Berichte

Beim Gebet Multitasking

Bischofsvikar Schutzki bei der Männerwallfahrt nach Klosterneuburg: „Das Gebet öffnet eine ganz andere Dimension des Lebens“

„Sind wir beim Gebet Multitasking. Das Gebet öffnet eine ganz andere Dimension des Lebens. Du denkst du verlierst Zeit, nein Du gewinnst die Zeit“, sagte der Wiener Bischofsvikar Dariusz Schutzki CR zu den etwa 1500 Männern bei der Diözesan-Männerwallfahrt der KMB zum Grab des Heiligen Leopold am Sonntag, den 12. November 2017, die unter dem Thema „Christus hat uns befreit“ von Weidling zur Stiftskirche in Klosterneuburg führte.

 

 

Kein fotografierender Tourist sein

„Es ist nicht oft, dass so viele Männer zusammenkommen um Gott zu loben und sich Gedanken zu machen“, sagte Bischofsvikar Schutzki, der sich freute, die Leitung der traditionsreichen Wallfahrt wahrnehmen zu können. Er verwies darauf, sein Heimatland Polen habe am Vortag, dem 11.11. seinen „Nationalfeiertag nach 123 Jahren Gefangenschaft gefeiert“. An die Männer gewandt sagte er: „Ich denke sie haben auf die Wallfahrt ein Anliegen mitgenommen und möchten erhört werden. Zu keiner Zeit in der Geschichte der Menschen bestand ein Widerspruch zwischen dem Gebet, Gott und den Menschen. Ich weiß dass ihr Männer auf eigene Weise eine innere Verbindung habt zum Herrn. Ihr kniet euch oft nieder und betet. Der Mensch, wir sind betende Wesen“, so Schutzki.

 

„Die Heilige Schrift ist gespickt mit Männern, die sich an Gott gewandt haben“, führte Schutzki näher aus. „Abraham, der Vater der Gläubigen, spricht mit Gott. Abraham hat sich getraut mit Gott zu reden obwohl er aus Staub und Asche war. Die Apostel baten Jesus lehre uns beten. Die Heiligen sind Meister des Gebets wie z. B. die Hl Monika, die für ihren Sohn betete. Den Heiligen Leopold, der Fromme, der Milde, sie nannten ihn schon zu Lebzeiten  Leopold den Heiligen. Das Gebet öffnet uns den Blick auf die Menschen und auf uns, den Blick auf den Nächsten“, so Schutzki, der forderte: „Keiner von uns darf ein fotografierender Tourist sein, einer der nicht hineintaucht, ohne Beziehung“.

 

Der Bischofsvikar erzählte von seiner Pfarre St Othmar, wo sich Schule und Pfarre ein Haus gemeinsam teilen, auf dem Weg von der Direktorin in die Pfarre habe er auf dem Platz vor der Kirche eine betrunkene Frau liegen sehen, die hinzukommenden betrunkenen Männern ihre Schuhe nachschmiss. Zunächst dachte er an seine zahlreichen Aufgaben, die er zu erledigen habe. Als er aber bei Blick aus dem Fenster die Frau an der Kirchenmauer mit ausgezogenem Mantel lehnen sah, ging er mit zwei Helfern zu ihr hinaus und sah dass sie inkontinent war, worauf sie diese in die Pfarre brachten, duschen ließen, ihr neue Kleider gaben und ausschlafen ließen. „Hinschauen reicht nicht, ich musste Handeln“, fasste Schutzki zusammen. Es sei wichtig „Hinschauen und Handeln. Schau hin und bete, oder bete und schau hin. Ich trau mich zuzugehen und sie zu berühren“, so Schutzki.

 

Es eröffnet sich Freiheit …

„Wo meine Physis nicht mehr ausreicht beginn ich zu beten“, erzählte Schutzki den Männern. “Ich lausche dem Gebet und erlebe eine ganz andere Dimension“. Ein kleiner Junge sagte ihm: „Wenn Du nicht weiter weißt schau im Buch nach“. Dabei erlebte er, „es eröffnet sich die eine oder andere Freiheit zu der wir berufen sind“. Und an die Männer gewandt fragte er sie: „Wie viel Gefangenschaft lastet auf unseren Herzen? Wie viel Sehnsucht lastet auf unseren Herzen?“ Und wenn wir Gott „Abba, Vater“, nennen, dann „gehört das Gebet zur Mitte unseres Lebens; Und das Gebet ist auch ein Fundament der KMB“, schloss Schutzki.

 

Am Ende der Feier wurde dem scheidenden KMB-Vikariatsobmann von Wien Stadt, Roland Dippelreiter, der auch den Wallfahrtsausschuss durch acht Jahre geleitet hatte, von Diözesanobmann Helmut Wieser das Goldene Ehrenzeichen der KMB überreicht, wozu der niederösterreichische Landesrat Stefan Pernkopf sagte: „Aus einer Wallfahrt kann man viel Kraft schöpfen, das weiß ich aus meiner Ministrantenzeit. Jeder hat seine Verantwortung zu tragen. Ich versuch das im politischen Leben. Jeder sollte versuchen auf seinem Platz das Beste zu geben. Wenn jeder das auf seinem Platz tut, sollte es bald besser aussehen, sagte Adolf Kolping. Pernkopf schloss mit dem Satz von Papst Franziskus zu den Jugendlichen 2015: „Kommt herunter vom Sofa der Bequemlichkeit.

 

Franz Vock

 

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Fotos: Rochus Hetzendorfer 

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