Montag 20. November 2017
Gesellschaft

„Zukunftsforum“ fordert Perspektivenwechsel in der Bildungspolitik

Die gesamte Bildungszeit der jungen Menschen von 3 bis 19 Jahren soll in den Blick genommen werden

Einen Perspektivenwechsel in der Bildungspolitik fordert das „Zukunftsforum der katholischen Kirche in Österreich“. Statt sich in der Debatte um eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen aufzureiben, soll die gesamte Bildungszeit der jungen Menschen von 3 bis 19 Jahren in den Blick genommen werden. Dabei zeige sich, dass das derzeitige System insgesamt „hochselektiv“ und ein „massives Bildungshindernis“ sei, wird in dem am Freitag veröffentlichten Thesenpapier kritisiert.

 

Selektion, Benachteiligung und Vergeudung von Talenten beginne bereits lange vor dem Schuleintritt. Anstatt alle Kinder früh und individuell bestmöglich zu fördern, verwehre das derzeitige System „Kindern, die unter benachteiligenden Bedingungen aufwachsen, gerechte Lebenschancen“. Das Zukunftsforum schlägt daher vor, die „Schulpflicht“ durch ein „Recht auf Bildung von 3 bis 19 Jahren“ zu ergänzen. „Es ist ein Skandal, dass Kinder in ihrer Lern- und Leistungswilligkeit behindert werden. Wir sind es ihnen einfach schuldig, dass sie sich entfalten können!“, betont die Leiterin der Expertengruppe „Bildung“ des „Zukunftsforums“,  die Wiener Theologin und Pädagogin Andrea Lehner-Hartmann.

 

Nachzulesen sind die Thesen und Handlungsvorschläge auf www.zukunftsforum3000.at. Alle interessierten Personen sowie Organisationen, Bewegungen und Initiativen sind eingeladen, kritisch Stellung zu nehmen. Auf der Website können User auch eigene beispielhafte Initiativen und Projekte im Bereich Bildung vorstellen.

 

Plädoyer für religiöse und weltanschauliche Bildung

Entschieden plädiert das „Zukunftsforum“ für religiöse und weltanschauliche Bildung als Teil der Allgemeinbildung. Jüngste politische und gesellschaftliche Entwicklungen wie der islamistische Terror, Debatten über den Stellenwert des Islam in Europa und Fragen des Zusammenlebens unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen zeigen die Notwendigkeit, sich mit diesen Fragen in der Bildung vertieft auseinanderzusetzen. Kinder und Jugendliche sollten lernen, kulturelle und religiöse Vielfalt sollten als etwas Positives wahrzunehmen und zu gestalten und mit Konflikten, die sich aus dem Zusammenleben ergeben, umzugehen. Gerade die anerkannten Religionsgemeinschaften hätten hier eine ganz besondere Aufgabe, sie wäre eine ihrer wesentlichen Kernkompetenzen innerhalb des Bildungssystems.

 

Josef Pumberger

Katholischen Aktion
Erzdiözese Wien

Stephansplatz 6/5
1010 Wien

Tel. +43 1 51552-3312
Fax: 01/ 51552-3143
katholische.aktion@edw.or.at
Darstellung:
http://ka-wien.at/