Mittwoch 22. November 2017
Arbeitswelt

Arbeit & Wirtschaft fair-ändern

Was kann ich tun? KA präsentierte Möglichkeiten.

Hier können Sie alle Impulsvorträge des Nachmittags "Arbeit & Wirtschaft fair-ändern", den die Katholische Aktion Samstag, 13. Juni 2015 in St. Bernhard organisiert hat, als Video nachhören: 

  • Solidarische Ökonomie - Markus Blümel, Kath. Sozialakademie Österreich
    (Dauer 33 Min.) - VIDEO ansehen
  • Sozialökonomische Betriebe - Robert Brich, Phönix Wiener Neustadt
    (Dauer 12 Min.) - VIDEO ansehen
  • Solidarische Landwirtschaft - Christoph Zehrfuchs, Biohof Zehrfuchs Dechantskirchen
    (Dauer 16 Min.) - VIDEO ansehen
  • Energie Armut - Karin Gruber, sunwork-Energiesparberatung Wien
    (Dauer 23 Min.) - VIDEO ansehen 

 


 

Solidarisches Wirtschaften dient dem guten Leben. Es gibt Alternativen für eine andere Wirtschaft, angefangen von „Ausleihen, Tauschen, Reparieren bis hin zum fairen Handel“, sagte Markus Blümel von der Katholischen Sozialakademie vor rund 50 TeilnehmerInnen beim Informationsnachmittag „Arbeit & Wirtschaft fair ändern“ der Plattform „Kirche und Arbeitswelt“ der Kath. Aktion am 13. Juni 2015 im Wiener Neustädter Bildungszentrum St. Bernhard. Er verwies dabei auf zahlreiche konkrete Beispiele in Gemeinschaftsgärten, alternativen Wohnformen und solidarischer Landwirtschaft, wo Solidarische Ökonomie heute schon als Alternative zur neoliberalen Form des derzeit vorherrschenden ökonomischen Denkens gelebt werde. Unter der TeilnehmerInnen waren VertreterInnen der SPÖ, ÖVP und der Grünen der Stadt Wr. Neustadt.

Foto: Markus Blümel (Katholische Sozialakademie), KA-Vizepräsidentin Evelyn Hödl, Karin B. Gruber („Sunwork“ – Energiespar-Beratung) sowie KA-Südvikariat-Vorsitzender und KMB-Vikariatsobmann Richard Wagner im Gespräch.

 

Drei praktische Beispiele

„Phönix Wiener Neustadt als Sozialökonomischer Betrieb verbindet soziale und ökonomische Prinzipien“, berichtete Geschäftsführer Robert Brich. Ein Sozialökonomischer Betrieb ist ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, das durch die Bereitstellung von marktnahen, aber doch relativ geschützten, befristeten Arbeitsplätzen die Integration von längerfristig arbeitslosen Personen in den ersten Arbeitsmarkt fördert. Konkret werden in dieser Einrichtung langzeitarbeitslose Menschen vom AMS zugewiesen, im Rahmen eines Kurses neu motiviert, erhalten für 6 Monate einen Transitarbeitsplatz, um sie dann wieder auf dem freien Arbeitsmarkt zu vermitteln.

 

„Solidarische Landwirtschaft baut auf dem CSA-Prinzip („Community Supported Agriculture“ = Landwirtschaftsgemeinschaft) auf, ist ein Zusammenschluss von Produzenten und Konsumenten ohne Zwischenhandel und teilt Kosten, Ernte und Risiken“, erzählte Christoph Zehrfuchs vom „Biohof Zehrfuchs“ im steirischen Dechantskirchen: „Dies bedeutet Existenzsicherung und Kundenzufriedenheit.“ Hier sind die Kunden zugleich auch Anteilseigner des Bauernhofes und helfen bei der Aussaat und Ernte mit. Sie wird auf die Anteilseigner nach Anzahl ihrer Anteile aufgeteilt. Die Biobauer ist Eigentümer des Bauernhofs, bewirtschaftet diesen nach den Bedürfnissen und gemeinsamen Entscheidungen der Mitinhaber und ist Geschäftsführer der Kooperative.

 

Karin Gruber von „Sunwork“-Energiesparberatung berichtete, Energieberatung in der klassischen Form sei Fachberatung, beinhalte aber für energiearme und einkommensschwache Menschen konkrete Sparmaßnahmen und Verhaltensänderungen bei Energiefragen. Neben dem notwendigen Einsparen von Energie im globalen Zusammenhang der endlichen Ressourcen ging es dabei auch um die Situation von Menschen, die sich den notwendigen Energiebedarf für ein menschenwürdiges Leben gar nicht mehr leisten können. Dazu müssten die Menschen vor Ort abgeholt werden, so Gruber.

 

WB Scharl: „Zeit für Gebet, Bibel und kleine Dinge, etwa den Lebensstil, zu verändern“

Ergänzend stellte Robert Busch abschließend noch das von der AMG-Akademie (Actio Missionis Gaudio) geplante Projekt „Zeit teilen. Gemeinwohl erleben. ARENUM“ vor, mit dem in den drei Bereichen Arbeit – Energie – Umwelt an die praktische Umsetzung gegangen werden könne. Konkret könne dies mit Handwerkstatt eins, der „Sunwork“-Energiesparberatung und  Open Scoool geschehen. Alle wollten dann die dazu angebotenen Informationsmappen mitnehmen, sodass „wir mit dem Schlichten gerade noch nachgekommen sind“, fasste Bernhard Mucha zusammen.

 

Nach diesen Impulsen gab es noch die Möglichkeit, mit den einzelnen ReferentInnen ins persönliche Gespräch zu kommen, bevor um 16.00 Uhr im Dom zu Wiener Neustadt die Kath. Männerbewegung mit Weihbischof Franz Scharl einen Festgottesdienst feierte. In seiner Predigt lud Scharl die Männer ein, „erstens Jesus Christus zu verkünden, Zeit für Gebet und Bibel zu haben“ und „zweitens einfach loszulegen und schon kleine Dinge, etwa den Lebensstil, zu verändern“.

 

Als Vorprogramm konnte man am Vormittag von 10h bis 12h im Hof des Bildungszentrums kostenlos sein Fahrrad von Walter Popp, dem Besitzer einer Fahrrad Reparatur Werkstatt reparieren lassen. Er wurde von zwei jungen erwerbslosen Burschen unterstützt, die im Jugendhaus der Caritas in der Albrechtkreithgasse wohnen. 10 Personen nahmen das Angebot sehr erfreut auf und auch die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend. „Alles in Allem war es eine sehr erfolgreiche Veranstaltung“, fasste Michael Gassmann zusammen.

Stefan Kronthaler, Michael Gassmann, Franz Vock

 

Videos von den Vorträgen: http://www.st-bernhard.at/articles/2015/06/15/a3442/

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