Freitag 24. November 2017
Berichte

BV Schutzki: Friede ist „eine Werkstatt, eine universale Verantwortung“

Vertreter aller großen Weltreligionen bei Multireligiösem Neujahrsgebet für den Weltfrieden

Der Friede ist eine „Werkstatt, die allen offen steht, eine universale Verantwortung“, die “in der Verantwortung jedes einzelnen Menschen und in der Verantwortung von ganzen Nationen“ liege, sagte Bischofsvikar Dariusz Schutzki beim Multireligiösen Neujahrsgebet für den Weltfrieden am 17. 1. 2015 im buddhistischen Fo-Guang-Shan Tempel, Wien, vor Vertretern aller großen Weltreligionen.

„Für den offenen Dialog auf gleicher Augenhöhe“
„Eine Haltung der Offenheit muss den interreligiösen Dialog kennzeichnen, der zuerst ein Dialog des Lebens“ sein müsse, wo wir „lernen die Anderen anzunehmen“, führte Schutzki Angesichts der Toten von Paris weiter aus. „Im Rhythmus der schlagenden Herzen wenden wir uns an Dich, Du Odem, Du Ruah, und bitten um Erhörung, um den Frieden in der Welt“, unterstrich Schutzki. Der evangelische Superintendent Hansjörg Lein rief dazu auf, barmherzig zu sein, auf Gewalt zu verzichten und den Frieden zu schaffen, damit „Gottes Wille geschieht“.

Theodor Much, der Präsident von  Or Chadasch, der Jüdisch Liberalen Gemeinde, sah „zwei Arten von Dialog: Einen ehrlichen offenen Dialog, wo auch Platz sein muss für Religionskritik; Und es gibt den oberflächlichen Dialog. Ich plädiere für den offenen Dialog“, wo „Mission keine Rolle spiele“, so Much. Dieser habe „mit Toleranz nichts zu tun“, sondern müsse vielmehr „auf gleicher Augenhöhe erfolgen ohne Hintergedanken“. Auch Fuat Sanac, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, reihte sich leidenschaftlich in die Schar der Beter ein und bat: „Oh Gott der Barmherzigen, führe uns auf dem richtigen Weg“, denn „der beste Mensch ist derjenige, der den Menschen am nützlichsten ist“, so Sanac.

Für Gerhard Weißgrab den Präsidenten der Buddhistischen  Glaubensgemeinschaft in Österreich, haben „Meinungsverschiedenheiten unter den Menschen zu viel Streit geführt“. Daher sollten wir „Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund achten in völligem Respekt“, denn die „Menschen wünschen kein Elend, nur Erfüllung“, so Weißgrab. Naresh Sheetal, der Präsident der Hinduistischen Religionsgemeinschaft in Österreich, wies darauf hin: „Der Frieden liegt in unserem Herzen, nicht draußen“. Auch Frau Otti Käfer, Nationaler Geistiger Rat der Bahai in Österreich, trug aus den Bahai Schriften einen Text zum Weltfrieden vor.

„Wo man ohne Wenn und Aber respektiert, nicht nur duldet“
Die in einer muslimischen Familie in der Türkei geborene grüne NR-Abg. Alev Korun bedankte sich in ihrem Grußwort bei der Österreichisch Buddhistischen Religionsgemeinschaft und sagte: „Der Interreligiöse Dialog ist wichtig, wenn er ehrlich gemeint ist“. Dialog erfordere „immer auch Öffnung, von anderen zu lernen, die eigene religiöse Identität zu behalten“. Dabei sollte es „um Respekt und um Akzeptanz gehen, wo man ohne Wenn und Aber respektiert und nicht nur duldet. Auch bei Mord und Todschlag darf es kein Wenn und Aber geben“, bekräftigte Korun.

Kanzleramtsminister Josef Ostermayer dankte in einer Grußbotschaft für das „konfessionsübergreifende gemeinsame Gebet“ und betonte: „In einer schnelllebigen Gesellschaft wie wir sie heute erleben ist das Miteinander aller essentiell. Um dieses Miteinander zu ermöglichen braucht es einen immerwährenden Dialog all jener, die aktiv an unserer Gesellschaft teilhaben“ Dafür seien Austausch und gegenseitiges Verständnis entscheidend, denn „wir brauchen gemeinsame Lösungen, und nicht solche die uns voneinander trennen“. Das erfordere „das Gemeinsame vor das Trennende (zu) stellen“, unterstrich Ostermayer.

Unter den über 100 Besucherinnen des Neujahrsfestes waren viele religiöse Würdenträger wie der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen Lothar Pöll und mehrere Vertreter von kfb, KMB und KAV. Die Feier wurde mit Tänzen und Liedern umrahmt. Die anschließende Agape nutzten die VertreterInnen der verschiedenen Kulturen zum ausführlichen Gedankenaustausch.    

 

Franz Vock

 

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