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Katholische Aktion gegen Verbot des Bettelns mit Kindern
Mythenpapier soll falsche Gerüchte
richtig stellen
„Die morgen im Wiener Landtag zu beschließende Änderung
des Wiener Landessicherheitsgesetzes ist eine falsche Maßnahme“,
sagt Christa Buzzi, Präsidentin der Katholischen Aktion der
Erzdiözese Wien. „Es gibt weder einen sozialen noch
einen psychischen Grund, Menschen zu verbieten, ihre Kinder zum
Betteln mitzunehmen. Die Argumentation, dass dieses Verbot dem
Kindeswohl diene, ist leider nur vorgeschoben und nicht begründbar.
Sie beruht auf der falschen Annahme, dass Kinder, die bei ihren
bettelnden Müttern sitzen, einen nachhaltigen Schaden davon
tragen würden. Dies ist wissenschaftlich aber vollkommen unhaltbar,
betont die KA-Präsidentin.
Wenn ruhiges Sitzen schädlich wäre, müssten Millionen
Schulkinder bereits geschädigt sein, die andauernd ruhig sitzen
müssen bzw. mussten. Christa Buzzi verweist in diesem Zusammenhang
auch auf die Stellungnahme des Innenministeriums zur Gesetzesänderung,
die ebenfalls klar stellt, dass das Mitnehmen der Kinder alleine
keine Schädigung des Kindeswohls sei.
Irritierend ist es, dass eine Mutter mit ihrem Kind stundenlang
auf einer Parkbank sitzen kann, ohne irgendwelche Probleme zu bekommen.
Wenn sie aber einen Becher daneben stellt, wird sie für eine
Woche mit ihrem Kind ins Gefängnis kommen (weil klar ist,
dass diese Menschen die im Gesetz festgelegte Strafe von 700 Euro
nicht zahlen können). Dass dies auch beabsichtigt ist, zeigen
Medienberichte über neue spezielle Gefängniszellen für
Mütter mit Kindern. „Es ist erschütternd, dass
die Stadt Wien hier unter dem Vorwand des Kindeswohls Mütter
und Kinder ins Gefängnis stecken lässt“, sagt Christa
Buzzi. Dadurch wird nur - wie auch durch die Verhängung von
Geldstrafen - die soziale Misslage von Bettlerfamilien weiter verstärkt,
anstatt den Kindern geholfen.
Als äußerst beunruhigend sieht es die KA-Präsidentin,
dass dies eine weitere Maßnahme ist, die im Rahmen der EURO
08 in Kraft tritt: „Anscheinend ist die Fußball-Europameisterschaft
ein willkommener Anlass, um in Wien Maßnahmen durchzusetzen,
die Stadt unsozialer und auch unchristlicher machen. Dazu gehört
unter anderem auch die geplante Sonntagsöffnung, die auf den
Rücken tausender Erwachsener und Kinder ausgetragen wird.
An die Christen und Christinnen in Wien appelliert Christa Buzzi,
sich nicht von zeitgeistigen Schönheitsidealen des Stadtbildes
irritieren zu lassen: „Für uns sind BettlerInnen nicht
störende Fehler im Stadtbild, sondern Menschen, die etwas
von uns brauchen. Wir sind daher aufgefordert, ihnen Almosen zu
geben und sie zu unterstützen. Wegschauen und Schimpfen sind
keine für Christen akzeptablen Handlungen. Es liegt nicht
nur an der Stadtregierung, sondern auch an uns, dass wir diese
Stadt menschlich und christlich prägen, ist eine zentrale
Forderung der KA-Präsidentin.
Leider sind gerade in Bezug auf die Wiener Bettlerinnenszene viele
falsche und teilweise auch rufschädigende Gerüchte im
Umlauf. Die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien hat daher
versucht, in einem „Mythenpapier“ viele dieser Halbwahrheiten
aufzuklären und richtig zu stellen. Das Papier kann auf
der Homepage der KA Wien abgerufen werden.
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