Arbeitswelt

Wirtschaftlicher Erfolg und Menschenwürde – zwei Säulen einer gelebten Partnerschaft

Altabt Christian Haidinger, OMV-Direktor Reinhard Oswald, KABÖ-Vorsitzender Philipp Kuhlmann und Bürgermeisterin Claudia Weber lobten bei der Barbarafeier Matzen das gute Miteinander

„Wirtschaftlicher Erfolg und Menschenwürde sind die zwei Säulen einer gelebten Partnerschaft“, sagte Altabt Christian Haindinger vom Benediktinerkloster Altenburg bei der Barbarafeier am 2. Dezember 2018 in der Pfarrkirche Matzen, zu der die Pfarre und Marktgemeinde Matzen, die OMV-Austria und die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung (KAB) der ED Wien eingeladen hatten.

 

Bete und Arbeite

„Wirtschaftlicher Erfolg darf nicht zum Nachteil oder zur Ausbeutung der Menschen führen. Durch übergroße Beanspruchung darf die Würde der Menschen nicht leiden“, bekräftigte Haidinger vor den über 200 Mitfeiernden und erinnerte dabei an die eben zu Ende gegangenen Lohnverhandlungen der ÖBBler. „Wir müssen die Nächstenliebe als eine alle Menschen verbindende Menschenwürde ernst nehmen und daraus das Miteinander und Füreinander im Leben gestalten“, führte Haidinger aus. Der Abt muss „die Fähigkeit haben, der Eigenart vieler zu dienen“, erinnerte Haidinger an die Benediktusregel und erläuterte: „Ein gutes Wort ist mehr als eine gute Gabe“. Wenn wir „Dein Reich komme“ beten, dann ist uns die „neue Welt Gottes verheißen“, sagte der Altabt.

 

Es brauche ein „Bemühen um spirituelle Tiefe“, führte Haidinger im Optimum, der von der OMV gesponserten großen Veranstaltungshalle des Ortes weiter aus. Es gehe darum „wirtschaftlichen Erfolg und Menschenwürde in Einklang zu bringen“. Wenn heute von Gewinnmaximierung und Leistung gesprochen werde, dann gehe es darum den „Weg zu einem gelingenden und erfüllten Leben, einem Leben in Gemeinschaft“ zu finden. In Erinnerung an die Benediktusregel empfahl der Altabt, den BesucherInnen „auf die zwei Säulen Bete und Arbeite“ zu bauen, um „mit beiden Füßen auf der Erde zu stehen und so eine Verankerung unseres Lebens in Gott“ zu haben.

 

Die persönliche Würde heilighalten

Philipp Kuhlmann, der Vorsitzende der KAB Österreich und der ED Wien, sagte zum Motto der Barbarafeier „Wirtschaftlicher Erfolg und Menschenwürde – eine gelebte Partnerschaft“, schon Papst Johannes XXIII. habe in seiner Enzyklika Mater et magistra (236) 1961 darauf hingewiesen: „Nach dem obersten Grundsatz dieser Lehre muss der Mensch der Träger, Schöpfer und das Ziel aller gesellschaftlichen Einrichtungen sein. (ebd. 219)
 

Auch Papst Johannes Paul II. habe in Laborem exercens 1981 betont: „(Man muss) vor allem ein Prinzip in Erinnerung rufen, das die Kirche immer gelehrt hat: das Prinzip des Vorranges der Arbeit gegenüber dem Kapital. Dieses Prinzip betrifft direkt den Produktionsprozess, für den die Arbeit immer eine der hauptsächlichen Wirkursachen ist, während das Kapital, das ja in der Gesamtheit der Produktionsmittel besteht, bloß Instrument oder instrumentale Ursache ist. Dieses Prinzip ist eine offensichtliche Wahrheit, die sich aus der ganzen geschichtlichen Erfahrung des Menschen ergibt. (12)

 

Kuhlmann erinnerte, schon Papst Leo XIII habe in Rerum novarum 1891 (16) darauf hingewiesen: „Die Arbeiter dürfen nicht wie Sklaven angesehen und behandelt werden; ihre persönliche Würde, welche geadelt ist durch ihre Würde als Christen, werde stets heilig gehalten; Arbeit und Erwerbssorgen erniedrigen sie nicht, vielmehr muss, wer vernünftig und christlich denkt, es ihnen als Ehre anrechnen, dass sie selbständig ihr Leben unter Mühe und Anstrengung erhalten; unehrenvoll dagegen und unwürdig ist es, Menschen bloß zu eigenem Gewinne auszubeuten und sie nur so hoch anzuschlagen, als ihre Arbeitskräfte reichen“.

 

Auch im Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich wurde 2003 unter MENSCHENGERECHT WIRTSCHAFTEN (187) formuliert: „Wirtschaft ist auf menschliches Leben ausgerichtet. Das bedeutet: Wirtschaft muss nicht nur sachgerecht, sondern auch menschen- und gesellschaftsgerecht sein und die Belange zukünftiger Generationen und der Umwelt mit einbeziehen. … Die Erfüllung dieser Anforderungen ist keineswegs selbstverständlich, wenn der Mensch primär als Produktionsfaktor gesehen und den Gesetzen des freien Marktes nach den Regeln einer globalen Wirtschaft unterworfen wird. ... Marktwirtschaft bedarf sozialer und ökologischer Rahmenbedingungen, damit sie dem Leben dient und auf Dauer erfolgreich ist“, so Kuhlmann

 

 

Das Wohlbefinden der MitarbeiterInnen ist entscheidend

Die Matzener Bürgermeisterin Claudia Weber betonte, der von der OMV gesponserte Eislaufplatz wurde im letzten Jahr von 40 000 BesucherInnen aus dem Bezirk und Wien Umgebung besucht. Ebenso werde es wieder einen Adventspaziergang geben. Die OMV sei damit nicht nur Arbeitgeber sondern auch Partner.

 

Der Geschäftsführer der OMV Austria, Direktor Reinhard Oswald, betonte, für jedes Unternehmen seien wirtschaftlicher Erfolg und Profitabilität wichtig, doch für die OMV „ist nicht nur der Gewinn entscheidend, sondern auch das Wohlbefinden der MitarbeiterInnen“. Für das Unternehmen haben die Menschen „denselben Wert“, unabhängig vom Alter, Geschlecht oder der Zugehörigkeit. „Das Wohlbefinden hat höchste Priorität“, bekräftigte er. Das neue Arbeitszeitgesetz sei ihm daher „ein persönliches Anliegen“, wo es schon sein könne, vom Chef ein persönliches SMS zu erhalten, es sei jetzt genug. Es brauche dieses „zutiefst menschlich geprägte Miteinander“, so Oswald.

 

„Öl und Gas sind und bleiben das Rückgrat einer globalen Energieversorgung. Ora et labora ist unser Tagesgeschäft“, sagte Oswald. Die Geologie sei beim Bohren in die Tiefe eine Hilfe, aber auch „beten hilft“, meinte Oswald augenzwinkernd, denn schließlich wisse man nicht von vorneherein, ob die Bohrung erfolgreich sei. Die OMV führe die größte 3 D Seismik Europas durch und sei in der Technologie „Weltführer bei der Ausbeutung von Öllagerstätten“. Gleichzeitig unterstütze die OMV mit einem Gutschein des „´Vereins Tiergeflüster´ das therapeutische Voltigieren für bedürftige Schülerinnen und Schüler des Sonderpädagogischen Zentrums (Zis – Zentrum für Inklusion) Matzen“, schloss Oswald.

                              

Gabriele Kienesberger von der KAB moderierte die Veranstaltung. Pfarrer und Dechant Kazimierz Wiesyk SAC freute sich mit Kaplan Thomas Marosch so viele Mitfeiernde begrüßen zu können. Auch der Gänserndorfer Stadtpfarrer a. D. Josef Neubauer feierte mit. Vier Lehrlinge der OMV trugen ihre sehr persönlich formulierten Fürbitten vor. Die Rhytmische Gruppe der Pfarre Matzen hatte die Feier in der Kirche musikalisch gestaltet. Und das OMV Blasorchester unter der Leitung von Kapellmeister Anton Kammerer begleitete die Feiergemeinde von der Kirche zum Optimum, wo es auch nach den Ansprachen noch mit Bergmannsliedern wie dem „Bergmannstand“ oder „Der Steiger“ aufwartete.

 

Franz Vock

 

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