Montag 20. November 2017
Gesellschaft

Franziskusweg Weinviertel - Pilgerweg eröffnet

WB Turnovszky: Eröffnung des Franziskusweges ist „kräftiges Zeichen - Gott entgegen wachsen“

„Es ist ein kräftiges Bekenntnis, ein kräftiges Zeichen, etwas Gemeinsames zu tun und über den Tellerrand hinauszuschauen. Wenn wir die Frage stellen, wovon wir alle profitieren können, wo das Gemeinwohl wächst, was den Menschen gut tut, dann wachsen wir Gott entgegen", sagte Weihbischof Stephan Turnovszky bei der Segnung des neuen, durch das Südliche Weinviertel führenden Pilgerweges „Franziskusweg Weinviertel“ am 4. September 2016 im Hohenruppersdorfer Wald bei den Sieben Rusten.

 

Ein weites Herz, das keine Grenzen des Liebens kennt

Es gebe zwar mehrere Pilgerwege – die meisten davon seien uralt – und komme nicht oft vor, dass die Überzeugung wachse, wir wollen auch einen anbieten. Daher sei die Eröffnung eines neuen Pilgerweges an der Schnittstelle von drei Dekanaten (Gänserndorf, Mistelbach-Pirawarth, Zistersdorf) und zwei Politischen Bezirken in der Kleinregion Südliches Weinviertel „ein bemerkenswertes Ereignis, eine besondere Freude“, sagte Turnovszky. Es sei „ein Vernetzungsweg, der viele Menschen zusammenbringt, die in verschiedenen Dekanaten leben“, so Turnovszky.

 

Den Menschen tue „ein Angebot zum Pilgern gut; das ist ein Megatrend, sagt den Menschen was“, erläuterte Turnovszky. Der Jakobsweg durch das Weinviertel werde von vielen in Anspruch genommen. Dabei werden „aus dem Glauben Glaubensschritte gesetzt“, wie die Lesung (Hebr. 11,1-19) zeigte. Die Bibel sei voll von Weggeschichten. Das bedeute: „Ich bin auf dem Weg, habe ein Ziel, trete nicht auf dem Stand“. Daher geschehe beim Pilgern „ein Zugehen auf die Zukunft und ein Abschied von Vergangenem. Pilgernde  Menschen können auf nonverbale Weise was ausdrücken. Ich möchte mit anderen Menschen zu tun haben, auf andere zugehen“, sagte Turnovszky.

 

Franziskus, der Patron des Pilgerweges, sei „ein einfacher Heiliger mit dem Fokus auf Gott. Er hat uns gezeigt, es geht darum ein großes weites Herz zu haben das keine Grenzen des Liebens kennt“, so der Weihbischof. Franziskus habe „glühend an Gott geglaubt. Er war ein Einladender durch das Zeugnis seines Lebens. Er hat es einfach getan. Ich bitte Franziskus ein guter Patron zu sein für die Menschen die hier gehen“, schloss Turnovszky und verwies auf die Heiligsprechung von Mutter Theresa, die heute mit der Eröffnung des Franziskus Weges zusammenfalle.

 

Weihbischof Stephan Turnovszky (Mitte) eröffnete mit drei Dechanten, mehreren Priestern, über 10 BürgermeisterInnen und dem Pilgerwegentwickler Franz Marschler (links) den Franziskusweg Weinviertel - Pilgerweg

 

BürgermeisterInnen, Dechanten, Künstler und Jugendliche dafür engagiert

Kurt Jantschitsch, Bürgermeister von Bad Pirawarth und Obmann der Region Südliches Weinviertel, freute sich, die zahlreichen TeilnehmerInnen aus der Region und alle von den Gemeinden in den Vorstand der Kleinregion entsandten VertreterInnen – darunter über 10 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister –  sowie die LAbg. Amrita Enzinger (Grüne) begrüßen zu können. Weiters nahmen an der Feier einige Priesteraus der Region und die Dechanten der drei Dekanate Karl Seethaler OT (Zistersdorf), Bernhard Messer (Mistelbach-Pirawarth),  Kazimierz Wiesyk SAC (Gänserndorf) teil.

 

Ideengeber Franz Marschler, der den Franziskusweg mit dem Verein Hohenruppersdorfer IMPULSE für Dorfaktivitäten umgesetzt hatte, sagte dazu: „Der Franziskus Weg ist ein Geschenk für die Region. Mögen wir alle es dankbar und demütig aus Gottes Hand annehmen. Mögen wir es dankbar und demütig mit Leben erfüllen und es dankbar und demütig als Unterstützung unserer Suche nach und unseres Weges zu Gott nützen“. Eine Jugendgruppe mit VertreterInnen aus sieben verschiedenen Orten sang ansprechend beschwingte Lieder, was zu spontanem Applaus führte.

 

Das Logo des Franziskusweges hat der Weinviertler Künstler Franz Rauscher gestaltet. Die Idee des Stationszeichens, das zunehmend aufgestellt werden soll,  wurde mit dem Spannberger Künstler Franz (X.) Würrer erarbeitet. Johannes Schöfnagl hat den Prototyp des Stationszeichens geschaffen und Josef Esberger hat es bemalt.

 

Ein Weg zum sich darauf einlassen

Der Franziskusweg ist ein rd. 135 km langer Rundweg im südlichen Weinviertel, mit jederzeitiger 'Ein- und Ausstiegsmöglichkeit' in 26 Orten. Seine Ziele sind Impulse für Gesundheit an Geist, Körper und Seele aber auch wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu geben. Er verbindet bestehende Wege zu einem Ganzen, kann in verschiedenen Routen oder Abschnitten begangen werden, wird nicht ausgeschildert, sondern die Weginformation kann ausgedruckt oder per GPX-Datei auf Handy oder Navi übertragen werden, was ‘Verschilderung‘ und falsche oder fehlende Wegweiser verhindert.

 

Pilgerpass und Stempel-Stationen bei den Kirchen dienen der persönlichen Dokumentation des bereits begangenen Weges. Deren Erstellung wurde vom Pilgerreferat und der Öffentlichkeitsarbeit der Kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien und von der Öffentlichkeitsarbeit der Katholischen Aktion der ED Wien unterstützt. Auch ein kleines Rätselspiel erwartet die Interessierten.

 

Der Pfarrer von Hohenruppersdorf Norbert Orglmeister dankte Weihbischof Stephan Turnovszky dafür dass er sich eingelassen hat, die Segnung des Franziskus Weges vorzunehmen, wo man am Anfang noch nicht so genau wusste, was daraus wird. Und Turnovszky dankte dafür, dass „ihr etwas geschaffen habt, worauf ich mich einlassen konnte“.

 

Der Eröffnung des Franziskusweges war die Wallfahrt zu den Sieben Rusten vorausgegangen, die auf einem über 300 Jahre alten Pestgelöbnis der Hohenruppersdorfer beruht, wo sie eine jährliche Fußwallfahrt nach Nikolsburg/Mikulov gelobten.

 

Franz Vock

 

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