Montag 20. November 2017
Gesellschaft

„Gewalt darf kein Tabu-Thema sein“ –Ausstellung in der Langen Nacht der Kirchen

Kfb zeigte die berührende Silent Witnesses-Ausstellung und stellte in der Annakirche 3 mutige Frauen der Kirchengeschichte vor.

Drei mutige Frauen …

Teresa von Avila, Elisabeth von Cruziger und Königin Elisabeth I., drei mutige Frauen, die sich für den Glauben stark gemacht und für Reformen eingesetzt, aber auch nicht gescheut haben, vor den Mächtigen ihrer Zeit für den Glauben, Reformen  und Gerechtigkeit einzutreten, stellte das „Ökumenische Forum christlicher Frauen“, (in dem die kfb mit der Evangelischen Frauenarbeit u.a. engagiert ist,) gemeinsam in szenisch pantomimisch Weise mit Texten und Liedern aus deren Zeit in der Langen Nacht der Kirche am 29. Mai 2015 in der Annakirche vor.

 

So wurde beispielsweise von der vor 500 Jahren am 28. März 1515 in Spanien geborenen Teresa von Avila Texte gelesen, deren Lieblingspsalm 63 gebetet oder Musik aus ihrer Zeit wie ihr Lieblingslied Nada de turbe (Nichts soll dich ängstigen) gesungen.  Die große Mystikerin und Klostergründerin hatte mit großem Fingerspitzengefühl und Humor den damals Mächtigen ihre Überzeugungen gesagt, wurde bereits 1622 Heilig gesprochen und 1970 von Papst Paul VI. als erste Frau in der Geschichte der Kirche zur Kirchenlehrerin ernannt.

Franz Vock

 

 

Silent Witnesses-Ausstellung berührte

 

Berührt und betroffen waren viele BesucherInnen von der Silent Witnesses-Ausstellung des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser, mit der in der Langen Nacht der Kirchen im Arkadenhof des Erzbischöflichen Palais der Frauen gedacht wurde, die von ihren (Ex-) Partnern ermordet wurden.

 

Auf jeder der roten Figuren, die als „stumme Zeuginnen“ aufrütteln, aufmerksam machen und zu diesem gesellschaftlichen Tabuthema sensibilisieren wollen, war in Kurzform die Lebensgeschichte einer Frau zu lesen wie z. B.

Martha B.   47 Jahre   1 Sohn (18 Jahre)

Martha B. wurde 2000 von ihrem Ex-Ehemann mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten.

Sarine M.  33 Jahre  2 Kinder (5 und 11 Jahre)

Sarine M. wurde 2001 von ihrem Ehemann vor den Augen der 11jährigen Tochter mit einer Hantel ermordet.

 

„Gewalt darf kein Tabu-Thema sein“

Vertreterinnen der Katholischen Frauenbewegung und der Stabsstelle Missbrauchs- und Gewaltprävention, Kinder- und Jugendschutz der Erzdiözese Wien waren bereit, den vorbeikommenden BesucherInnen darüber Rede und Antwort zu geben, was kaum nötig war, denn oft gab es zur Antwort:  „Das erklärt sich von selbst“, „Gut, dass das Thema aufgegriffen wird“, oder  „Gewalt darf kein Tabu-Thema sein“.  Mehreren war es auch ein Anliegen, einige Worte in einem Gästebuch niederzuschreiben.

 

Jährlich werden in Österreich 30 bis 40 Frauen von ihren Partnern ermordet. Mehr als die Hälfte aller Morde, die pro Jahr in Österreich verübt werden, passieren in der Beziehung oder in der Familie. Diesem tragischen Höhepunkt geht zumeist eine lange, Geschichte voller Schmerz und Gewalt voraus. Um ihre Geschichte nicht zu vergessen und an sie zu erinnern, kooperierte die kfb mit der Stabsstelle der Erzdiözese.

Franz Vock

Katholischen Aktion
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