Samstag 18. November 2017
Arbeitswelt

Gemeinwohl und ganzheitliche Entwicklung ist vorrangig

KA Wien Präsident Walter Rijs zum „Tag der Arbeitslosen“.

[30.04.2015] „Tag der Arbeitslosen“ - wer ist das, jemand der seine Arbeit los ist? Gibt es tatsächlich Menschen die alle(r) Arbeit los (ledig) sind?  Woran oder an wen denken wir heute, am 30.April, dem Tag der „Arbeitslosen“? Immer wieder hören wir von „Einsparungen“ und sehr oft sind es die Arbeitskräfte, also Menschen die eingespart werden. Die Erwerbsarbeit ist sehr oft, den einen (Arbeitgeber) zu teuer und den Lohnempfängern zu billig (gering), das scheint das LOS der Erwerbsarbeit zu sein. Sind die Löhne auf Dauer zu gering, hat das seine negative Auswirkung auf die Kaufkraft der Menschen und das hemmt die Wirtschaft. Sind die Löhne zu hoch, wandern die Produktionsbetriebe in Billiglohnländer ab. Was tun?

 

Foto: V.l.n.r.: Fachbereichsleiterin Maria Schwendenwein, FB-Leiterin Renate Moser, Stefanie Sirch, Gesellschaftspolitischer Referent Michael Gassmann, WB Franz Scharl, KA-Generalsekretär Christoph Watz, KA-Präsident Walter Rijs, Fachinspektor Christian Romanek,  Ressourcenmanager Harald Mühlberger, Assistentin Ursula Sirch.

 

Arbeit ist für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen wichtig

Geradezu erlösend, dass das Europäische Parlament eine Debatte zu „Menschenwürdige Arbeit – der Weg zur Würde für ALLE“ veranstaltet. Es geht um nicht weniger als die Förderung eines nachhaltigen, integrativen Wirtschaftswachstums, produktiver Vollbeschäftigung und menschenwürdiger Arbeit für alle! Das ist in seiner Gesamtheit zu sehen.

 

Anlässlich dieser Debatte im Europäischen Parlament, betonte der Vizepräsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE), Mgr. Gianni Ambrosio, in seiner Rede die Bedeutung „menschenwürdiger Arbeit für die nachhaltige Entwicklung“ und erinnerte daran, Arbeit sei wichtig für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen. Dies ist auch die Ausgangsbasis der Erklärung* der katholisch inspirierten Organisationen zum Thema menschenwürdige Arbeit.

 

Jugendarbeitslosigkeit in den Fokus rücken

Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Situation der am stärksten benachteiligten Gruppen unter den Arbeiternehmern (insbesondere im Bereich der informellen Wirtschaft) gerichtet: auf die der Migranten und jungen Menschen. Mit Bezug auf Letztere erklärte Mgr. Ambrosio: „Wir dürfen die junge Generation nicht im Stich lassen”; er unterstrich, dass wir nicht über nachhaltige Entwicklung sprechen können, ohne die dramatische, in Europa und weltweit grassierende Jugendarbeitslosigkeit in den Fokus zu rücken. Ergänzt wird das Bild durch eine Schilderung der Situation von Frauen auf dem globalen Arbeitsmarkt und einen Verweis auf das Problem der Kinderarbeit. 

 

Soweit für mich sehr erfreulich, allerdings könnte es wieder still werden um das Thema, wenn da wieder einige Menschen darauf hinweisen, dass die EU eine Wirtschaftsunion und keine „Sozial-Union“ sei. Die Fragen der Wirtschaft sind EU-Anliegen, die sozialen Fragen seien von den einzelnen Staaten zu beantworten! So als hätte das Eine mit dem Anderen nichts zu tun.

 

Gemeinwohlvorrang sichern

Für mich Anlass genug, als begeisterter Europäer, diesen Tag  für eine EU der Menschen zu plädieren – einfach eine Gemeinschaft aller Menschen.  Heinrich Schneider gibt uns einen interessanten Hinweis in seinem Buch:  Europas Krise und die katholische Soziallehre. Herausforderungen und Reformperspektiven (ISBN 978-3-902694-68-3)!

 

Es bedarf einer Reform, welche sich besonders auf die Sicherung des Gemeinwohlvorrangs festlegt, denn anders wird die Krise der Europäischen Union nicht zu bewältigen sein! Egal ob wir an Finanz-oder Geldpolitik, an Länder wie Portugal oder Griechenland, Gendergerechtigkeit etc. denken, es geht um das Wohl aller Europäerinnen und Europäer! Ich denke da haben wir Arbeit genug, die wird uns nicht los lassen und überdies sollte in einer solchen Reform auch ein Grundeinkommen diskutiert werden, vielleicht eine mögliche Basis für eine gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeit und einen gerechteren Lohn.

http://www.comece.eu/site/en/activities/events/article/7203.html   

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