Montag 20. November 2017

Luitgard Derschmidt

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09. Mai 2015

Das Wohl ALLER muss im Vordergrund stehen

von am 09. Mai 2015, 00:16 Uhr

Das ärgert mich schon so lange: dass bei den Mitgliedern unserer Regierung, von welcher Partei auch immer, nicht das Wohl ALLER Österreicher und Österreicherinnen im Vordergrund stehen, sondern die Interessen der Partei.

Im Mittagsjournal wurde gemeldet, dass eine Gruppierung, die sich für die Verbesserung der Situation von Müttern weltweit einsetzt, sich im Zusammenhang mit dem Muttertag an die Frauenministerin gewandt hat. Sie forderten diese auf, sich für eine Erhöhung der Unterstützung der Bundesregierung für die Dritte Welt einzusetzen.

Schon 1970 hatten die Vereinten Nationen allen Industriestaaten empfohlen, 0,7% des Bruttonationaleinkommens oder Bruttosozialproduktes für öffentliche Entwicklungshilfe auszugeben. Das wurde von Österreich trotz wiederholter Forderungen der unterschiedlichsten NGO‘s bei weitem noch nie erreicht. Da darf man nicht lockerlassen, was mühsam und sehr bedauerlich ist.

Aber darum geht es mir heute vorrangig nicht. Verblüfft hat mich die Antwort der Ministerin. Sie meinte, man müsse sich an den Außenminister wenden. Der sei dafür zuständig. Da ist etwas Wahres dran und am sinnvollsten wäre es aus meiner Sicht, wenn sich beide, Außenminister und Frauenministerin dafür engagieren würden. Auf diese Idee kam sie anscheinend nicht. Ihr Argument war, dass der Außenminister von der anderen Partei wäre und man Argumenten oder Anliegen von der jeweils anderen Partei nicht offen gegenüberstünde. So habe ich es zumindest verstanden.

Das ärgert mich schon so lange: dass bei den Mitgliedern unserer Regierung, von welcher Partei auch immer, nicht das Wohl ALLER Österreicher und Österreicherinnen im Vordergrund stehen, sondern die Interessen der Partei. (Nicht einmal der Parteimitglieder, so scheint es!!) Werden unsere Minister endlich einmal kapieren, dass sie zwar politisch aber nicht in erster Linie parteipolitisch agieren müssen und dass sie die Menschen dabei im Blick haben sollten, die in Österreich leben und zwar alle Menschen und nicht vorrangig das jeweilige Klientel der eigenen Partei, die Reichen und Mächtigen, irgendwelche Funktionäre usw., sondern dass es darum geht, ausgewogen die Bedürfnisse der Menschen zu beachten. Wenn diese Überlegungen noch sozial oder in manchen Fällen sogar christlich wären, so kann die einzige Vorrangigkeit oder Option nur die der Bedürftigkeit oder der schwächeren Position sein.

Das müsste meiner Meinung nach zu den Grundsätzen der Politik gehören. Das müsste meiner Meinung nach auch zu den Grundsätzen der Kirchen gehören. Und in dem Zusammenhang bin ich sehr dankbar für die Prinzipien der Katholischen Aktion, die die Unabhängigkeit ihrer leitenden Ehrenamtlichen von den einzelnen Parteien verlangt, aber sehr wohl gesellschaftspolitisches Engagement aufgrund der eigenen Glaubensüberzeugung auf der Basis des Evangeliums fordert.

 

Rupprecht@kathbild.at Luitgard
Derschmidt
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