Freitag 24. November 2017
"Hands on" Jobbegleitung

Hintergrund

2013 wurde laut AMS  in Österreich wieder ein Höchstwert bei der Zahl der arbeitslosen Menschen erreicht (+ 10,8% = 408.837 Personen – arbeitslos Gemeldete + in Schulungsmaßnahmen +Krankenstände). Innerhalb des ganzen Jahres waren 886. 385 zumindest für eine kurze Zeit von Arbeitslosigkeit betroffen (+4,3%).

 

30% davon, das sind etwa 265.000 arbeitslose Personen, sind von struktureller Arbeitslosigkeit betroffen. Das heißt, es fehlen Arbeitsplätze für diese Personen          (z.B. weil nicht qualifiziert genug, der Arbeitsplatz nicht zumutbar erreichbar ist, zu alt, zu krank sind …)

 

Im Gebiet der Erzdiözese Wien waren es 2013 laut AMS Online 113.892 Personen.        Davon  90.230 Personen in Wien und in den Gemeinden Niederösterreichs 23.662 Personen.

 

26.383 offene Stellen (38%) waren beim AMS  2013  gemeldet – da kamen auf eine offene Stelle 15,5 BewerberInnen.  Insgesamt wurden 65.000 neue Stellen neu besetzt. Hier kam es zu 11 BewerberInnen, pro offener Stelle.

 

Laut Prognosen steht einer Erhöhung der Beschäftigung von 0,9% eine Steigerung der Arbeitslosenrate um 7% bis 2015 gegenüber.

 

Zusätzlich zu diesen arbeitssuchenden Menschen kommen noch die sogenannten NEET Jugendliche (Not in Education, Employment or Training und bezeichnet die Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener, die keine Schule besuchen, keiner Arbeit nachgehen und sich nicht in beruflicher Ausbildung befinden und dies auch nicht unmittelbar anstrebendie noch nie in einer Ausbildung oder Schulungsmaßnahme gestanden sind). Das sind derzeit ca.70.000 Jugendliche. (WISO Bericht 4/2013)

 

Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist für Jugendliche eine große persönliche Herausforderung. Bei der Lehrstellensuche sind viele Fragen zu klären und oft auch Schwierigkeiten aller Art zu lösen. Nicht selten sind Jugendliche ratlos, enttäuscht und entmutigt. Viele verpassen den beruflichen Anschluss und verlieren dadurch wichtige gesellschaftliche Chancen. Jene Jugendliche, wo sich Eltern oder Bekannte nicht darum kümmern, dass eine Lehrstelle gefunden wird, besonders hoch ist.

 

Jugendarbeitslosigkeit bedeutet zusätzlich eine weit reichende Beeinträchtigung in der sensiblen Phase des Erwachsenwerdens. Die Folge ist, dass der Übergang in die Erwachsenenrolle verzögert wird oder misslingt.

 

Auch Papst Franziskus hat zur hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa immer wieder Stellung genommen. Die heutige Zeit sei gekennzeichnet durch „das Leid der Jugendlichen“.  „Arbeiten bedeutet, die eigene Zukunft zu gestalten und eine Familie gründen zu können“, heißt es in einer  Grußbotschaft des Papstes an einen Jugendkongress, der   im Oktober 2014 im  italienischen Salerno stattfand.

Erwerbslosigkeit ist nach Franziskus’ Worten nicht nur ein ökonomisches Problem, sondern ein Angriff auf die Würde des Menschen. Arbeitslose Jugendliche würden von der Gesellschaft „weggeworfen“ und gerieten in den „Treibsand des Prekariats“, weil sie nicht dem schnellen Profit dienten, so der Papst. „Und wir müssen ‚Nein‘ sagen zu dieser ‚Kultur des Abfalls‘.“ Die Jugend einer Gesellschaft sei deren Zukunft, die auf diese Weise verspielt werde.

Franziskus ermutigte die Jugendlichen, auch in Zeiten der Unsicherheit, der Verlorenheit und des dramatischen Wandels niemals die Hoffnung zu verlieren.

Das Projekt Hands On will zumindest mit einzelnen Jugendlichen helfen an ihrer Zukunft zu bauen und ihnen zeigen, dass sie nicht alleingelassen werden. 

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