Samstag 18. November 2017
Arbeitswelt

Der „Weltweite Tag der menschenwürdigen Arbeit“ ist Auftakt einer Veranstaltungsreihe der KA Wien.

WB Scharl, WB Turnovszky, BV Stadler und KA Wien  „wünschen einen guten Arbeitstag“

 

Mit Foldern und Grußbotschaften, die in Betrieben und auf Pendlerbahnhöfen im Industrieviertel (Wr. Neustadt, Felixdorf, Baden, …) und im Weinviertel zum „Weltweiten Tag der menschenwürdigen Arbeit“ am 7.10. verteilt wurden, wenden sich die KA Wien, die Weihbischofe Scharl und Turnovszky und Bischofsvikar Stadler an die Menschen.

 

WB Scharl sagt „Danke“ und WB Turnovszky „Die Arbeit ist für den Menschen da“

Nicht nur „in Billiglohnländern …, auch bei uns läuft etwas schief: Unsere Gesellschaft zerfällt immer mehr in zwei Extreme: Die einen werden nicht gebraucht und sind arbeitslos. Die anderen arbeiten bis zum Umfallen und kämpfen mit stundenlangem Pendeln, Stress, Mobbing, Angst um den Arbeitsplatz, Burnout usw.“, schreibt Weihbischof Stephan Turnovszky zum „Weltweiten Tag der menschenwürdigen Arbeit“ am 7.10. an die Menschen des Weinviertels. Turnovszky unterstreicht: „Die Bibel sagt klar, dass die Arbeit für den Menschen da ist, und nicht der Mensch für die Arbeit“.

 

Ähnlich schreibt Bischofsvikar Rupert Stadler ​den Menschen des Industrieviertels: „Stundenlanges Pendeln, steigender Leistungsdruck, Stress, Mobbing und oft Angst um den Arbeitsplatz, besonders bei älteren Arbeitnehmern …!  All das kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen“. Stadler lädt die Menschen ein, „ein wenig über die Situation der ArbeitnehmerInnen in Österreich und auch über Ihre ganz persönliche Situation nachzudenken“, denn „Arbeit dient der Versorgung des Lebens, um damit ein freies Leben führen zu können“.  

 

Und Weihbischof Franz Scharl schreibt in einem Brief an Pfarrer und Pfarrgemeinderäte im Industrie-viertel: „Menschenwürdige Arbeitsbedingungen heißt auch, manchmal von Kunden und Arbeitgeber bedankt zu werden, für die Leistung die eine Person an ihrem Arbeitsplatz erbringt. Ein nettes Wort und ein freundliches Lächeln brauchen die Menschen viel mehr, als nur technischen Fortschritt“. Scharl ermutigt diese: „Nehmen Sie am 7. Oktober einige Flyer mit und wünschen bei Ihrem persönlichen Einkauf oder bei Inanspruchnahme von persönlichen Dienstleistungen den Menschen einen schönen Arbeitstag und G´´ttes Segen. Vielleicht ergibt sich daraus auch ein gutes Gespräch.“

 

KA Wien Schwerpunkt „Menschenwürdige Arbeit“

„Stress im Beruf, Burn out, seelische und körperliche Belastung, prekäre Arbeitsverhältnisse, auf der anderen Seite sind 376.522 Menschen in Österreich arbeitslos. Eine Veränderung in der Verteilung von Arbeit ist dringend notwendig“, schreibt die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien in dem Folder zum „Schwerpunkt ´Menschenwürdige Arbeit´“ und bekräftigt dazu: „Die Katholische Aktion und ihre Gliederungen möchten ihren Beitrag in diesem Diskurs leisten“.

 

Als Ziele des Folders nennt KA Wien Generalsekretär Christoph Watz den Menschen „zu danken“ und „Wir laden zu Veranstaltungen ein und um sich weiter zu informieren über Arbeitszeitverteilung und Steuergerechtigkeit. Die Katholische Soziallehre, die Jugendarbeitslosigkeit und die Veranstaltungen der AMG-Akademie sind die Schwerpunkte“. Watz nennt als nächste Veranstaltungen:

● 19.10., 18.00 Uhr, „Budgetcafe“ zum Thema „Klima schützen - Arbeit gerecht teilen - Überfluss besteuern“, eine Wege-aus-der-Krise-Veranstaltung von KAB und KAÖ im Cafe Griensteidl Wien.

● 19.10., 18.00 Uhr, Impulse zu Arbeit – Energie – Umfeld, eine (ARENUM) Auftaktveranstaltung der AMG-Akademie mit Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz,  Prior P. Walter Ludwig OCist und Mag. Gerold Kumpfhuber, Geschäftsführer Appsystems, im Bildungszentrum St. Bernhard, Wr. Neustadt

● 27.11. 18-21 Uhr, Arm trotz Arbeit, Vom Atypischen und Prekären zum Umbau unserer Arbeitsgesellschaft und Grundeinkommen. Mit Prof. Dr. Nikolaus Drimmel, Veronika Kronberger und Dr. Markus Schlagnitweit im Bildungshaus Schloss Großrußbach.

 

Gerade jetzt ist uns menschenwürdige Arbeit für alle wichtig; Und wir dürfen die Arbeitslosen nicht gegen wie Flüchtlinge ausspielen, wie das auch Papst Franziskus – siehe Folder – anspricht.  

 

Download Folder mit Veranstaltungen im Weinviertel                                               

Download Folder mit Veranstaltungen im Industrieviertel                                                                                            

 

 

„Umverteilungsmaßnahmen um ein würdevolles Leben zu finanzieren“,

fordert KA Wien Präsident Walter Rijs zum Tag der menschenwürdigen Arbeit

 

Die weltweite wirtschaftliche Ausbeutung – eine tödliche Konkurrenz – muss gestoppt werden; Uns allen täte mehr wirtschaftliche Regionalität gut! Damit könnte man den Schadstoffausstoß durch weniger Transport verringern, und Arbeit schaffen bei gleichzeitig reduziertem Verbrauch an Rohstoffen. Es braucht eine Abkehr von gezielter Überproduktion, welche die Stückkosten zwar nicht senkt, aber viel Abfall verhindert und weniger Wegwerfmentalität bewirkt. Gleich den Abfallbeseitigungskosten muss man die Folgen (z. B. für Flüchtlinge wegen sozialer Unruhen) einpreisen – vielleicht eine „Krisenregionsabgabe“?

 

Schon diese wenigen Überlegungen zeigen uns, wie eng die Themen Finanzwelt, Industrie, Handel und Dienstleistungsgesellschaft verknüpft sind. Wir können gar nicht mehr feststellen, wo wer Täter und wo wer Opfer ist!  Wenn Lohndumping eines Landes die Arbeitszeit - Umverteilung wie die Reduzierung von Wochenarbeitszeit in einem anderen Land einer sogenannten Wirtschaftsunion vereitelt, dann geht das auf Kosten menschenwürdiger Arbeit! Jeder, jede Arbeitnehmer/in muss von seiner/ihrer Arbeit ein würdevolles Leben finanzieren können.

 

Gelingt das nicht, bedarf es anderer Umverteilungsmaßnahmen um gesellschaftliche Eskalationen  durch  Armut, Hunger und Perspektivenlosigkeit zu vermeiden.

Was geschah in den letzten Jahrzehnten im Irak, in Libyen oder auch Afghanistan, um nur einige Länder zu nennen? Wer waren die Nutznießer dieser tragischen Geschehnisse?  Da wären für mich z. B. die Finanziers der Flüchtlingsbetreuungskosten zu suchen, inklusive der Waffenlobby!

 

Walter Rijs

Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien

 

 

„Ein Systemwechsel ist nötig, um nachhaltig und gerecht zu arbeiten

KAB-Wien Vorsitzender Philipp Kuhlmann zum Welttag der menschenwürdigen Arbeit

 

 

Jedes Jahr, am 7.10., wird der „Welttag für menschenwürdige Arbeit“ begangen. Für die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung (KAB) ist klar, dass ein Systemwechsel nötig ist, um nachhaltig und gerecht zu arbeiten.

 

Arbeitsteilung muss fair gestaltet sein. Weltweit leben sonst die Reichen auf Kosten der Armen und der Umwelt. Wenn wir dann noch unseren Lebensstil über die Medien weltweit zur Schau stellen, dürfen wir uns über Flüchtlingsströme nicht wundern. Lokal muss die vorhandene Arbeit über eine generelle Arbeitszeitverkürzung gerecht verteilt werden.

 

Arbeit muss heute besonders auch ökologische Aspekte berücksichtigen. Die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus ist eine eindringliche Ermunterung dazu. Die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung verbindet beide Anliegen und setzt sich zum Beispiel im Rahmen der Allianz „Wege aus der Krise“ für Arbeitszeitverkürzung und eine Ökologisierung der Arbeitswelt ein. Am 19.10. besteht im Rahmen des „Budgetcafes“ unter dem Titel „Klima schützen - Arbeit gerecht teilen - Überfluss besteuern“ im Cafe Griensteidl ab 18 Uhr Gelegenheit für alle Interessierten, sich ein Bild über mögliche Wege aus der Krise zu machen.

 

Philipp Kuhlmann

Vorsitzender der Katholischen ArbeitnehmerInnen Bewegung in der Erzdiözese Wien

 


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