Traude Novy

08 Mai

Empfindsamkeit und Sensibilität

von Traude Novy am 08. Mai 2018, 15:42 Uhr

Anlässlich des 70 jährigen Bestehens des Staates Israel war in den Medien viel über die Hintergründe der Gründung dieses Staates zu sehen und zu hören. Die Tragödie, dass über Jahrhunderte jüdische Menschen in Europa verfolgt und denunziert wurden und die mit der Vernichtung des europäischen Judentums endete, hat viel mit dem tief verwurzelten christlichen Antisemitismus zu tun. Diese Schuld nimmt uns niemand ab – ja sie wird noch größer dadurch, dass nun ein anderes Volk, nämlich die Palästinenser den Preis für die Verbrechen unserer Landsleute bezahlt. Wie konnte es so weit kommen?

28 Mär

Leistung

von Traude Novy am 28. März 2018, 10:19 Uhr

In einem bin ich ganz der Meinung der neuen österreichischen Bundesregierung – Leistung muss sich lohnen. Worin allerdings diese Leistung besteht und wer sie erbringt, da geht unsere Sicht,  so fürchte ich, allerdings wieder auseinander.

14 Mär

Mythos 0-Defizit

von Traude Novy am 14. März 2018, 10:18 Uhr

Ein wenig verblüfft war ich schon, als sich am Abend des Internationalen Frauentags Kardinal Schönborn in den Abendnachrichten zu Wort meldete.  Zum Abschluss der Bischofskonferenz ausgerechnet aus Sarajewo sprach er in dieser Funktion  nicht etwa die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern an – was an diesem Tag ja Hauptthema der Medien war, er sprach auch nicht vom zunehmenden Auseinanderklaffen der Einkommen und Vermögen, sondern sprach davon, wie sehr die Staatsschulden die Zukunft unserer Kinder gefährden.

28 Feb

Abgewirtschaftet

von Traude Novy am 28. Februar 2018, 13:50 Uhr

In meiner Kindheit meinte man, wenn man von „So einer Wirtschaft“ sprach, eine große häusliche Unordnung, in Bayern bezeichnet man mit dem Wort Wirtschaft noch immer ein gemütliches Wirtshaus – aber mit der Zeit haben wir uns daran gewöhnt, dass „Wirtschaft“ etwas ist, womit sich nur einige wenige „Eingeweihte“ befassen und was mit unserem ganz normalen Leben eigentlich nichts zu tun hat. „Werch ein Illtum“ würde Ernst Jandl sagen.

25 Jan

Durchschummeln

von Traude Novy am 25. Januar 2018, 11:51 Uhr

Indem wir in den Medien ein wenig die Gerichtsverhandlungen im BUWOG-Prozess verfolgen,  offenbart sich uns ein  erschreckendes Sittenbild von einst mächtigen Akteuren in Politik und Wirtschaft. Natürlich gilt in jedem Fall die Unschuldsvermutung, aber was sich da allein an undurchsichtigen Verschiebungen von Geldern rund um den Erdball zeigt, ist es wert, einen kritischen Blick auf jene „Leistungsträger“ zu werfen, die ständig nach mehr privat und weniger Staat rufen. 

06 Dez

Angst isst Seele auf

von Traude Novy am 06. Dezember 2017, 09:28 Uhr

Derzeit höre ich viel von den Ängsten der Menschen, die man doch ernst nehmen müsse. Diese Konzentration auf negative Gefühle und die intensive Beschäftigung damit auf allen Ebenen wo Auseinandersetzung geschieht, von der Politik, den Medien bis zum Gespräch im Freundeskreis lähmt unsere Antriebskraft und unsere Lust auf die eigenmächtige Gestaltung unserer Lebenswelt.

13 Nov

Lustvoll verändern

von Traude Novy am 13. November 2017, 11:36 Uhr

Das Wahlergebnis vom 15. Oktober beschäftigt mich noch immer. Es haben zwei Parteien diese Wahl gewonnen, die sich Veränderung auf ihre Fahnen geheftet haben. Meiner Meinung nach wurden sie aber vorwiegend von Menschen gewählt, die sich von der Politik Veränderung wünschen, damit sich ihr Lebensumfeld und sie selbst sich nicht verändern müssen. Die Wählerinnen und Wähler der Liste Kurz und der FPÖ scheinen vor den wirklichen Zukunftsfragen zurückzuschrecken und haben sich deshalb im Wahlkampf einreden lassen, dass zu hohe Steuern, Ausländer, Islamisierung und „Zuwanderung ins Sozialsystem“ an den Problemen Arbeitslosigkeit, der zunehmenden  Ungleichheit und an der tiefen Verunsicherung, die viele Menschen erfasst, schuld seien. Ein Freund versuchte es mir zu erklären, indem er sagte, ich müsse doch die Angst der Menschen vor Überfremdung verstehen. Muss ich das?

Traude
Novy
© 2018 | Impressum | Intern
Darstellung: