Mittwoch 22. November 2017

Marcel Kneuer

06. Apr 2014

Betteln braucht ein positiveres Image

von Marcel Kneuer am 06. April 2014, 19:46 Uhr

Ein aktueller Konflikt in Kärnten zeigt wieder einmal, dass es wichtig ist das positive Image des Bettelns zu stärken.

Es sollte eigentlich ein positiver Anlass sein: Die Caritas Kärnten hat ein Haus hergerichtet, um anreisenden BettlerInnen ein Quartier zu bieten. Das ist eine gute Idee, denn BettlerInnen werden leicht Opfer von zwielichten Vermietern oder müssen gleich auf der Straße schlafen. Wichtig ist der Kärnter Caritas, dass es ein Platz ist "an dem sie menschenwürdig und wertschätzend behandelt werden".

 

BettlerInnen brauchen Wertschätzung

 

Doch von menschenwürdig und wertschätzend war leider bei der Politik wenig zu merken. Es wurden der Caritas möglichst viele Steine in den Weg gelegt, um eine erfolgreiche Realisierung des Projektes zu verhindern. Dahinter stand wie in so vielen Fällen der Wunsch BettlerInnen möglichst fern zu halten bzw. zu vertreiben.

 

Dabei sollte es nicht Ziel sein Notleidende zu vertreiben, sondern ihnen zu helfen. Leider ist in den letzten Jahren dieser Gedanke ziemlich verdreht worden und es ist immer mehr von einer Stimmung zu merken, die sich gegen die Ärmsten der Amen richtet. Aus christlicher Sicht ist das gar nicht akzeptabel und gerade unter einem Papst Franziskus mit seinem Engagement für die Armen würde man sich eigentlich auch mehr Engagement der Menschen für die BettlerInnen erwarten.

 

Doch jahrelanges Hetzen gegen das Betteln zeigt leider seine Wirkung. Falschmeldungen von organisierter Bettelmafia und ähnlichem wurden in dei Welt gesetzt.

 

Deswegen wäre sehr wichtig, dass es auch wieder Initiativen gibt, die die BettlerInnen unterstützen und für sie Stimmung machen. Eine der ersten, die das begonnen hat war übrigens die Bettellobby Wien, die 2008 mit Unterstützung der KA Wien gegründet wurde. Auch in anderen Bundesländern gibt es inzwischen ähnliche Initiativen.

 

Erfreulich ist, dass sich auch die KA Kärnten in die Debatte sehr offensiv eingebracht hat. Doch auch hier wird es noch ein weiter Weg sein, bis es sich ändert.

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