Sonntag 19. November 2017
Berichte

10 Jahre „Aktion Autofasten“ – eine Erfolgsgeschichte

Enge Verknüpfung von Bewusstseinsbildung und Infrastruktur

Auf die enge Verknüpfung von Bewusstseinsbildung und Infrastruktur wies Tadej Brezina  von der TU Wien in seinem Einstiegsreferat „(Auto)befreit unterwegs in Stadt und Land – von der Forschung bis zur Praxis“ beim Symposion "10 Jahre Autofasten – befreit unterwegs" am 20. Februar 2015 in der Wiener Pfarre St. Elisabeth, 1040 Wien, hin und zeigte dies bei dem Fest an Hand von zahlreichen Beispielen, wo der Erfolg gefeiert und ein Blick in die Zukunft gewagt wurde.

 

Großer Nachholbedarf bei Gestaltung der Infrastruktur

Bewusstseinsbildung, wie sie sich "Autofasten " zur Aufgabe gemacht hat, erreicht Menschen, die bereit sind, etwas zu verändern. Wenn diese aber dann z.B. auf schlecht ausgebaute oder gefährliche Radwege stoßen, kommen keine Veränderungen des Handelns in Gang, legte Brezina dar. In der Infrastruktur, sowohl was schnelle und ungefährliche Radwege angeht, als auch was einen effizienten Öffentlichen Verkehr betrifft, sieht Brezina - und auch viele AutofasterInnen - noch großen Nachholbedarf. Der Vergleich anhand vieler Beispiele aus Skandinavien oder auch Deutschland überzeugte von den großen Aufgaben, die in der Gestaltung der Infrastruktur noch bevorstehen. Vor allem müssen Planer von Radwegen Praxisbezug haben und aus eigener Erfahrung wissen, was flüssiger Radverkehr braucht, waren sich die ExpertInnen einig.

 

Danach nannten AutofasterInnen aus Tirol, Oberösterreich und Wien ihre Beweggründe. Günther Dichatschek aus Tirol erklärte: „Für mich ist „ Autofasten“  als Idee attraktiv, um Autofahrten einzuschränken, die Notwendigkeit zu überprüfen und Möglichkeiten einer besseren Nutzung zu überdenken. Daher kommen für mich als einem, der am Lande lebt, insbesondere die Möglichkeiten der Fahrgemeinschaft und des Verkehrsverbundes mit entsprechenden Parkmöglichkeiten („park and ride“) in Betracht.“

 

Irmgard Irnberger aus Oberösterreich hakte nach: „Ist es gesund, im Strom der Masse mitzuschwimmen oder eben seinen eigenen (gesunden) Weg zu GEHEN?“ Joseph Pezhumkattil aus Wien meinte: „Ich leiste meinen kleinen Beitrag für die Umwelt" und gebe diese Werte an die Jugend weiter.“ Irene Scheuba aus Wien ist überzeugt: „Ich mache als Hausärztin gerne meine Hausbesuche mit meinem Rad und Rucksack, da ich Bewegung mache, schnell bin und keinen Parkplatz suchen muss.“

 

Dabei kamen auch kritische Stimmen zu Wort. So wird Radfahren, zumal mit Kinderanhänger oft eher als gefährlich punziert, anstatt eine Infrastruktur zu schaffen, die diese Gefahrenmomente beseitigt. in Tourismusregionen wie Kitzbühel dient Radfahren in Form von Mountainbiking oft als Freizeitprogramm, hat aber im Alltagsleben praktisch keinen Platz, zeigte ein Tiroler Autofaster auf.

 

Vernetzung der Nachhaltigkeitsthemen wird kommen

In einem Zukunftsdialog kamen die österreichische Autofasten-Initiatorin Hemma Opis-Pieber (Graz), Pfarrerin Margit Leuthold (Wien), Stadträtin Lisa Rücker (Graz) und VCÖ-Preisträgerin Eva Westhauser (Wien) sowie SymposiumteilnehmerInnen zu Wort und diskutierten die Frage, wohin die Zukunft der Aktion Autofasten gehen könne. Ein Tenor war, dass es zu einer Vernetzung der Nachhaltigkeitsthemen kommen werde: Regionale Wirtschaftskreisläufe, gesunde Ernährung und nachhaltige Mobilität bedingen einander.

 

Was 2005 in der Steiermark begann, hat sich mittlerweile zu einer österreichweiten Initiative mit über 15.700 AutofasterInnen entwickelt. Petra Völkl vom Lebensministerium gratulierte zum Erfolg der Aktion, dass gleichzeitig seine Initiative Klima aktiv vorstellte. Ebenso gratulierten Martina Daim vom Klimabündnis und andere zu dem bedeutsamen Erfolg der von den Umweltbeauftragten der Katholischen und Evangelischen Kirche getragenen Initiative.

 

Schon vor dem Beginn des Symposions konnten 25 interessierte AutofasterInnen bei einer Gratisführung durch die ÖBB den neuen Wiener Hauptbahnhof besichtigen, ehe dieses anschließend gemütlich im Veranstaltungsbus von „Jugend am Hof“ mit Kaffee und Kuchen gestartet wurde. Zum Abschluss beseitigte das Kabarett Duo Imo Trojan /Oliver Hochkofler noch restlos alle Unklarheiten zum Thema "Autofasten - Heilsam in Bewegung kommen". Das köstliche Buffet vom Biohof Adamah wurde zum Erfahrungsaustausch und für die nächsten kreativen Überlegungen genutzt.

 

Hans Neumayer, Michaela Ziegler

Informationen unter: info@autofasten.at

 

 

Siehe auch: http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/68123.html

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