Montag 20. November 2017
Berichte

„Die Schätze, die in jeder Gemeinde drinnen sind, heben“

Shebaro von der Pastoralen Strukturentwicklung über praktische Fragen und „viel gewinnen“

„Wir müssen die Schätze, die in jeder Gemeinde drinnen sind, heben. Die Leute sehen das; es geht nicht so weiter.  Auch der Herr Kardinal hat kein Rezept in der Lade drinnen“, sagte Renate Shebaro von der Pastoralen Strukturentwicklung des Pastoralamtes sehr offen im Dialog zum Semesterschluss des AMG-Akademie Lehrgangs „Strukturreform – Wir machen mit“ (Actio Missionis Gaudio, eine KMB-Gründung, siehe www.amg-akademie.at) am 27. Juni 2014 im Stift Heiligenkreuz.

 

„Wenn Vorschläge von den Leuten selbst kommen, dann gibt es eine gemeinsame Basis“

„Wichtig ist, sich bewusst zu machen: Was passiert bei uns schon im Dekanat? Da tut Wertschätzung gut“, bekräftigte Shebaro. „Die Leute müssen sehen, was sie machen können. Sie müssen aber auch sehen, wo es hin geht. Da muss man sehr transparent arbeiten“, berichtete die Strukturentwicklerin. „Wir leiden in der Zwischenzeit an einer großen Ungleichzeitigkeit. Manche Dekanate wissen, was sie zu tun haben, andere fangen erst an oder müssen `hin gestoßen` werden“, erläuterte Shebaro.

 

„Es geht darum, in der großen Vielfalt einen Weg zu finden, wo alle zufrieden sind. Ich gebe oft den Rat, zu den Leuten zu gehen, zu fragen: Was haltet ihr davon? Was wollt ihr?“ Aus ihrer praktischen Erfahrung zeigte sich die ehemalige Pastoralassistentin überzeugt: „Man kann nur mit Argumenten gewinnen. Dabei ist das Zuhören sehr wichtig. Wenn Vorschläge von den Leuten selbst kommen, dann gibt es eine gemeinsame Basis. Das sind dann auch die Schritte die halten“, so Shebaro.

 

„Wir sind in einem Prozess, in dem das Bewusstsein geschärft werden muss: Will ich ein Christ sein? Bin ich in der Nachfolge Jesu?  – Das ist eine persönliche Entscheidung“, gab Shebaro zu bedenken. Wichtig ist ihr auch der Hinweis auf „das gemeinsame Priestertum. Mit unserer Taufe und Firmung haben wir die Verantwortung. Es geht darum, das Gehörte umsetzen. Im Tun werden sie uns erkennen“, so Shebaro. „Wir müssen unsere Talente und Fähigkeiten Charismen-orientiert einsetzen. Das ist ein Gnadengeschenk, was jeder gut kann. Leben und Arbeit soll eine Freude machen. Wenn die Leute kapieren, dass sie nichts verlieren, sondern dass sie viel gewinnen, dann ist viel passiert“, schloss Shebaro, zu der im gemütlichen Teil alle kamen, um über die Themen ihrer Region zu reden.

Auf ihr   „Es war mir eine große Freude und große Ehre“ erhielt sie im Abgang spontanen Applaus.

 

„Eine Gemeinschaft, die bemüht ist, die Sache Jesu weiter zu tragen“

„Ich konnte mir zunächst nicht vorstellen, was ist der Inhalt. Ich war dann angenehm überrascht. Wir haben eine ganz gute Gemeinschaft gegründet; Das hat mir sehr gut gefallen“, so ein Medienmann in der vorausgegangenen Reflexion über den Lehrgang. Andere erleben ihn „gut gewürzt“, als „Erlebnis, das ich nicht missen möchte“ oder „hervorragend; Es gibt viele die feurig mitmachen wollen“. Für einen „Hochgebirgs-Dekanatsobmann“ ist es „eine Horizonterweiterung. Ich sehe einiges gelassener. Ich glaub, wir haben hier eine Gemeinschaft, die bemüht ist, die Sache Jesu weiter zu tragen.“

 

Mit dem Blick auf die praktische Umsetzung sagte einer: “Mit dem Seelsorgeraum und Pfarre Neu hab ich bei uns einige Probleme. Ich bemüh mich, dass wir wenigstens miteinander reden.“ Ein anderer Teilnehmer bemerkte: „Bei der Dekanatsversammlung ist das Kirchenvolk zu wenig eingebunden.“ Einer aus der Baubranche fragte: „Was dürfen die aktiven Laien wirklich machen? Wir kennen alle die Analyse. Die Verantwortlichen sind dann gefangen im Kirchenrecht“

 

Pfarrobmann Harald Pfeffer betonte in seinem Statement: „Ein ganz wichtiger Teil der christlichen Gemeinde ist neben Liturgie/Eucharistie und Verkündigung die Diakonie, der Aufbau einer solidarischen Gemeinschaft. Wir dürfen an den Leiden der Menschen nicht vorbeigehen.“ Er schloss: „Christen sind der dienende Geist in der Welt. Frieden und Versöhnung ist ihr Weg. Auch wir werden uns an diesen Maßstab messen lassen müssen. Reden wir von unserem Glauben; Den ernsthaft Strebenden lässt der Herr nicht im Stich.“                                                                                  Franz Vock

 

 

 

 

Katholischen Aktion
Erzdiözese Wien

Stephansplatz 6/5
1010 Wien

Tel. +43 1 51552-3312
Fax: 01/ 51552-3143
katholische.aktion@edw.or.at
Darstellung:
http://www.ka-wien.at/