Samstag 18. November 2017
Arbeitswelt

Bischof Alois Schwarz: „ARENUM heißt dass Leute zum Leben kommen“

Internet-Portal www.arenum.at der AMG-Akademie will zu mehr Gemeinwohl beitragen

„ARENUM heißt dass Leute zum Leben kommen“, sagte Diözesanbischof Alois Schwarz bei der Vorstellung des von der AMG-Akademie initiierten Projektes (Arbeit – Energie – Umfeld) „ARENUM. Zeit teilen – Gemeinwohl erleben“ am 19. Oktober 2015 im Bildungszentrum St. Bernhard in Wiener Neustadt vor namhaften Vertretern aus Kirche, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

 

„Die Arbeit an mir selbst ist das Entscheidendste“

 „Die Arbeit ist heute ein Mittel um Ansehen und Wohlstand zu erreichen“ und sei „an die Uhrzeit geknüpft“, konstatierte  Bischof Schwarz.  Die Arbeitsbelastung sei heute „enorm hoch“. Daher gebe es „auch die Sinnentleerung der Arbeit“, was zur Folge habe: „Das Selbstwertgefühl reduziert sich auf das Geld: Das ist ein sehr hoher Preis, der für den Wohlstand gezahlt wird und Auswirkungen auf die Gesundheit hat“. So seien die psychischen Erkrankungen heute „als Folge der Arbeit am Vormarsch“ und bildeten bereits 32 % der Krankenstände, so Schwarz.

 

„Es fehlt der Rückwärtsgang im Wirtschaftssystem, weil wir zu einem ständigen Wachstum verdammt sind“, betonte der Bischof. Die Natur lehre uns jedoch, „dass es nirgendwo ein unbegrenztes Wachstum gibt“. Daher sei es wichtig, dass „Kirche in die Betriebe geht“. Bei der Firma Infineon dürfe „kein Fehler gemacht werden während wir von einer Fehlerkultur reden“. Arbeit schaffe aber auch „soziale Bindung, Entwicklung und Reifung“. Dem entsprechend könne sie „Quelle des Glücks sein“. Daher sei „die Arbeit an mir selbst das Entscheidendste …  im wieder entdecken der Seele“. Diese Arbeit an mir selbst sei „das Wichtigste“ und „eine lebenslange Schulung“.

 

„Wenn die Energie der Seele fehlt, fehlt sie wo anders auch“

Die Energie sei heute „eine Frage der Fortbewegung“, wo wir alle „einen großen ökologischen Fußabdruck hinterlassen“. Von Bedeutung sei aber auch: „Woher nimmt meine Seele die Energie? Ist die Eucharistie eine Quelle, wo meine Seele eine Nahrung bekommt“, fragte Bischof Schwarz und verwies darauf: „ Wenn die Energie der Seele fehlt, fehlt sie wo anders auch“.

 

Ebenso sei es wichtig auf unser Umfeld zu sehen. “Die Flüchtlingswelle ist ein starkes Zeichen der Zeit“, so Schwarz. So sei Jesus mit seinen Eltern selbst nach Ägypten geflohen. Da gebe es in der Bibel noch „einige Schätze“ zu heben. Die Kirche könne aber auch „von der Welt lernen“. Die  Kirche sei durch die Menschen „mitten in der Welt“ und wir „in unserem Lebensraum … gefordert“, sagte Schwarz. Werde die Welt in den Berichten des Club of Rome „noch als Rohstofflager gesehen“, so gebe es heute mit der Enzyklika „´Lautato si´ einen Perspektivenwechsel“ zum „Lobgesang versus Demokratie“. Die Schöpfung sei für die jüdisch christliche Welt „mehr als von der Natur zu sprechen; ein Gemeinschaftsgut, das uns der Schöpfer gegeben hat in der wir drinnen stehen“, wozu es aber auch „eine gelebte Spiritualität der Schöpfung“ brauche, so der Diözesanbischof.

 

Schwarz nannte mit Franz Jalics „fünf Prioritäten“ für ein gutes und gelingendes Leben: 1. Schlaf. Das sei „das Wichtigste“, denn „unausgeschlafen treffen wir falsche Entscheidungen“. 2. Bewegung und körperliche Gesundheit. „Wer sich nicht bewegt kann nichts bewegen“. 3. Meditation und Gebet. „Nimm dir täglich eine halbe Stunde Zeit für dich selbst“, empfahl Schwarz. 4. Familiäre Beziehungen. Freundschaftliche Beziehungen und Zeit füreinander seien wichtig. 5. Arbeit. „Wer die Arbeit zum Ersatz für familiäre Beziehungen macht überfordert sich selbst und die Umwelt“, so Schwarz. Zum Schluss  empfahl er den BesucherInnen „vor dem Schlafen gehen drei Dinge aufschreiben, wofür sie danken. Eines für die Arbeit, eines für Energie und eines für Umwelt“. „Arenum kann nur in Gang kommen, wenn sie für sich das verankern, in ihrem Denken speichern“, schloss Schwarz.

 

Mit dem Internetportal www.arenum.at zu mehr Gemeinwohl beitragen

P. Walter Ludwig, der Prior vom Neukloster Wiener Neustadt, wies in seinem Statement über die Bedeutung der Motivation für die Kommunikation darauf hin, in den vielen Geschichten der Bibel  gehe es immer wieder um „Beziehung und Motivation. Gott sucht Gemeinschaft mit dem Menschen, spricht den Menschen an“. Der Mensch könne das „hören oder nicht. Der Mensch der von Gott angesprochen wird, ist einer der die Welt gestaltet“. Daher sei die Kommunikation in der Kirche, im Kloster und in der Gesellschaft wichtig. Kommunikation die von Gott komme, motiviere den Menschen „miteinander zu kommunizieren“. Da stecke aber auch ein „ Appel drin ändere dein Leben“. Und „Nur in dem Maß in dem ich mit Gott im Gespräch bin, kann ich auch mit den Menschen ins Gespräch kommen“, schloss Prior Walter Ludwig.

 

Der Initiator des ARENUM-Projekts, Robert Busch, betonte: „Zeit teilen – Gemeinwohl er-leben ist Lebensinhalt und Aufgabe für uns. Arbeit, Energie, Umfeld sind die notwendigen Voraussetzungen hierfür.“ Das Internetportal www.arenum.at zeige „ Möglichkeiten für ein verantwortungsvolles Leben in Gemeinschaft auf“ und sei daher eine „Plattform für Information und Kommunikation auf Pfarr- und Gemeindeebene, von Mensch zu Mensch“. Der Geschäftsführer von Appsystems, Gerold Kumpfhuber, wies bei der Vorstellung darauf hin, jede und jeder könne nach einer einfachen Registrierung über das Portal Hilfe anbieten oder suchen und so zu mehr Gemeinwohl beitragen.

Bischofsvikar Stadler: „Die AMG-Akademie hat hervorragende Arbeit geleistet“

Bischofsvikar Rupert Stadler betonte: „Die AMG-Akademie hat hervorragende Arbeit bis jetzt geleistet; Und ich wünsche dem Projekt ARENUM, der AMG-Akademie, der KMB und der KA viel Erfolg und den Segen Gottes für das neue Projekt“.

 

Der Moderator des Abends, Pfarrer Bernhard Mucha, freute sich unter den vielen Gästen aus Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft den Stv. Vikariatsratsvorsitzenden im Süden, Nikolaus Csenar, Propst Karl Pichelbauer, KA-Wien Generalsekretär Christoph Watz, KMB-Vikariatsobmann Richard Wagner, Alexander Norman von der Industriellenvereinigung, den Leiter des Kultusamtes im Bundeskanzleramt, Anton Stifter, und als Sponsor Direktor Günter Bergauer von Bankhaus Schelhammer & Schattera  begrüßen zu können. Beim anschließenden Buffet wurden gleich die Möglichkeiten des Internatportals rege sondiert und die Vernetzung vorangetrieben.

 

Die AMG-Akademie (Aktuelles – Männer – Glaube, Actio Missionis Gaudio) ist eine Gründung der Katholischen Männerbewegung des Vikariats unter dem Wienerwald, hat zuletzt den zweijährigen Lehrgang „Strukturreform – Wir machen mit. Einstehen – Aufstehen – Einmischen“ veranstaltet und dessen Ergebnisse in dem Buch „Impulse zur Strukturreform“, Wien 2015, herausgegeben.

 

Franz Vock

 

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