Freitag 24. November 2017
Berichte

Katholische Aktion trauert um Fritz Wolfram

Er gestaltete über Jahrzehnte das Wirken katholischer Laienorganisationen und das kirchliche Leben in Österreich nach dem Konzil prägend mit

Die Katholische Aktion Österreich trauert um Fritz Wolfram. Der Wiener Philosoph und Judaist hat nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil das Engagement der katholischen Laien und kirchliche Bildungsinitiativen prägend mitgestaltet. Wolfram starb am 23. August 2015 nach kurzer schwerer Krankheit im 75. Lebensjahr in Wien.

 

Engagiert auf Österreich-Ebene …

„Fritz Wolfram hat die Aufbruchszeit nach dem II. Vaticanum, aber auch die Krisenjahre in Österreichs Kirche in den 1990er Jahren hautnah miterlebt und als haupt- und ehrenamtlich engagierter Laie auch miterlitten. Tief im Glauben verankert und intellektuell fundiert durch seine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Fragen von Religion und Kirchen unter den Bedingungen der Moderne hat er sich dennoch nie entmutigen lassen und sich große Verdienste um das Laienapostolat erworben“, würdigte KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer das Wirken Wolframs.

 

Geboren am 1. Dezember 1940 in Wien, wuchs Friedrich Wolfram im südlichen Niederösterreich auf. Nach der Matura am Benediktinergymnasium Seitenstetten im Jahr 1959 studierte er Wien Klassische Philologie, Judaistik und Philosophie. Nach seiner Dissertation war er von 1972 bis 1982 Generalsekretär der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), der Katholischen Männerbewegung Österreichs und des Katholischen Laienrates. In dieser Zeit gestaltete er den Österreichischen Synodalen Vorgang und den Katholikentag 1974 mit, ebenso die ORF-Studienprogramme “Wozu glauben?” (1974), “Wem glauben?” (1977) und “Warum Christen glauben?” (1979). Zudem engagierte er sich in der Aktion Leben, in Menschenrechtsfragen sowie in der damaligen Familienrechtsreform.

 

… und im wissenschaftlichen Diskurs

Ab 1982 bis 2004 wirkte er als Sekretär und Bildungsverantwortlicher des Katholischen Akademikerverbandes der Erzdiözese Wien. Darüber hinaus war er ab 1985 als Universitätslektor am Institut für Philosophie der Universität Wien tätig. In seiner wissenschaftlichen Tätigkeit widmete er sich vor allem religionsphilosophischen Fragen, u.a. den Themen Fundamentalismus und Religionskritik. In den 1990er Jahren befasste sich Wolfram ausführlich mit Fragen von Religion, Theologie und Kirchen unter den Bedingungen der Moderne bzw. der Postmoderne.

 

Er verfasste zudem zahlreiche Beiträge in Zeitschriften sowie in Publikationen der Katholischen Aktion bzw. ihrer Gliederungen und war Herausgeber und Mitverfasser mehrerer Bücher über die Geschichte und prägende Persönlichkeiten der katholischen Kirche im Österreich der Zweiten Republik. In den letzten Jahren engagierte er sich für die Publikation der religionsphilosophischen Vortragsreihen im KAV-Wien. So entstanden die Bände "Jenseits der Säkularisierung" (2009; gemeinsam mit Herta Nagl-Docekal) und „Religion in der globalen Moderne“ (2014; gemeinsam mit Hans Schelkshorn).

 

Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Wolfram auch ehrenamtlich in verschiedenen kirchlichen Initiativen, u.a. im Arbeitskreis „Christen und Juden“ der KAÖ, im „Dialog für Österreich“ (1998) und von 1991 bis 1997 als Vorsitzender der Internationalen Vereinigung Katholischer Männer “Unum Omnes”. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

J.P.

 

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