen“, sagte Scharl, der sich beim Projekt Kirche und Arbeitswelt über die „gute Zusammenarbeit“ freute und das „Hands On“ Mentoringprojekt für „gelungen, eine hervorragende Sache“ hält – siehe www.jobbegleitung.at . Die Menschen seien zwar für existentielle Dinge leicht zu motivieren, doch längerfristig werde es aber schwierig.  Die Zeiten werden nicht besser. Daher brauche es „mehr Courage“, bekräftigte Scharl.  

 

Er selbst nehme die KAB durch die Karfreitagsaktion oder die Katholische Soziallehre wahr. Wichtig sei aber auch „das Subsidiaritätsprinzip und die Gemeinwohlorientierung zu leben“. Dazu müsse die KAB  „bibelfest“ werden und das thematische Arbeiten in konkrete Projekte münden. Er unterstütze z. B. das Projekt „Bank für Gemeinwohl“ und freue sich, dass hier auch die KAB gemeinsam mit der Frauenbewegung eine Veranstaltung mit Christian Felber am 24. Oktober anbiete. Jeder Konsument sei aufgefordert, „die eigene Bank zu checken, ob sie würdig ist“. Die Christinnen und Christen haben im Ehesakrament, dem politischten Sakrament, zugesagt, Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu übernehmen. Dies müsse jeden Tag im Alltag konkret werden, fasste Scharl zusammen.

 

Das Ökumenische Sozialwort sei „eine tolle Sache“, doch in vielen Pfarren nicht bekannt, sagte Scharl. Seit dem Bischofskonferenzbeschluss der „Selbstverpflichtung zur Nachhaltigkeit“ tue sich die KAB leichter. „Die Leute spüren, da interessiert sich wer für mich“. Wichtig sei daher, den „Heiligen Geist als Hilfe annehmen, Ehrfurcht vor Gott zu haben, aber nicht die Leute zu fürchten“, schloss Scharl.

 

 KAB-Vorsitzender Philipp Kuhlmann, Weihbischof Franz Scharl und der fcg-vida Gewerkschafter Friedrich Pöltl (v.l.n.r.)

 

KAB hält Kontakt zu politischen Vertretern

KAB-Vorsitzender Philipp Kuhlmann hielt einen beeindruckenden Tätigkeitsbericht über die letzten vier Jahre: Die KAB sei die Vertretung der Kirche in zahlreichen gesellschaftspolitischen Allianzen (Sonntagsallianz, TTIP Stoppen, Wege aus der Krise, Sozialwort 10+, Pfarrgemeinde FairWandeln, „Runder Tisch Grundeinkommen“, Solidarische Ökonomie, ….) und halte Kontakte zu zahlreichen politischen Vertretern – sowohl lokal als auch auf europäischer Ebene.  Die Kontakte zu Unternehmen werden in Betriebsbesuchen und Barbarafeiern aktiv wahrgenommen. Wallfahrten, Angebote zur Firmvorbereitung, die Gruppen in den Pfarren mit zahlreichen Veranstaltungen und Seminaren sind wichtige Säulen der KAB-Arbeit.

 

Bei vielen Anlässen ist die KAB durch Verteilaktionen und Infotischen öffentlich präsent (Tag der menschenwürdigen Arbeit 7.10., Tag der Arbeit, Tag der Arbeitslosen, Karfreitagsaktion, Lange Nacht der Kirchen, Donauinselfest, Volksstimmefest, ÖGB-Kongresse, …), In der Arbeitsgruppe „Kirche und Arbeitswelt“ mit Weihbischof Scharl wurde das Projekt Arbeitslosenfonds konzipiert und das Mentoringprojekt für arbeitssuchende Jugendliche „Hands On“ erfolgreich gestartet. Ebenso werden langjährige Projekte wie das vom Arbeiter-Wohnheim Göllnergasse erfolgreich weitergeführt.

 

Beim alle 4 Jahre stattfindenden Diözesantag wurden auch die Vorsitzenden gewählt: Philipp Kuhlmann wurde als Vorsitzender bestätigt. Sonja Meissl wurde neu als Stellvertreterin gewählt. Mit einer gemeinsamen Messe in der Pfarrkirche Gießhübl mit Weihbischof Scharl, Bundesseelsorger Diakon Fritz Krull und Ortspfarrer Edward Keska wurde der Tag abgeschlossen.

 

Christoph Watz, Barbara Holzer, Franz Vock

 

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