Pressebeobachter für nachdenkende Zeitgenoss/innen
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AUSGABE 11 / 2017


 

EDITORIAL

 

Werte Interessierte,

Ich hoffe, Sie hatten schöne Weihnachtsfeiertage. Ein innen- und außenpolitisch turbulentes Jahr geht zu Ende. Hoffentlich können Sie jetzt ein paar entspannte Tage genießen. Dazu diesmal eine Menge Lesestoff und einige Medientipps - zwei gleich hier und zwei ganz unten.

Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Jahreswechsel,

 

Richard Richter

 

PS:

 

"Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen"

Der Berliner Autor und Journalist Fabian Scheidler spricht über sein im Oktober 2017 erschienenes Buch "CHAOS. Das neue Zeitalter der Revolutionen." Klimawandel, Wirtschaftskrisen, Fluchtbewegungen - Scheidler diagnostiziert in seinem Werk, dass die kapitalistische Megamaschine nach 500 Jahren Expansion in eine tiefe Krise geschlittert ist und wir uns in einer chaotischen Übergangsphase befinden, deren Ausgang vollkommen offen scheint. Werden sich autoritäre Kräfte durchsetzen oder können soziale und ökologische Bewegungen die systemischen Risse nutzen, um eine gerechtere und friedlichere Welt aufzubauen? [Europa und der Stier 85]

 

"Nische statt Vielfalt"

Obwohl die Neuen ÖsterreicherInnen seit Jahrzehnten zum Stadtbild gehören, sind sie sowohl in den Redaktionen als auch in der Berichterstattung unterrepräsentiert. Viele Medien zeichnen ein Bild der Wirklichkeit, in dem Menschen mit Migrationshintergrund nicht als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft gezeigt werden. Gleichzeitig gab und gibt es in Qualitätsmedien eigene Ressorts bzw Sendungen und Seiten von JournalistInnen mit Migrationshintergrund. Im aktuellen Medienquartett diskutieren Olja Alvir (Journalistin und Autorin) und Amar Rajkovic (stv. Chefredakteur DasBiber) mit Lina Paulitsch über Medien von und für MigrantInnen. Moderation: Richard Richter. [Medienquartett 58]

TRUMP  -  WATCH

 

Ein Schritt zum Tausendjährigen Reich Gottes

Evangelikale wollten, dass Trump Jerusalem als Hauptstadt anerkennt. Sie glauben, dass dort Jesus Christus wiederkehrt. Und viele haben Angst vor dem Islam. [FAZ]

 

Verlassen die Millionäre New York?

Donald Trumps Steuerreform macht das Leben für Reiche in einigen Bundesstaaten deutlich teurer. Das kann ungewollte Konsequenzen haben. [FAZ]

 

Eine verstörende Liste

Inzwischen sind es 22 Frauen, die öffentlich gesagt haben, sie seien von Donald Trump gegen ihren Willen begrapscht, geküsst und bedrängt worden. Mal soll er plötzlich in Umkleidekabinen gestanden haben, mal im Flugzeug übergriffig geworden sein. [SZ]

 

 

POLITIK UND GESELLSCHAFT DES „WESTENS“

 

Viel Pflicht, wenig Kür

Tatsächlich eine "Neue ÖVP" - das wirtschaftspolitische Programm der neuen Bundesregierung. Viele Vorschläge sind durchaus sinnvoll, dennoch gibt es eine Reihe problematischer Ausführungen beziehungsweise Versäumnisse. [WZ]

 

„Ja, die jungen Polen sind ziemlich rechts“

Katarzyna Lubnauer, neue Chefin der polnischen Liberalen, kämpft gegen die regierende PiS und deren EU-Skepsis, Dirigismus in der Wirtschaftspolitik und Umbau des Rechtsstaats. Doch die Bevölkerung zieht nicht mit. Warum? [Welt]

 

Polens schmutziger Kohle-Trick

Die EU will mehr Öko-Energie nutzen - darauf haben sich die Mitgliedstaaten verständigt. Von Einigkeit konnte allerdings keine Rede sein: Polen versuchte auf trickreiche Art, seine Kohleindustrie zu schützen. [Spiegel]


„Grundgefühl von Kontrollverlust“

Die Werte der liberalen Moderne sind bedroht, vom islamischen Fundamentalismus ebenso wie von Rechtspopulisten und autoritären Regimen – glaubt Ralf Fücks und warnt: Ein Gefühl der Unsicherheit treibe immer mehr Menschen um. [Welt]

 

Notfalls mit Polizeigewalt

Vierundvierzig Kunstwerke soll ein katalanisches Diözesanmuseum einem aragonischen Kloster zurückgeben. Für die Separatistien ein Zeichen dafür, wie schutzlos ihre Region den spanischen Ministern ausgeliefert ist. [FAZ]

 

Österreich interessiert sich nicht für Afrika

Eine Nachlese zum jüngsten EU-Afrika-Gipfel in Côte d'Ivoire [Standard]

 

 

AUS DEM SÜDEN UND OSTEN

 

Pensionierter General: Krieg kann jederzeit beginnen

In China wächst die Nervosität über die Lage in Nordkorea. Der Einfluss auf den einstigen Schützling schwindet. Und ein ranghoher Militär macht Schlagzeilen – mit dem Aufruf zur Mobilisierung von Truppen in der Grenzregion. [FAZ]

 

Die Schlinge in Hongkong zieht sich zu

Lange haben sich die Bewohner Hongkongs gegen den Einfluss Chinas gewehrt. Selbst bei Regen gingen sie auf die Straße, um demokratische Rechte einzufordern. Nun erhöht China den Druck. [FAZ]

 

Steht der Auszug der Palästinenser bevor?

Nicht nur in Israel ist davon die Rede, auch in arabischen Ländern wird darüber seit Jahren spekuliert: Was dafür spricht, dass der Nordsinai zu einem Ersatzland für die Palästinenser werden könnte. [FAZ]

 

Russlands perfider Feldzug gegen die Wahrheit

Russland diffamiert zivile Helfer in Syrien und sät Zweifel an Assads Giftgasangriffen. Eine Studie zeigt nun, wie systematisch der Kreml in seiner Desinformationskampagne vorgeht. [Spiegel]

 

Besorgnis über Russland

Der Kreml forciert die Aufrüstung, um den technologischen Rückstand auf die Nato wettzumachen. Experten warnen, dass Russland schon heute jeden Nachbarstaat außer China besiegen könnte. [FAZ]

 

„Dann wäre ich jetzt in der Schule“

Im südlichen Afrika stürzt der Klimawandel immer mehr Bauern und ihre Familien in extreme Armut. In Malawi und Mosambik hat die Zahl der Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Wenn aber die Ernten ausbleiben und nicht mehr genug Essen auf den Tisch kommt, sind es oft die Töchter, die die Familien als Erste verlassen müssen. [ORF]

 

Nicht auf der Schokoladenseite

Rund zwei Millionen Kinder unter 15 Jahren arbeiten in Ghana und in Côte d’Ivoire im Kakaoanbau. [WZ]

 

Chinas Aufstieg stärkt Repression in Kambodscha

Premier Hun Sen muss immer weniger Rücksicht auf den Westen nehmen. Aber auch die Volksrepublik profitiert von dem Bündnis. [WZ]


 

HORIZONTE UND HINTERGRÜNDE

 

Deutschland ist so ungleich wie vor 100 Jahren

Der erste "Weltreport über Ungleichheit" einer Forschergruppe um Thomas Piketty attestiert Deutschland so viel Ungleichverteilung wie zuletzt 1913. Weltweit hat die Einkommensungleichheit seit 30 Jahren zugenommen, besonders rasant in den USA, China, Indien und Russland. Die Autoren warnen: Setzt sich der Trend der vergangenen Jahrzehnte fort, werden 2050 die reichsten 0,1 Prozent genauso viel Weltvermögen besitzen wie die globale Mittelschicht. [SZ]

 

Globale Ungleichheit: Im Teufelskreis

Die Schere zwischen Arm und Reich geht innerhalb vieler Länder so weit auseinander wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. [WZ]

 

Was die Wissenschaft gegen Fake-News tun kann

Ob Klimawandel-Leugner oder Kreationisten: In den USA waren Fake-News schon vor Trump populär. Dank Social Media boomt aber gerade jetzt der Unsinn [Standard]

 

"Die Linke sollte das Moralisieren lassen"

Walter Baier und Robert Pfaller über Auswirkungen des Neoliberalismus, Political Correctness, die #metoo-Debatte - und politische Visionen. [WZ]

 

Von der Dämonin zur Femme fatale
Lilith in Kunst und Literatur des 19. Jahrhunderts. Die Darstellungen Liliths zeigen eine gefährliche Verführerin, deren Macht in ihrer Schönheit und offensiven Sexualität wurzelt. [Standard]

 

Ehe für alle? Klare Begriffe helfen allen

Bei der Neugestaltung privilegierter Lebensgemeinschaften sollte die Übernahme von Verantwortung das Kriterium sein. [WZ]

 

Durch Jerusalem wurden Juden zu Feinden des Islams

Bevor Jerusalem so heilig wurde, wie es heute ist, bedurfte es der Schaffung von Mythen. Der Prophet Mohammed gab die Weisung, gen Jerusalem zu beten. Doch es kam zum Bruch, mit den Juden und unter Muslimen. [Welt]

 

Historiker Ther: "Die Gesellschaft wird weiter auseinanderdriften"

Angela Merkels Spruch "Wir schaffen das" sei irreführend, sagt der Historiker Philipp Ther. Ein Gespräch über Flüchtlingspolitik, Gut- und Schlechtmenschen [Standard]

 

Wettstreit um die weltweiten Kobaltreserven

Die Autoindustrie setzt verstärkt auf Kobalt, um die Reichweite ihrer Elektromobile zu steigern. Doch der Abbau des Metalls belastet die Umwelt - und das ist nicht das einzige Problem. [Spiegel]

 

Die Vergessenen von Hollywood

In der US-Filmstadt herrscht eine gespenstische Stimmung. Denn es sind nicht nur die Missbrauchstäter, die derzeit ihre Jobs verlieren: Für jeden geschassten Star werden Hunderte im Business arbeitslos. [SZ]

 

„Der eine fühlt sich schuldig, der andere fühlt sich abgewertet“

Immer häufiger besuchen selbst junge Paare einen Therapeuten, um sich in Beziehungsfragen beraten zu lassen. Warum zweifeln so viele daran, dass ihr Glück dauerhaft Bestand hat? Ein Interview. [FAZ]

 

Eine Liebe von Henry Kissinger

„Von ihrem Wesen her war sie dauernd in Schwierigkeiten“ – so erinnert sich der immer noch faszinierte Politiker: Eine bislang unbekannte Episode aus dem Leben von Ingeborg Bachmann. [FAZ]

 

Was vom investigativen Journalismus bleibt und warum er bleiben muss

Kaum waren die Paradise Papers bekannt, waren sie schon aus den Schlagzeilen verdrängt. Was bedeutet das für den Journalismus? [Standard]

 

"Ich war schon immer ein Gefühlsmensch"

Bischof Erwin Kräutler über seine Erfahrungen in Brasilien, die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Menschen dort, seine Einstellung zum Gebet - und was uns die Situation der Flüchtlinge in Europa lehrt. [WZ]

 

Himmelhoch

Der Zauber romanischer, gotischer und barocker Kirchen ist schwer zu erfassen. Unser Fotograf hat ihn gebannt. In seinen phantastischen vertikalen Panoramen sehen wir Gottes Häuser endlich ganz. [FAZ]


MEDIATHEKEN - TIPPS

 

Amsterdam, London, New York: Welt-Städte

Handels- und Finanzprojekte von immer größerem Ausmaß bringen in Amsterdam, London und New York im Laufe von 400 Jahren neue Stadtmodelle hervor. Verbunden damit sind bedeutende Innovationen, darunter die erste Wertpapierbörse, die Entstehung des Büros, die Erfindung des Fahrstuhls oder die Errichtung von Wolkenkratzern. Die Reihe „Amsterdam, London, New York - Welt-Städte“ zeichnet diese Entwicklung nach und beschreibt, wie Amsterdam, London und New York in einem unerbittlichen Wettkampf um die Vormachtstellung in der Weltwirtschaft radikal neue städtebauliche und architektonische Formen erfunden haben. [arte]

 

Wer und was wird in Zukunft den sozialen Frieden sichern?

Für die einen ist das österreichische Sozialsystem eine Erfolgsgeschichte, die Kritiker/innen sehen darin vor allem Reformbedarf. Für Martin Schenk, stellvertretender Direktor der Diakonie Österreich und Mitbegründer der Armutskonferenz, liegt die Wahrheit dazwischen: "Wir müssen die Stärken des Sozialstaates ausbauen und absichern, anstatt das System auszuhöhlen." (Punkt eins vom 28.12. – verfügbar bis 3.1.) [Ö1]

Dieser Pressebeobachter ist ein Service von sozialwortTV ( "Europa und der Stier" / "andererseits" auf okto) für Vielbeschäftigte, die am verknüpfenden Verstehen des Zeitgeschehens interessiert sind. Er macht auf Meldungen aufmerksam, die über die bloße Tagesaktualität hinaus Relevanz haben. Deren Erwähnung bedeutet nicht, daß wir mit ihrem Inhalt übereinstimmen.

 

 

sozialwortTV

Richard Richter (Projektleiter)

richard.richter@chello.at

 

Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien
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