Freitag 24. November 2017

Luitgard Derschmidt

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26. Jan 2015

Wir haben in Österreich noch immer ein System, das teilt

von Luitgard Derschmidt am 26. Januar 2015, 11:37 Uhr

Es kann doch heute niemand ernsthaft behaupten, dass Kinder aus besseren Gesellschaftsschichten durchwegs intelligenter sind als solche aus der Unterschicht.

Man weiß, dass es da wie dort intelligente und weniger intelligente Kinder gibt. Das ist einfach so und man wird keine ernstzunehmende Untersuchung finden, die das Gegenteil beweisen würde. Dass Kinder aus besseren Schichten meist  mehr gefördert werden, besonders im Bereich Bildung, als Kinder aus bildungsfernen Schichten, das kann man sehr leicht beweisen. Und das könnten eigentlich alle wissen, die sich dafür interessieren. Dafür gibt es genügend statistische Erhebungen.


Mit gleichen Chancen für alle Kinder  und sozialer Gerechtigkeit hat das aber wenig zu tun. Soziale Gerechtigkeit sollte aber ein Anliegen der Politik und besonders von Christen und Christinnen sein. Auch Papst Franziskus betont das immer wieder. Und Schule sollte die Defizite der Herkunft ausgleichen.  Im Interesse der Kinder aber auch im Interesse Österreichs  muss es darum gehen, alle Begabungen zu fördern. Selbst die Wirtschaftskammer ist der Meinung, dass bei unserem derzeitigen Schulsystem  viele Möglichkeiten  für die Wirtschaft verloren gehen.


Wir haben in Österreich noch immer ein System, das teilt. Ob es die Schulen sind, die Krankenkassen, immer noch wird nach Ständen unterschieden, auch wenn Jüngere oft nicht mehr so genau wissen, was das ist. Es gibt Einrichtungen für die „Besseren“ und Einrichtungen für die „Schlechteren“.

 

Ich selbst bin sehr gerne ins Gymnasium gegangen. Aber ich glaube nicht, dass die Welt untergeht, wenn es bis 14 oder 15 eine gemeinsame Schule mit differenzierten Unterricht gibt, wie es ja auch die Volksschule ist. Ich bin sogar inzwischen überzeugt, dass die gemeinsame Schule bis mindestens 14 der bessere und der gerechtere Weg ist. Gymnasium in der Oberstufe und stärkere Unterscheidungen in den Bildungswegen ab 15 sind gut und wichtig.

 

Dabei kann es aber nicht um den Weiterbestand altehrwürdiger Institutionen gehen, sondern darum, wie Bildung heute am besten für alle Kinder, je nach ihren Begabungen und Bedürfnissen, zugänglich gemacht werden kann und welche Bildung heute gebraucht wird. Eine Bildung, die nicht ausschließlich von den Erfordernissen der Wirtschaft bestimmt wird, sondern eine Bildung, die allen Menschen ein gutes Leben, ein Leben in Fülle, wie es in der Bibel heißt, ermöglicht.

Rupprecht@kathbild.at Luitgard
Derschmidt
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