Mittwoch 22. November 2017
Gesellschaft

KA und kfb Wien fordern von Bundesregierung „Willkommenskultur“ und „eine Politik für mehr weltweite Gerechtigkeit“

„Was wir heute brauchen ist eine Politik für mehr weltweite Gerechtigkeit …

Das Problem sind nicht die Flüchtlinge – das Problem sind die Lebensumstände in ihren Herkunftsländer und dafür braucht es eine intensive Friedenspolitik“, schrieb KA-Wien Präsident Walter Rijs am 4. Februar 2016 in gleichlautenden Schreiben Vertretern der Österreichischen Bundesregierung und forderte von Bundeskanzler Werner Faymann, Vize Reinhold Mitterlehner, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Außenminister Sebastian Kurz: „Ich stehe zu einer Willkommenskultur und auch Sie sollten das!!!

 

„Unser Wohlstand basiert auf Elend und Verarmung der Mehrheit der Menschen“

„Wir, die Diözesanleitung der Katholischen Frauenbewegung sind empört über Ihr derzeitiges Sprechen und Handeln zum Thema Flüchtlinge! Wir fühlen uns von der Regierung nicht vertreten“, schrieb die kfb in einem „offenen Brief an die Bundesregierung zum Thema Flüchtlingspolitik“ am 9. Februar an den Bundes- und Vizekanzler und fragte diese mit Rijs: „Wie viel Arroganz und Ignoranz braucht es, Menschen, die keine Chancen auf ein Leben in Würde und Sicherheit (haben), ein Leben ohne Hunger suchen, als „Flut“, als „Problem“, als „quasi kriminelle Wirtschaftsflüchtlinge“ zu bezeichnen und Unsicherheit und Angst im Land zu verbreiten“.

 

„So wie wir, haben auch Sie nichts dazu beigetragen, in Österreich geboren zu sein. In einem der reichsten Länder der Welt leben wir in Sicherheit und Wohlstand“, erinnern Rijs und kfb die Regierungsvertreter nicht nur an ihre persönliche Situation, sondern auch daran: „Unser Wohlstand basiert auf einem Politik- und Wirtschaftssystem, das das Elend und die Verarmung der Mehrheit der Menschen in Kauf nimmt, ja eigentlich darauf aufgebaut ist“.

 

Rijs und kfb fordern von der Bundesregierung „eine Politik für den Frieden, … eine Politik, die die Menschen und Organisationen, die sich um die Flüchtlinge sorgen, unterstützt, also die nötigen Rahmenbedingungen schafft, der Bevölkerung vermittelt und beweist, dass die derzeitige Situation sehr wohl gemeinsam zu schaffen ist!“ Zusätzlich fordert Rijs von den Regierungsvertretern „eine reale Sicht der Dinge, mehr agieren als reagieren“ und „ab nun – die ihrer Verantwortung entsprechenden Aufgaben“ zu erledigen, „so bedauerlich ihre und die ihrer Kolleginnen und Kollegen in Österreich, der EU und weltweiten Versäumnisse auch sind“. Rijs und die kfb schließen: „Wir möchten in einem Land leben, das attraktiv ist für alle (friedliebenden) Menschen!“

 

Fragen an LH Pühringer und Unterstützung für die Bürgermeister

In einem anderen Schreiben forderte KA-Wien Präsident Walter Rijs vom oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer: „Menschenrechte und Menschenwürde müssen an erster Stelle stehen, auch und gerade in schwierigen Zeiten“. Rijs fragt Pühringer darin „ohnmächtig“, warum die „ÖVP mit der FPÖ die Mindestsicherung für anerkannte Flüchtlinge radikal kürze, mittellose Menschen rücksichtslos der Verelendung preisgegeben werden“, und wie dies „mit der christlichen Soziallehre in Einklang zu bringen“ sei. Da das Verhalten der Landesregierung zeige, „wie rasch das Moralbewusst-sein der Politik erodieren kann“, müsse „mit Hochdruck an einem europäischen Asylsystem gearbeitet werden, das die Antragstellung nicht nur in Europa, sondern auch bereits außerhalb ermöglicht. Es braucht legale, sichere und geordnete Einreisemöglichkeiten für Flüchtlinge“, so Rijs.

Wir sind aus unserer christlichen Werthaltung davon überzeugt, dass die Menschlichkeit ein Gebot der Stunde ist und die ´Angst vor dem Fremden und die Unsicherheit vor den Umbrüchen unserer Gesellschaft´ unsere Hilfsbereitschaft nicht einschränken darf“, schrieben KA-Wien Vize-Präsidentin Evelyn Hödl und KA-Wien Generalsekretär Christoph Watz am 11.2. per Brief an die Bürgermeister im Industrieviertel und ermutigten diese mit einer „Auswahl von hilfreichen Praxiserfahrungen“, verschiedener Gemeinden darunter der „sozialwort-TV“-Doku: "Ich war fremd, und ihr habt mich aufge­nom­men“ über das Engagement der Pfarren Traiskirchen, Heidenreichstein & Rodaun für Flüchtlinge – siehe www.ka-wien.at .                                                                                                         Franz Vock

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