Sonntag 19. November 2017
Gesellschaft

Weihbischof Scharl: „Hinausgehen – aus den Kellern und Pfarrhöfen“

Lobau-Wallfahrt – Weihbischof ermutigte zum „in Verbindung bleiben mit Starkstrom Gottes“  

„Die Kirche soll sich trauen hinaus zu gehen, hinaus aus den Kellern, aus den Pfarrhöfen“, sagte Weihbischof Franz Scharl am 20. Mai 2016 bei der 36. Lobau-Wallfahrt, an der auf Einladung der Katholischen Männerbewegung rund 50 Frauen, Männer und Jugendliche von der Esslinger Furt nach Maria Schutz in Groß-Enzersdorf, NÖ, durch den Nationalpark pilgerten.

 

„Gott meint es gut mit uns“

„Die Kirche ist schon 800 Jahre alt, sie steht noch immer“, sagte Scharl bei der Abschlussfeier in der gotischen Maria Schutz Kirche. „Bleibt in mir“, das Thema der Lobau-Wallfahrt heisse auch: „Bleibt in mir – im Heiligen Geist“. Wichtig sei dazu das „in Verbindung bleiben mit dem Starkstrom Gottes“. Dazu sei es „entscheidend, die Stecker sind gesteckt, damit wir mit Gottes Kraft in Verbindung sind“, bekräftigte Scharl und ermutigte zu einem „guten Miteinander im 22. Bezirk und in Groß-Enzersdorf“.

 

„Gott meint es gut mit uns, mögen auch wir es gut miteinander meinen“, führte Scharl zu Johannes 8,1-11 aus. „Mose machte Zugeständnisse, weil die Menschen so hartherzig sind“, sagte er im Blick auf Gottes Barmherzigkeit. „Bin ich gnädig, ist Gott zu mir auch gnädig; Bin ich barmherzig, ist Gott zu mir barmherzig“, gab er zu bedenken und erinnerte daran: „Wir sind Brüder und Schwestern im Leiden, zum Beispiel im Nahen Osten, in Nigeria“. Abschließend lud Scharl dazu ein, „das Rosenkranzgebet in der Familie auszuprobieren“, was „manchmal schwierig“ sei, aber „Kraft“ gebe.

 

Der Groß-Enzersdorfer Pfarrer Arkadiusz Marek Borowski freute sich, die Wallfahrer bei ihrer „Pilgerreise“ an der Landesgrenze von Wien zu Niederösterreich herzlich begrüßen zu können und bat Weihbischof Scharl um die Segnung des neu errichteten Kreuzes am Ende der Ziegelofenstrasse. Und bei der vierten Station vor der 1844 erbauten Kapelle zur „Mutter der Barmherzigkeit“ beteten und sangen die Pilger mit dem Asperner Pfarrer Georg Stockert.

 

Dekanatsobmann Toni Kellner dankte den Pilgern abschließend für ihre Teilnahme, ehe Pfarrer Borowski zur Agape in den Groß-Enzersdorfer Pfarrhof einlud, wo die Pilger noch lange bei köstlichen Weinen, Fruchtsäften und Broten ihre Erfahrungen miteinander austauschten. Ganz im Sinne des von der KMB erstellten Textheftes, wo „Barmherzigkeit buchstabiert“ wurde mit:

 

Beistehen – wo andere gehen

Aufrichten – mitten im Druck

Respekt zollen – jedem Menschen

Mut machen – statt lähmen

Humor haben – und lachen

Einfühlsamkeit riskieren – mitten in der Routine

Rachegelüste wandeln – durch ein neues Denken

Zuwendung leben – aus Überzeugung

Interesse bekunden – mit wachem Blick

Großzügigkeit wagen – und der Enge trotzen

Keine Schranken setzen – dem Wohlwollen

Einen neuen Anfang machen – immer wieder

Ideenreich Brücken bauen – aufeinander zu

Tragen und getragen werden – aus vollem herzen

 

 

Franz Vock

 

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