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Kulturzentrum Rappgasse: Katholische Aktion ruft zu Dialog auf
Gemeinsames Zusammenleben muss im Mittelpunkt stehen
"Wenn wir ein friedliches Zusammenleben in Wien wollen,
müssen wir den Dialog stärken und nicht die Gegensätze",
sagt Rembert Schleicher, Präsident der Katholischen Aktion
der Erzdiözese Wien. "Wien ist eine Weltstadt mit den
unterschiedlichsten Religionen. Es ist eine Selbstverständlichkeit,
dass alle Bewohner/innen dieser Stadt ihre Religion gemeinschaftlich
und damit in einer gewissen Weise auch öffentlich ausüben
können sollten. Dafür braucht es geeignete Orte und Räume."
Anrainerproteste
seien an sich ja legitim, wenn aber Befürchtungen betreffend
Verkehrs- und Lärmproblemen nicht sachlich begründet
werden können, sondern sich von einer Haltung der Unverständigkeit
und Unduldsamkeit herleiten, dann seien Christinnen und Christen
herausgefordert Stellung zu nehmen. Schließlich beanspruchten
sie ja auch für sich freie Religionsausübung. Man müsse
die sachlichen von den religiösen Fragen strikt trennen.
"Unser
Ziel ist es, den Dialog anzuregen und zu fördern, sich Wissen über
die Glaubenswelt unserer islamischen Mitbürger/innen zu erwerben
und nicht Vorurteile zu bestärken oder gar Zwietracht zu säen",
sagt Rembert Schleicher. In diesem Sinne wird sich die Katholische
Aktion der Erzdiözese Wien auch bemühen, im Herbst in
einer nahegelegenen Pfarre eine entsprechende Dialogveranstaltung
durchzuführen. Die wichtigste Methode zur Förderung eines
guten Miteinanders sieht Rembert Schleicher in der persönlichen
Begegnung und im Gespräch.
Es muss für alle Religionen
möglich sein, in gut erreichbaren Lagen ihre Einrichtungen
zu bauen und nicht in Randlagen gedrängt zu werden. Dazu gehören
natürlich auch eigene Kindergärten, Kultureinrichtungen,
soziale Hilfsdienste usw.
Von den Betreibern des neuen Kulturzentrums
erwartet sich der KA-Präsident auch ein offenes Zugehen auf
die Nachbarn: "Ein islamisches Kulturzentrum soll kein Fremdkörper
sein, sondern sich möglichst gut in die Umgebung integrieren.
Dazu gehören auch Veranstaltungen und Aktivitäten, die
das Miteinander der Menschen fördern."
Von den Anrainer/innen
erhofft sich Rembert Schleicher mehr Offenheit den Menschen gegenüber.
Die Tatsache allein, dass diese Menschen Muslime und Muslimas sind,
darf nicht dazu führen, mit ihnen keinen Dialog zu führen,
appelliert KA-Präsident Schleicher an die Vernunft aller Betroffenen.
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