Sonntag 19. November 2017
Berichte

Anregende Laetare-Feier wurde zur Sammlung für junge Studierende

KAV Sympathisanten zeigte sich mit Sozialfond der KHJ solidarisch

Zu einem anregenden frohen Erlebnis wurde der Laetare-Gottesdienst des Katholischen Akademiker/innen Verbandes der ED Wien am 12. März 2015 in der Deutschordenskirche, den der Chor der Katholischen Hochschuljugend Wien (KHJ)unter der Leitung von Karin Wagner und Julian Vana musikalisch gestaltete.

 

Der KHJ-Chor sang für arme in- und ausländische Kolleginnen und Kollegen

 

„Das Überlebensprinzip liegt in der Treue zu Gott und seinen Weisungen“

Da waren nicht nur mehrere Kompositionen des jungen österreichischen Musikers Daniel Muck oder auch das Gebet der Hl. Franziskus in der Fassung von Allen Pote, arrangiert von Robert Delgado, zu hören. Bei der durch den Schauspieler und Sprecherzieher Ferdinand Kaup sehr mitfühlend vorgetragenen Lesung aus dem 2. Buch der Chronik 36,14-16.19-23 2, 16-25 wurde sowohl der Zorn als auch das Erbarmen Gottes durch Verbannung und Befreiung des Volkes  Israel nachvollziehbar.

 

Helmut Schüller, der Geistliche Assistent des Forums Zeit und Glaube/KAV, legte in seiner Predigt dazu erläuternd dar, mit der Geschichtsdeutung  im Buch der Chronik werde das „Drama der Geschichte Israels offenbar“.  Nachdem das Volk immer wieder „vom Bund mit Gott abgewichen“ sei, „Gott verloren“ habe und so „eine leichte Beute für die Welt“ wurde, kam es  mit der Zerstörung Jerusalems 587 v. Christus zu einem „traumatischen Erlebnis“. Den Israeliten  wurde klar, das Überlebensprinzip liege „in der Treue zu Gott und seinen Weisungen“, sagte Schüller.

 

Sieben StudentInnen unterstützt  

Anschließend ersuchte die Diözesansekretärin der KHJ Wien, Bettina Sohm, den „Sozialfonds der KHJ-Wien für in- und ausländische Studierende unter 35 in finanziellen Notlagen“ zu unterstützen. Sohm führte dazu aus: „Durch Spendengelder konnten wir seit dem letzten Semester insgesamt sieben Studentinnen und Studenten aus afrikanischen Herkunftsländern (Mali, Nigeria, Madagaskar) und dem Iran fördern. Beispiele für die finanziellen Nöte und Belastungen sind uns allen bekannt: Hohe Studiengebühren, teure Bücher und Deutschkurse für das Studium, Mieten, Kautionen, Studieren mit Kind oder langwierige Asylverfahren. Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, dass diesen Studentinnen und Studenten der schwierige Lebensalltag etwas erleichtert werden kann“, schloss Sohm, die am Ende für das Spendenergebnis von 277€ herzlich dankte.

 

Zum Ausklang der Feier trug der Stellvertretende Vorsitzende des KAV, Hans Kouba, noch das Gedicht „An mein Herz an einem Sonntag“  von Wislawa Szymborska  vor. Nach dem inspirierenden Gottesdienst nützten die zahlreichen Mitfeiernden das anschließende Zusammensein im Stephanisaal des Curhauses bei Brot und Wein zum Dialogs und zu weiteren angeregten Gesprächen.

 

Franz Vock

 

An mein Herz an einem Sonntag

 

Ich danke dir, meine Herz,
dass du nicht säumst, dass du dich regst,
ohne Entgelt und ohne Lohn
aus angeborenem Fleiß.

 

Siebzig Verdienste hast du in einer Minute.
Jede deiner Muskelbewegungen
ist wie der Anstoß eines Bootes
ins offene Meer
zur Fahrt um die Welt.

 

Ich danke dir, mein Herz,
dass du mich ab und zu
herausnimmst aus der Ganzheit
als Einzelheit selbst im Traum.

 

Du sorgst dafür, dass ich mich nicht
ganz und gar verflüchtige
in einem Flug,
der keine Flügel braucht.

 

Ich danke dir mein Herz,
dass ich wieder erwacht bin - und obwohl es Sonntag ist,
ein Tag der Ruhe,
hält der Verkehr unter den Rippen an
wie sonst an den Wochentagen.

Wislawa Szymborska

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